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Bolivien

Sauberes Trinkwasser und nachhaltiges Wasserressourcen-Management in armen Gemeinden im Hochland

In den am Projekt beteiligten Bezirken Umala, Santiago de Machaca und Calacoto haben im Durchschnitt 80% der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dadurch werden die Menschen häufiger krank, besonders für Kinder ist der Wassermangel gefährlich. Im Rahmen dieses Projekts werden in 13 Gemeinden Wasserversorgungsanlagen gebaut und die Gemeindemitglieder für den Bau und die Nutzung von Toiletten/Latrinen sensibilisiert. Wasserkommitees vermitteln grundlegende Hygienekenntnisse. Die Bezirksbehörden werden direkt in die Begleitung und Überwachung der Projektaktivitäten einbezogen.

 

Land / Region / Ort
Bolivien, Departement La Paz, Bezirke Umala, Santiago de Machaca und Calacoto


Zielgruppe
415 Familien bzw. rund 2‘200 Personen in 13 Gemeinden des Departements La Paz, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben


Mittelbedarf
681‘237 Schweizer Franken


Projektdauer
01.07.2018 bis 30.06.2021


Projektnummer
P180057


Projektziel
Gemeindemitglieder und die Verwaltung sind darin gestärkt, ihre Wasserressourcen nachhaltig zu managen und den Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen sicherzustellen.


Projektverantwortliche
Esther Belliger, Tel: 041 419 24 41, ebelligerto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Dank der günstigen Wirtschaftsentwicklung und mehrerer Sozialprogramme konnte der Anteil der in extremer Armut lebenden Menschen in den vergangenen 10 Jahren mehr als halbiert werden. Dennoch lebten nach Angaben der Weltbank 2016 nach wie vor knapp 40% der bolivianischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Damit ist Bolivien immer noch eines der ärmsten Länder Lateinamerikas.

Auch bei der Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser hat Bolivien in den letzten Jahren spürbare Fortschritte erzielt. Allerdings besteht nach wie vor ein beträchtlicher Unterschied zwischen städtischen und ländlichen Gebieten: Während im landesweiten Durchschnitt heute 94% der städtischen Bevölkerung Zugang zu Trinkwasser hat, sind es unter der ländlichen Bevölkerung nur rund zwei Drittel. Zudem verfügen etwa 60% der urbanen Bevölkerung über ein funktionierendes Abwassersystem, während es auf dem Land nur gerade ein Viertel ist. In den drei am Projekt beteiligten Bezirken Umala, Santiago de Machaca und Calacoto haben im Durchschnitt 80% der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und gut die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner verfügt über keine Toiletten.

Die Lebensbedingungen in diesen hoch gelegenen, trockenen und wenig fruchtbaren Zonen sind sehr schwierig, ein grosser Teil der Bevölkerung lebt in absoluter Armut. Der Konsum von verschmutztem Wasser und mangelhafte Hygienegewohnheiten haben einen grossen Einfluss auf die Gesundheitssituation der Bevölkerung. Insbesondere Kinder sind stark von Magen- und Darmkrankheiten sowie von Krätzmilben betroffen. Laut Angaben des Kinderhilfswerks UNICEF sterben in Bolivien jährlich rund 30‘000 Kinder an Durchfall aufgrund des fehlenden Zugangs zu sauberem Trinkwasser und wegen falschen Hygienegewohnheiten.

Neben der Wasserversorgung ist auch dessen Verfügbarkeit in den Hochlagen Boliviens eine Herausforderung. Nichtnachhaltige landwirtschaftliche Praktiken, Abholzung und die damit einhergehende Erosion und die Überweidung der wasserspeichernden Heidelandschaften (Páramos) führen unter anderem dazu, dass heute viele Quellen bereits ganz oder beinahe versiegt sind. Der Klimawandel verschärft die Wasserknappheit zusätzlich – Trockenheit und Desertifikation, der Rückgang der Gletscher und Überschwemmungen nehmen zu und damit werden Trinkwasser und Wasser für die Landwirtschaft knapp.

Trotz der Bemühungen auf nationaler Ebene im Rahmen des Nationalen Plans zum Management von Wassereinzugsgebieten, ist die Umsetzung auf Mikrowassereinzugsgebietsebene bisher nur sehr punktuell. Vielerorts mangelt es den Gemeinden an finanziellen Ressourcen und Know-How zur Entwicklung und Umsetzung von Management-Plänen sowie der Implementation angepasster fachgerechten Massnahmen zum Quellschutz und zur rationalen Wassernutzung. Partizipative Ansätze und Sensibilisierungsarbeit wurden lange Zeit seitens des Staates vernachlässigt, wodurch viele Massnahmen ohne Impakt und nachhaltiges Management im Sand verliefen. Fehlendes Management der Quellen und anderen Wasserressourcen innerhalb der Gemeinden aber auch über die Gemeindegrenzen hinaus tragen dazu bei, dass der Druck auf die vorhandenen natürlichen Ressourcen und insbesondere das Grundwasser weiter zunimmt.

