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Bangladesch, Indien, Nepal, Sri Lanka, Bhutan

Wasserverschmutzung reduzieren

Südasien verfügt über einen grossen Reichtum an Wasserressourcen. Die zunehmende Verschmutzung des Wassers durch menschgemachte und natürliche Ursachen wird jedoch immer mehr zu einem Problem. Caritas Schweiz zeigt Ursachen und Konsequenzen der Wasserverschmutzung auf und führt mit den Menschen vor Ort Trainings und Schulungen durch. Sie identifiziert und testet Technologien, die die Wasserverschmutzung reduzieren. Zudem kümmert sie sich darum, dass die verschiedenen Länder und Akteure konfliktfähiger werden und auf dasselbe Ziel hinarbeiten. 

 

Land / Region / Ort
Südasien: Bangladesch, Indien, Nepal, Sri Lanka, Bhutan


Zielgruppe
Politische Entscheidungsträger und Akteure, die sich mit Wasserressourcen-Management auseinandersetzen; im weiteren Sinne die Bevölkerung, welche von besserer Ernährungssicherung und gesünderer Umwelt profitiert


Mittelbedarf
1'347'606 Franken


Projektdauer
01.10.2017 bis 31.03.2020 


Projektnummer
P170082


Projektziel
Durch die Förderung eines nachhaltigen Wasserressourcen-Managements trägt dieses Projekt langfristig zu einer nachhaltigen ökologischen Entwicklung in Südasien bei. Die Projektziele werden hauptsächlich durch Aktivitäten im Bereich Aktionsforschung erreicht, um bewährte Praktiken zu testen, Wissen zu gewinnen und zu konsolidieren sowie um die Politikgestaltung und -umsetzung zu beeinflussen.


Projektverantwortlicher
Nicola Malacarne, Tel: 041 419 22 46; nmalacarneto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien / Europa

 
 

Worum geht es?

Der Reichtum an Wasserressourcen in Südasien ermöglicht die Produktion von rund einem Drittel der weltweiten Nahrungsmittel der Region. Bangladesch, Indien, Nepal, Sri Lanka und Bhutan sind reich an Flüssen, Seen, Reservoirs, Teichen, Feuchtgebieten und an Grundwasser. Die zunehmende Verschmutzung des Wassers durch verschiedene von Menschen gemachte und natürliche Ursachen setzen die Region aber stark unter Druck. Sich weiter verschärfende zwischenstaatliche Konflikte bis hin zum völligen Kollaps des Wassersystems in Südasien sind denkbar. Südasien beheimatet nur einen Viertel der globalen Bevölkerung, jedoch zwei Fünftel der unter der Armutsgrenze Lebenden und einen Drittel der Unterernährten. Ein Grossteil lebt mit mangelnder Ernährungssicherheit und in Gebieten, die von immer extremeren Katastrophen, vor allem als Folge des Klimawandels, heimgesucht werden. Die Verschlechterung der Wasserqualität und -quantität übt grossen Druck auf die Lebensgrundlagen, das Klima und die Gesundheit der Bevölkerung aus.

Landwirtschaft, Tierhaltung, sowie weitere vom Land ausgehende Verschmutzung zählen zu den Hauptursachen der Wasserverschmutzung in Südasien, welche sich negativ auf das Klima, die Biodiversität, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung auswirkt. Trotz zunehmender Massnahmen gegen die Wasserverschmutzung hat sich die Situation bis anhin nicht verbessert. Dies liegt (1) am Versäumnis, eine systematische Aufarbeitung und Analyse durchzuführen. Weiterhin (2) sind die Kenntnisse und Fähigkeiten der Wasserverbraucherinnen und -verbraucher sowie der nationalen Akteure zu mangelhaft, um landgestützte Wasserverschmutzung zu verringern. Dies wird auch anhand der ineffektiven Massnahmen und der mangelnden Implementierung vorhandener Gesetze deutlich. (3) Trotz der hohen Anzahl an bewährten Methoden in unterschiedlichen Ländern (z.B. Integriertes Wasserressourcen-Management, kurz IWRM) werden vorhandenes Wissen, Fähigkeiten und Erfahrungen auf der regionalen Ebene zu wenig ausgetauscht. Ein weiteres Problem (4) ist die Abwesenheit gut funktionierender regionaler Kooperations-, Koordinations- und Kommunikationsmechanismen, um die Vernetzung zu stärken und eine regionale, multilaterale Wasserregulierung bzw. ein Wassermanagement zu erreichen. Die Karte zeigt die wichtigsten Flüsse in Südasien, zur Veranschaulichung der regionalen Verbindung zwischen Indien, Bangladesch, Nepal und Bhutan hinsichtlich Wasserverschmutzung. 

