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Äthiopien

Wissensmanagement stärkt lokale Bevölkerung und sichert den Betrieb des Assabol-Staudamms

Zusammen mit der Bevölkerung hat die Caritas den Assabol-Staudamm in Tigray gebaut. Dank des Damms können Familien in Tigray ihre Felder besser bewässern und mehr ernten. Nun vermittelt die Caritas den Menschen die nötigen Fähigkeiten, damit die Nutzerinnen und Nutzer und das lokale Wasserversorgungsamt das komplexe System des Damms selbst langfristig instandhalten und verbessern können.

 

Land / Region / Ort
Äthiopien, Tigray, Irob-Distrikt


Zielgruppe
Direkt profitieren die Nutzungsgruppen (1’085 Personen, 217 Haushalte) des Assabol-Dammes und die lokale Wasserversorgungsbehörde. Indirekt begünstigt sind 11'362 Personen, die in der Nähe des Dammes leben und das gestaute Wasser nutzen.


Mittelbedarf
256'598 Franken


Projektdauer
01.03.2018 bis 31.07.2019


Projektnummer
P180043


Projektziel
Die Fähigkeiten hinsichtlich Betrieb und Wartung des Assabol-Damms werden gefestigt und die Verantwortung für Betrieb und Wartung wird vollständig von den zuständigen Akteuren übernommen.


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27, ngrossennot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Äthiopien ist eines der flächen- und bevölkerungsmässig grössten Länder der Welt. Die Bevölkerung in der Region Tigray im Norden Äthiopiens lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft, die jedoch oft nur knapp den Eigenbedarf der Familien zu decken vermag. Die bebauten Landflächen sind klein und der Boden ist ausgelaugt. Der Regen in der Region fällt nur spärlich und unzuverlässig. Das Resultat: die Produktivität in der Region ist ausgesprochen tief. Zudem herrscht häufig Dürre, was zu Missernten führt und einen grossen Teil der Bevölkerung abhängig von Regierungsinterventionen und externen Hilfen macht.

Der Irob-Distrikt im Nordosten Tigrays war ursprünglich dicht bewaldet, hat heute jedoch nur noch einen spärlichen Baumbestand. Die Abholzung der vergangenen 40 Jahre führte dazu, dass Irob heute mit hoher Bodenerosion kämpft, die den Wassermangel der Region verschlimmert. Nur während den Sommerregen von Juni bis August sind die kahlen Hänge der felsigen Halbwüste mit einem Anflug von Grün überzogen. Ansonsten ist das verfügbare Trink- und Gebrauchswasser äusserst knapp.

Zur Verbesserung der Bewässerungswirtschaft in Tigray begann Caritas Schweiz 1995 mit dem Bau des Assabol-Staudammes in der Nähe von Dawhan, der Distrikthauptstadt Irobs. Das Projekt wurde vor Ort durch die lokale Caritas in Adigrat umgesetzt. Der Damm weist eine Höhe von 43 Metern auf und staut den Assabol-Fluss im Haupttal an der engsten Stelle. Dank des Staudammes konnten seit Oktober 2006 im Projektgebiet zum ersten Mal Wasser im grossen Stil gespeichert und über 30 Hektar Land bewässert werden. Aus einer vormals brachen Fläche wurde hiermit fruchtbares, grünes Land. Ursprünglich war das gestaute Wasser allein für Bewässerungslandwirtschaft vorgesehen. 2015 begann das regionale Wasserbüro mit dem Bau einer Wasseraufbereitungsanlage, die mit Wasser aus dem Staubecken gespeist wird. Durch ein zugehöriges Verteilungsnetzwerk werden hiervon circa 13‘000 Einwohnerinnen und Einwohner aus Dawhan und den angrenzenden Dörfern von einer Trinkwasseranlage profitieren können.

Der fertiggestellte Damm wurde im Jahr 2012 an die Vereinigung der Assabol-Wassernutzer (Assabol Water Users Association, AWUA) übergeben. Bis 2017 wurden weitere Verbesserungs- und Wartungsarbeiten von Caritas Schweiz und Caritas Adigrat durchgeführt. Mit dem Ende des letzten Projektes im März 2017 wurde deutlich, dass die lokale Nutzungsgruppen noch nicht die Kapazitäten haben, ohne externe Unterstützung das komplexe System des Assabol-Staudamms selber zu managen und zu warten. Dabei hat die Regionalregierung in Tigray grosses Interesse an einer nachhaltigen Verwaltung des Staudamm-Systems.