 

Was tun wir?

Das vorliegende Projekt ist eine Fortsetzung und Erweiterung von zwei Wasserprojekten, welche unsere Partnerorganisation Caritas Corocoro mit Erfolg in zwei anderen Bezirken des Departements La Paz umgesetzt hat. Diese Projekte führten zu einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität, insbesondere der Gesundheit der beteiligten Familien, die nun dank der installierten Hausanschlüsse während 24 Stunden am Tag über Wasser in ausreichender Menge und Qualität für Konsum und persönliche Hygiene verfügen.

Dieses neue Vorhaben kommt insgesamt 415 Familien oder rund 2‘200 Personen in 13 Gemeinden der Bezirke Umala, Santiago de Machaca und Calacoto zugute, welche aktuell über keine sichere Trinkwasserquelle verfügen. Dank dem Projekt erhalten diese Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser in genügender Menge und Qualität und werden befähigt, ihre eigenen sanitären Anlagen zu errichten. Ausserdem werden ihnen grundlegende Hygienekenntnisse vermittelt. Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zum nachhaltige Management von Wasserressourcen und den verbesserten Zugang zu sauberem Trinkwasser und Hygiene im bolivianischen Hochland zu leisten.

Um den Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser in ausreichender Menge zu ermöglichen, werden in den 13 Gemeinden Wasserversorgungsanlagen gebaut. Dabei handelt es sich je nach den geo- und hydrologischen Verhältnissen um Pumpen- oder Gravitationssysteme. Mit Unterstützung des Projekts werden die Wasserfassung, das Wasserverteilnetz, die Hausanschlüsse sowie weitere notwendige Infrastrukturen installiert oder ausgebaut. Alle Bauvorhaben sind in die operativen Jahrespläne der Gemeinden integriert und mit einem Beitrag 10 – 15% an den Gesamtkosten in den entsprechenden Haushaltsbudgets eingeschrieben. Parallel dazu werden die Gemeindemitglieder für den Bau und die Nutzung von Toiletten/Latrinen sensibilisiert. Bei der Errichtung dieser Anlage werden die Familien vom Bautechniker des Projekts beraten und begleitet.

Für den Betrieb und die Wartung der Wasserversorgungsanlagen sowie das Einziehen und die Verwaltung der Verbrauchsgebühren wird in jeder Gemeinde ein sogenanntes Wasserkomitee gebildet.

Diese Gremien sind ein entscheidender Faktor für das gute Funktionieren und die Nachhaltigkeit der errichteten Infrastruktur. Die verbrauchsabhängigen Gebühren sind ein weiterer wichtiger Aspekt für das nachhaltige Funktionieren der Anlagen. Sie werden für die Instandhaltung der Installationen und allfällige Reparaturarbeiten verwendet.

Ein neues Element ist der direkte Einbezug der Bezirksbehörden in die Begleitung und Überwachung der Projektaktivitäten, namentlich die Beratung und Begleitung der Wasserkomitees. Zu diesem Zweck werden die zuständigen technischen Mitarbeiter der Bezirksverwaltung vom Projektteam geschult. Die Idee hinter diesem Schritt ist, dass die Bezirksverwaltung diese Funktion auch nach Ablauf des Projekts weiterhin wahrnimmt und somit die Funktionsfähigkeit der Wasserkomitees und folglich die Nachhaltigkeit der Wasserversorgungssysteme besser gewährleistet ist. Neu wird auch ein Fokus auf den Schutz von elementaren Wasserquellen gelegt, durch die die Wasserverfügbarkeit in den Gemeinden weitestgehend sichergestellt wird.

Die Projektaktivitäten zielen darauf ab, innerhalb und über die Gemeinden hinweg Strukturen und Instrumente zu etablieren, um gemeinsame Massnahmen zum Schutz der Quellen in Kraft zu setzen. Dazu gehören Sensibilisierungsmassnahmen auf Gemeinde-Wasserkomitee- und Behördenebene um ein Bewusstsein für das Problem zu schaffen. In einem zweiten Schritt werden in den jeweiligen Gemeinden im Rahmen von partizipativ erarbeiteten Aktionsplänen konkrete Massnahmen zum Schutz der Quellen und zur rationalen Nutzung des Wassers umgesetzt.

 

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