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Äthiopien

Hygiene und sauberes Wasser verbessern die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern

Seit einiger Zeit investiert Äthiopien viel in die Schulbildung, so dass heute viele junge Menschen die Schule besuchen können. Die Infrastruktur der Gebäude lässt jedoch häufig zu wünschen übrig. Die Caritas installiert in ausgewählten Schulen sanitäre Anlagen und sorgt für eine grundlegende Wasserinfrastruktur. Zudem vermittelt sie den Schülerinnen und Schülern auf spielerische Art und Weise Hygienegrundlagen. So können sich Krankheiten wie Trachom-Infektionen, die oft zur Erblindung führen, weniger gut ausbreiten.

 

Land / Region / Ort
Äthiopien, Region Oromia (Ost-Hararghe-Zone)


Zielgruppe
Direkt Begünstigte: 92’300 Schüler und Schülerinnen
Indirekt Begünstigte: 560’000 Mitglieder der Gemeinden in der Projektregion


Mittelbedarf
Rund 524'000 pro Jahr


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer
P170069


Projektziel
Flächendeckende Hygieneschulungen und der Zugang zu sauberem Wasser und sanitärer Infrastruktur an Schulen in der Zone Ost-Hararghe verbessert die Gesundheitssituation der 92’300 Schülerinnen und Schüler nachhaltig.


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27; ngrossento make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Seit einigen Jahren und insbesondere seit der Verabschiedung der Millenniumsziele der Vereinten Nationen investiert Äthiopien in grossem Masse in Schulbildung. In den letzten 15 Jahren haben sich die Ausgaben für Bildung von 8,2 auf 23,6 Prozent des Staatsbudgets gesteigert. Dank dieser Entwicklungen weist Äthiopien heute eine sehr hohe Einschulungsrate auf. Grosses Verbesserungspotenzial besteht jedoch bei der Infrastruktur der Schulgebäude. Viele Schulen verfügen nicht über genügenden Zugang zu sauberem Wasser oder sanitäre Anlagen. Zudem fehlt es den Schülerinnen und Schülern an Wissen über elementares Hygieneverhalten, welches insbesondere für die Vorbeugung von Krankheiten von Bedeutung ist. Neben Durchfallerkrankungen löst unsauberes Wasser auch eine Trachom-Infektion aus, eine spezifische Form der Bindehautentzündung und eine der Hauptursachen für infektionsbedingte Blindheit. Vom Trachom sind in Äthiopien rund 40 Prozent aller Kinder zwischen einem und neun Jahren betroffen. Die Verbesserung der Wasser- und Hygienesituation ist essenziell zur Bekämpfung der Krankheit. Sie ist auch Teil des im Jahre 2012 von der äthiopischen Regierung beschlossenen Aktionsplanes zur Bekämpfung von Trachom-Infektionen.

Eine verbesserte Hygienesituation kann am besten über eine Kombination von verbesserter Infrastruktur und Hygieneschulungen erreicht werden. Die Veränderung von Gewohnheiten ist jedoch keine leichte Aufgabe und erfordert Zeit und eine langfristig ausgerichtete Herangehensweise. Am besten werden bereits Kinder auf Verhaltensänderungen geschult. Die Kinder verbreiten das Gelernte weiter an ihre Familien und Dorfgemeinschaften, womit ein mehrfaches der direkt angesprochenen Begünstigten erreicht werden kann.

Im vorliegenden Projekt kommt der Ansatz «Children’s Hygiene and Sanitation Training» (CHAST) zur Anwendung. Caritas Schweiz hat den CHAST-Ansatz auf der Basis bestehender Trainings und Herangehensweisen zum besseren Hygieneverständnis entwickelt und seither stetig nach den neuesten Erkenntnissen angepasst und weiterentwickelt. Der CHAST-Ansatz ist spezifisch auf Schulen und Kinder zwischen fünf und fünfzehn Jahren ausgerichtet und beinhaltet spielerische und interaktive Elemente, durch die das Hygienewissen der Schüler und Schülerinnen gefördert und nachhaltig verankert wird. Der CHAST-Ansatz fördert zudem offene Diskussionen unter Schülerinnen und Schülern sowie Lehrenden und Lernenden zu diesen spezifischen Themen. Das dazugehörige CHAST-Manual und -Toolkit wurden bereits im Rahmen früherer Projekte in die äthiopischen Lokalsprachen, unter anderem Oromiffa, übersetzt. Der CHAST-Ansatz ist zudem eine der offiziell vom äthiopischen Bildungsministerium anerkannten Herangehensweisen zur verbesserten Hygieneschulung der Bevölkerung.

