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Bangladesch

Trinkwasser, Hygiene und Bewässerung

Dieses Projekt konzentriert sich auf den Norden von Bangladesch, wo die Situation um die Wasserressourcen am prekärsten ist. Caritas setzt hier ihre in den letzten Jahren erfolgreiche Arbeit fort. Über 60'000 Menschen erhalten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Latrinen sorgen für eine verbesserte Hygiene. 900 Kleinbauernfamilien können ihre Felder bewässern, zum Beispiel mittels Solarpumpen.

 

Land / Region / Ort
Bangladesch / Thakurgaon (N) und Chapai Nawabganj (NW)


Zielgruppe
62'389 Menschen aus Distrikten von Thakurgaon und Chapai Nawabganj, inkl. 30 Schulen, 15 Gesundheitszentren, 9 Märkten und 10 religiösen Einrichtungen


Mittelbedarf
1'889'451 Franken


Projektdauer
01.07.2018 bis 30.09.2021


Projektnummer
P1180058


Projektziel
Das Projekt hat zum Ziel, die ärmsten und am meisten benachteiligten Bevölkerungsgruppen im Norden und Nordwesten von Bangladesch, die im Bereich Wasser und Sanitätseinrichtungen weit hinter den Entwicklungszielen liegen, zu unterstützen: So soll in diesem Projekt der Zugang zu sicherem Trinkwasser, ausreichenden Sanitäts- und Hygienemassnahmen und Wasser für die Bewässerung für Kleinbauernfamilien ermöglicht werden.


Projektverantwortlicher
Nicole Malacarne, Tel: 041 419 22 46, nmalacarneto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien / Europa

 
 

Worum geht es?

Situationsanalyse: Dieses Projekt konzentriert sich auf den Norden von Bangladesch, wo die Situation um die Wasserressourcen und die Versorgung mit sanitären Anlagen am prekärsten ist. Die Wasserprobleme entstehen einerseits durch ein «Zuwenig», andererseits durch ein «Zuviel» an Wasser: So ist die Wasserknappheit in den trockenheitsanfälligen Gebieten durch den schnellen Rückgang von Grundwasser verursacht, welche durch extreme Wettervariabilität und Klimaveränderung verstärkt wird. Hinzu kommt eine flächendeckend schlechte sanitäre Infrastruktur im Land und damit auch die fehlende Möglichkeit für angemessene Ausübung von Hygiene, welche mit hohen Risiken für Krankheiten einhergeht. In den Überschwemmungsgebieten hingegen sind die Menschen mit heftigen und immer häufiger auftretenden Naturkatastrophen konfrontiert: Wirbelstürme haben in den letzten Jahren zugenommen, und Überschwemmungen und Flutwellen verursachen Bodenerosion, welche die Nahrungssicherheit und das Leben der Bevölkerung bedrohen.

Wasser: Die grösste Herausforderung stellt sich durch die saisonalen Schwankungen und der damit einhergehenden flächendeckend schlechten Wasserversorgung. Grosse Gebiete im Norden von Bangladesch, welche unter zunehmender Grundwasserverarmung leiden, werden durch die Übernutzung von Bohrbrunnen und intensive Bewässerung in der Landwirtschaft verstärkt. Die Bohrbrunnen sichern Trinkwasser eigentlich nur für drei Monate im Jahr (Juli-September). In den übrigen Zeiten leben die Einheimischen nach einer Art «Wasserknappheitsprinzip», d.h. sie verbrauchen weniger Wasser, indem sie weniger Trinkwasser verwenden, sich weniger häufig waschen oder gar ganz aufs Baden verzichten. Dies wiederum erhöht die Gefahr von Krankheiten, die aufgrund mangelnder Hygiene entstehen. Die schwierige Wassersituation wird dadurch verschärft, dass ca. 15 Prozent aller Bohrbrunnen privates Gut sind, was die Nutzung für «Nicht-Privilegierte» verunmöglicht. Bei den öffentlichen Brunnen dagegen sind deren Instandhaltung und Verwaltung und damit das Nicht-Funktionieren der Brunnen das Problem. Nebst den Brunnen gibt es die öffentlichen Wasserreservoirs, die durch Regenwasser gespeist werden, Regierungsgut sind und in Zeiten der Wasserknappheit genutzt werden. Diese öffentlichen Wasserreservoirs werden jedoch oft an reiche Grossgrundbesitzer verpachtet, welche den Zugang während wasserknapper Monate auf ein Minimum für den privaten Nutzen reduzieren.