 

Was tun wir?

Ziel des Projektes ist es die Betriebs-, Wartungs- sowie Verwaltungs-Fähigkeiten der Nutzungsgruppen sowie des lokalen Wasserversorgungsamts in Dawhan zu stärken. Die Nutzungsgruppen und Mitarbeitenden des Wasserversorgungsamtes sollen am Ende des Projektes in der Lage sein, die Verantwortung über den Assabol-Staudamm komplett zu übernehmen. Des Weiteren sollen die Wasser- und Bodenerhaltungsmassnahmen im Einzugsgebiet des Staudammes verbessert werden. Das Projekt konsolidiert damit die Ergebnisse der vorherigen Phasen. Das bereits erwähnte lokale Wasserversorgungsamt wurde von der Regionalregierung Tigrays zur Verwaltung des komplexen Staudamm-Systems neu eröffnet. Im Laufe dieses Projektes soll seitens der Regierung sichergestellt werden, dass alle Mitarbeitenden des Büros über klare Verantwortungsbereiche verfügen und das Büro auch langfristig genügend Ressourcen besitzt. Caritas Schweiz wird das Wasserversorgungsamt beim Aufbau eines Wissensmanagementsystems unterstützen.

Für die Nutzerinnen und Nutzer des Staudammes ist es vor allem wichtig, dass sie mit der Funktionsweise des Staudammes vertraut sind. Gerade in der Regenzeit kann diese zu Herausforderungen führen. Damit das Wissen und die Erfahrungen der Nutzerinnen und Nutzer gesammelt werden, werden im Laufe des Projektes zwei Workshops mit ausgewählten Gemeindemitgliedern sowie Vertreterinnen und Vertretern der lokalen Regierung organisiert.

Die Lernerfahrungen, welche in dem Workshop gesammelt wurden, werden in die Erarbeitung eines Sicherheits- und Risiko-Management-Plans mit einbezogen. Dieser wird unter Führung des lokalen Wasserversorgungsamts und in Zusammenarbeit mit den relevanten Regierungsbehörden und der Unterstützung von Caritas Schweiz erstellt. Die Treffen zur Erstellung des Sicherheitsplans werden mit praktischen Trainings der Mitarbeitenden des lokalen Wasserversorgungsamts ergänzt. Hierzu gehören beispielsweise Übungen wie das Fluten des Wasserreservoirs, um das Staudamm-System von kleinteiligen Ablagerungen zu befreien und Verstopfungen zu verhindern.

Eine notwendige Ausrüstung ist ein weiterer Bestandteil, um die Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer sowie die Funktionswiese des Dammes zu gewährleisten. Im Rahmen des Projektes werden hierzu voraussichtlich Werkzeuge für den professionellen Betrieb und Wartung des Staudammes, ein Rettungsboot, eine Reserve- und eine solarangetriebene Pumpe angeschafft. Zur Wartung der bestehenden und neuen Ausrüstung werden die Mitarbeitenden des Wasserversorgungsamtes in Trainings befähigt, um zukünftig die Instandhaltung der Ausrüstung und Reparaturen fachkennerisch zu übernehmen. Die Regierung von Tigray wird das Projekt zudem im Bereich Naturressourcenmanagement unterstützen, indem sie kleine, lose Steindämme erbaut.

Des Weiteren werden zwei grössere Dämme als Verbauungen errichtet. Die Kosten hierfür werden zur einen Hälfte von der Regionalregierung und zur anderen Hälfte von Caritas Schweiz getragen. Caritas Schweiz überprüft zudem den Bauplan. Die zusätzlichen Dämme sollen das Einzugsgebiet des Assabol-Staudamms vor Sedimentablagerungen schützen.

Des Weiteren organisiert Caritas Schweiz Austauschtreffen zur nachhaltigen Verwaltung des Damm-Einzugsgebiets. Lokale Gemeindemitglieder und Regierungsmitarbeitende sollen hier besprechen, wie das Land im Einzugsgebiet und das Wasserreservoir genutzt werden können. Im Ergebnis soll ein Plan zum langfristigen Boden und Wasserschutz im Einzugsgebiet entwickelt werden.

 

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