 

Was tun wir?

Das vorliegende Projekt hat zum Ziel, mittels flächendeckenden Hygieneschulungen und dem Zugang zu sauberem Wasser und sanitärer Infrastruktur an den Schulen in der Zone Ost-Hararghe in der Region Oromia die Gesundheitssituation der Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu verbessern und somit die Verbreitung von Trachom-Infektionen zu bekämpfen. Das Projekt wird von Caritas Schweiz gemeinsam mit dem langjährigen Partner Caritas Harar (HCS) in 18 von 19 Woredas (administrativen Distrikten) in der Ost-Hararghe-Zone umgesetzt. Mit dem Projekt sollen etwa acht bis neun Schulen pro Woreda und insgesamt 160 Primarschulen mit zirka 92’300 Schülern und Schülerinnen als direkte Begünstigte erreicht werden. Zudem werden 400 Lehrerinnen und Lehrer und lokale Gesundheitsbeauftragte in der Vermittlung des CHAST-Ansatzes ausgebildet. Durch die Weitervermittlung des erlernten Wissens werden insgesamt ungefähr 560’000 Bewohnerinnen und Bewohner der in der Projektregion liegenden Gemeinden indirekt von den Massnahmen profitieren.

 

Das Projekt umfasst die folgenden Aktivitäten: Die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der 160 ausgewählten Primarschulen werden mittels des CHAST-Ansatzes in einer verbesserten Hygienepraxis geschult. Um die Nachhaltigkeit dieser Massnahme sicherzustellen, werden ab Projektbeginn neben den Lehrern und Lehrerinnen auch rund 240 Gesundheitsbeauftragte der Gemeinden in der CHAST-Methode geschult. Durch Weiterbildungen und regelmässiges Monitoring wird sichergestellt, dass deren Wissen auf dem neuesten Stand bleibt und diese die Schulungen auf angemessene Art und Weise umsetzen. Die Aktivitäten zum verbesserten Umgang mit Hygiene werden dadurch auch nach Projektende weitergeführt werden können.

Für eine effektive und nachhaltige Anwendung des CHAST-Ansatzes ist es notwendig, dass die Schulen über eine grundlegende Wasserinfrastruktur und sanitäre Anlagen verfügen, ohne die viele der vermittelten Hygieneaspekte nicht umgesetzt werden können. Zu Beginn des Projekts wird deshalb ein umfassendes Assessment über die vorhandene Infrastruktur für Wasser und die sanitäre Grundversorgung an den für die Projektumsetzung anvisierten Schulen durchgeführt. Nach der Bestandsaufnahme werden an ca. 17 ausgewählten Schulen, welche bisher erst eine ungenügende oder noch keine sanitäre Infrastruktur aufweisen, Verbesserungen oder der Bau von Toilettenblocks und Wasseranlagen vorgenommen. Wichtig sind insbesondere die nach Geschlechtern getrennten Toiletten sowie die Installation von Einrichtungen zum Waschen der Hände. Die vorhandene Infrastruktur wird in die Vermittlung des CHAST-Ansatzes eingebunden, direkt erklärt und diskutiert. Im Rahmen der Schulungen wird der Zusammenhang zwischen einer guten Hygienepraxis und der Verbreitung von Krankheiten im Zentrum stehen. Somit tragen die Aktivitäten nicht nur zur Bekämpfung von Trachom-Infektionen bei, sondern gehen auch die generelle Verbreitung von Krankheiten an.

Des Weiteren wird das Blue-School-Konzept an drei ausgewählten Schulen umgesetzt werden, um die WASH-Aktivitäten zu vervollständigen. Der Blue-School-Ansatz beinhaltet zusätzlich zu den oben genannten Hygienethemen Schulungen für einen effizienten und nachhaltigen Umgang mit Wasser für die Bewässerung von landwirtschaftlichem Anbau, sowie über den Umgang mit Land. Zudem wird in den drei Schulen ein Gemüsegarten angelegt, welcher einerseits die Ernährungssicherheit verbessern und andererseits die Kinder für eine ausgewogene Ernährung sensibilisieren soll. 

 

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