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Haiti

15 Schulen verbessern Hygienesituation

15 Schulen in den Gemeinden Gros Morne, Petite Rivière de l'Artibonite und Grande Saline erhalten Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie neue Toiletten. In Kursen lernen die Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Verhaltensregeln für eine verbesserte Hygiene kennen. 

 

Land/Region/Ort
Haiti, Artibonite, Gonaives


Zielgruppe
3998 Schülerinnen und Schüler, sowie 2500 Eltern


Mittelbedarf
884 258 Franken


Projektdauer
01.01.2015 bis 31.12.2017


Projektnummer
P150012


Projektziel
Dieses Projekt hat zum Ziel, einen Beitrag zur Förderung einer gesunden Schulumgebung an den Schulen des ländlichen Artibonite, Haiti zu leisten.


Projektverantwortlicher
Judith Binder, Tel: +41 41 419 23 17, jbinderto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika/Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Haiti ist eines der wenigsten entwickelten Länder der Welt und das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die Wirtschaft des Landes ist schwach und das politische System sehr instabil. Die Bevölkerung leidet unter der allgegenwärtigen Gewalt und der Arbeitslosigkeit; Unter- und Mangelernährung sind alltäglich. Die Situation wird zudem durch regelmässige Umweltkatastrophen, vor allem Wirbelstürme und Überschwemmungen verschärft, aber auch durch das verheerende Erdbeben vom Januar 2010 und den Ausbruch der Cholera im Oktober 2010.

In Haiti lebt über die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze und Dreiviertel der Armen lebt in ländlichen Gebieten. Die Existenzgrundlage von 70 Prozent der Bevölkerung ist der landwirtschaftliche Sektor, welcher aber nur 25 Prozent des Bruttosozialproduktes des Landes darstellt. Hinzu kommt, dass die nationale Produktion nur 50 Prozent der Nahrungsbedürfnisse decken kann, die andere Hälfte muss importiert werden. Die Nahrungsmittelpreise steigen stetig und nähern sich dem Niveau von 2008, das Jahr der Krise der globalen Nahrungsmittelpreise. Die Mehrheit der Familien lebt von Geldüberweisungen von Familienangehörigen, die im Ausland arbeiten. Die landwirtschaftliche Produktion ist nicht profitabel, was wiederum Investitionen in diesem Sektor verhindert. Die Bauern haben wenig oder gar kein Einkommen und können deshalb nicht in die Ausbildung ihrer Kinder, ihre Gesundheit oder in ihre Ernährungsgrundlage investieren. Die Herausforderungen sind gross und ein Antrieb im landwirtschaftlichen Bereich höchst notwendig.

Die Situation der Trinkwasserversorgung hat sich seit dem Erdbeben im Januar 2010, dem Ausbruch der Cholera im Oktober 2010 und dem Wirbelsturm Tomas im November 2010 zudem weiterhin verschlechtert. Haiti hat eine der niedrigsten Verfügbarkeiten von Trinkwasser und eine der schlechtesten sanitären Infrastrukturen auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Der Zugriff zu sicheren Trinkwasserquellen für das ganze Land lag vor dem Erdbeben bei 57 Prozent im Vergleich zu 82 Prozent in der Dominikanischen Republik, welche sich ebenfalls auf der Insel Hispaniola befindet . Der Mangel an Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen ist besonders schwerwiegend an den Schulen, so haben 67 Prozent der Schulen in ländlichen Gebieten keinen Zugang zu Trinkwasser und 65 Prozent haben keine sanitären Anlagen.

Caritas Schweiz engagiert sich zusammen mit Caritas Gonaives seit 2005 in diesem Gebiet im Bereich Wasser und Bewässerung. Die vorangegangenen Phasen sicherten vor allem die Wiederinstandsetzung des Bewässerungssystems, nachdem es von verschiedenen Wirbelstürmen zerstört wurde.

 

Was tun wir?

Ziel des Projektes ist, den Zugang zu Wasser sowie die Hygiene- und Gesundheitsvorschriften an 15 Schulen in den Dörfern der Gemeinden Gros Morne, Petite Rivière de l'Artibonite und Grande Saline zu verbessern. Dabei stehen insbesondere die Schülerinnen und Schüler im Vordergrund. Konkret sind vier mittel- bis langfristige Resultate oder Veränderungen mit diesem Ziel verknüpft: Eine der erwarteten Veränderungen betrifft die Verbesserung des Wasserzugangs und der sanitären Grundversorgungsinfrastruktur an den Zielschulen. Dies beinhaltet vor allem die Einrichtung von Wasserstellen mit trinkbarem Wasser an 15 Schulen, die die nationalen Normen erfüllen, die Ausstattung der Zielschulen mit einer ausreichenden Anzahl an Toiletten und Handwaschstationen und geeigneten Anlagen für die Erhaltung und Zubereitung von Speisen sowie die Garantie von Mindeststandards durch die Verteilung von Hygienematerial, um die Reinhaltung der WASH-Infrastruktur zu gewährleisten.

Eine zweite Veränderung konzentriert sich auf die Förderung des Hygienebewusstseins der Begünstigten mit dem Ziel, dass von nun an grundlegende Hygienevorschriften an den Schulen praktiziert werden. Zudem sollen Lehrer über Hygienepraxis und -regeln in den Schulklassen informiert werden und wichtige Schulakteure sowie Mitglieder aus den benachbarten Gemeinden in Fragen zur Hygiene mobilisiert werden.

Ein weiteres Resultat betrifft die Förderung der institutionellen und finanziellen Kapazitäten der Gemeinden, um an den Zielschulen die Nachhaltigkeit der WASH-Infrastruktur zu garantieren. Dazu sollen Management-Instrumente und Institutionen zur Aufrechterhaltung der WASH-Infrastruktur an den 15 Zielschulen etabliert werden. Zusätzlich wird ein Finanzierungssystem aufgebaut, um die Kosten im Zusammenhang mit Wartung, Sanierung und Ersatz von WASH-Geräten sicherzustellen.

Schliesslich werden die institutionellen und operativen Kapazitäten der lokalen Partner gestärkt, unter anderem durch die Festlegung der Rahmenbedingung für den Partnerdialog und dessen Umsetzung, um die entsprechenden materiellen und personellen Ressourcen aufzubauen, welche die Nachhaltigkeit des Projekts garantieren und schliesslich die Übertragung von technischen Kompetenzen bezüglich Überwachung und Evaluierung im WASH-Sektor bei Projektablauf.

Konkret werden diese Resultate durch folgende Aktivitäten erreicht:

  • Bau von sechs neugebohrten Brunnen mit Handpumpe und Wasserableitungssystem
  • Sanierung von vier Wasserstellen
  • Installation von fünf Regenwassereinzugssystemen
  • Bau von 120 Latrinen und 15 Handwaschstationen
  • Ausbau und die Sanierung von neun Schulküchen
  • Training von 15 Schulen und Elternausschüssen über die Verwendung und Wartung der WASH Infrastruktur
  • Schaffung von 15 Fitness-Clubs
  • Ausbildung von 225 Jugendleitern (15 pro Schule) in allgemeinen Lebenskompetenzen (life skills)
  • Verteilung von WASH Material, welche die Sensibilisierungsmassnahmen an den Schulen und in den Dörfern unterstützen
  • Wissenstransfer und Transfer technischer Fähigkeiten zu den Partnerorganisationen sowie
  • Bereitstellung von Sachmitteln an die Partner

Insgesamt erreicht die Caritas Schweiz mit diesem Projekt ungefähr 6’648 Begünstigte direkt und weitere 10‘000 indirekt.

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