Die Karte zeigt die wichtigsten Flüsse in Südasien, zur Veranschaulichung der regionalen Verbindung zwischen Indien, Bangladesch, Nepal und Bhutan hinsichtlich Wasserverschmutzung. 

 

Was tun wir?

Um die genannten Herausforderungen anzugehen, verfolgt das Projekt folgende Ziele:

  1. Bestandsaufnahme nationaler Politiken und Strategien, welche die landwirtschaftliche, durch Tierhaltung herbeigeführte und weitere vom Land ausgehende Wasserverschmutzung zu lösen bzw. regulieren versuchen
  2. Stärkung der nationalen und regionalen Fähigkeiten, um vom Land ausgehender Wasserverschmutzung und deren Konsequenzen auf Umwelt, Biodiversität, Gesundheit und menschlicher Lebensgrundlage effektiv entgegenzuwirken
  3. Test und Austausch von wirkungsvollen Technologien und Praktiken, welche Wasserverschmutzung verringern sowie Verbesserung landwirtschaftlicher Produktivität und menschlicher Gesundheit durch Aktionsforschung
  4. Institutionalisierung eines regionalen Multi-Akteurs und multidisziplinärer Mechanismus zur Verbesserung der regionalen Vernetzung mit dem Ziel, die vom Land ausgehende Wasserverschmutzung zu verbessern

Durch die Förderung eines nachhaltigen Wasserressourcen-Managements trägt dieses Projekt langfristig zur Vertiefung wirtschaftlicher Kooperation in Südasien bei. Weiterhin wird die Verbindung von Wasser und Nahrungsmittelproduktion und -konsum mit einer nachhaltigen ökologischen Entwicklung in Südasien angestrebt. Die Projektziele werden hauptsächlich durch Aktivitäten im Bereich Aktionsforschung erreicht, um bewährte Praktiken zu testen und somit Wissen zu gewinnen und zu konsolidieren, sowie um die Politikgestaltung zu beeinflussen. So können nachhaltige und weitreichende Effekte erzielt werden.

Die Projektziele werden mit diesen Aktivitäten angestrebt:

  1. Identifikation von Lücken in der Gesetzgebung, Strategien und Massnahmen zur Reduktion der Wasserverschmutzung. Weiter sollen wirkungsvolle und replizierbare IWRM-Praktiken identifiziert werden. Die gesammelten und konsolidierten Informationen werden aufbereitet und anschliessend mit den Partnern und nationalen Akteuren geteilt.
  2. Die mangelnden Fähigkeiten der nationalen und regionalen Akteure, die sich mit Wasserverschmutzung auseinandersetzen, werden eruiert. Anschliessend sollen verschiedene Trainings und Schulungen, die Ursachen und Konsequenzen der Wasserverschmutzung aufzeigen, durchgeführt werden. Das Bewusstsein wird durch den Einbezug verschiedener Akteure aus unterschiedlichen Bereichen auf der regionalen und nationalen Ebene gefördert. Die Thematik wird in akademische Curricula integriert. Weiter wird das Wissen von Expertinnen und Experten sowie Politikerinnen und Politikern erweitert, indem sie an regionalen Konferenzen teilnehmen. An den Konferenzen sollen die Verbindungen zwischen Wasser, Energie und Landwirtschaft / Ernährungsproduktion thematisiert werden.
  3. Nach der Identifikation unterschiedlicher Technologien, welche die Wasserverschmutzung wirkungsvoll reduzieren könnten, werden diese praktisch getestet. Die nationalen Fähigkeiten hinsichtlich des Mechanismus Payment for Watershed Services (kurz PWS) werden erweitert, nachdem diese Methode getestet wurde. Es sollen ganz gezielt Regierungsvertreter weitergebildet werden, damit sie effektive Massnahmen zur Reduktion der landbasierten Wasserverschmutzung ergreifen.
  4. Regionale Lücken und gemeinsame Gefahren werden identifiziert und dokumentiert, die potenzielle Konfliktquellen zwischen den Ländern und Akteuren darstellen. Weiterhin werden die Hemmnisse eruiert, welche der Kooperation zur Sicherung gemeinsamer Gewässer im Wege stehen. Die Bildung einer regionalen Multi-Akteur-Plattform zur Vernetzung technischer und politischer Akteure wird in die Tat umgesetzt.
 

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