Sanitäre Infrastruktur und Hygiene: 70 Prozent aller Haushalte in der Projektregion haben keinen Zugang zu Latrinen; Alte, Behinderte und Kinder unter acht Jahren benutzen in der Regel keine Toiletten. In den Monaten, in denen das Wasser knapp ist, können die Toiletten wegen fehlendem Spülwasser überhaupt nicht benutzt werden.

Schulen / Gesundheitszentren / Märkte: Die meisten Schulen, Gesundheitszentren und Märkte im Projektgebiet haben nur limitierten oder gar keinen Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen. In den Schulen gibt es kein Wasser, um sich die Hände zu waschen; auch fehlt das Bewusstsein über die Notwendigkeit von Hygiene. Wenn die Kinder Wasser trinken wollen oder zur Toilette müssen, gehen sie oft nach Hause (und danach kommen sie oft nicht mehr zurück).

Bewässerung: Die Kleinbauernfamilien haben meist limitierten Zugang zu Bewässerungswasser. Die Bewässerung geschieht meist via Dieselpumpen, welche von Grossgrundbesitzern betrieben und an die Kleinbauern verpachtet werden. In der Pflanzsaison machen die Kosten für die Wasserbeschaffung mehr als 30 Prozent des Totalaufwandes aus.

Caritas-Engagement in der Vergangenheit: Caritas Schweiz hat in der Vergangenheit schon verschiedene Wasserprojekte in Bangladesch durchgeführt. Das gegenwärtige Projekt baut auf dem Wasserkonsortium-Projekt II (2014-2017) auf, welches erfolgreich abgeschlossen wurde.

 

Was tun wir?

Die erläuterte Wasser- und Hygienesituation führt zu einer dreisäuligen Interventionsstrategie:

1. Verbesserter Zugang zu WASH (Wasser, Sanitätsversorgung, Hygiene): Total soll für 62'389 Menschen im Projektgebiet sowohl Zuhause als auch in Schulen, auf Märkten und in Gesundheitszentren, ein gesicherter Zugang zu sauberem Trinkwasser, verbesserter Sanitätsversorgung und Hygiene gewährleistet werden. Dies soll durch ein integriertes Set an Massnahmen erreicht werden. So werden zum Beispiel Latrinen gebaut, repariert und unterhalten, Hygienekampagnen durchgeführt, und die Bevölkerung in für den Unterhalt verantwortliche Gruppen organisiert.

2. Verbesserter Zugang für Kleinbauernfamilien zu Bewässerungswasser: Total soll für über 900 Familien der nachhaltige Zugang zu billigem Wasser für die Bewässerung und die Tränkung von Vieh gewährleistet werden. Bauern werden in Methoden geschult, die mit der nachhaltigen Nutzung der beschränkten Wasserquellen einhergehen (z.B. Solarpumpen oder Tröpfchenbewässerungsmethode). Weiterhin werden sie in Gemüseanbaumethoden für den Eigengebrauch geschult, die eine ausgewogene Ernährung ermöglichen.

3. Grundlagen und Wissen: Alle involvierten Projektpartner inkl. Regierungsverantwortliche im Wassersektor sollen besser befähigt sein, gute Methoden und «Lessons learnt» auch landesweit zu replizieren, umzusetzen und zu koordinieren. Die Erfahrungen der Projektaktivitäten werden verwendet, um die Regierung zu beeinflussen.

 

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