Somaliland

Schutz für Frauen und Mädchen, die sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt überlebt haben

In Somaliland ist sexuelle und geschlechterspezifische Gewalt weit verbreitet. Die meisten Fälle von Beschneidungen, Mädchenheirat oder häuslicher Gewalt werden jedoch nicht zur Anzeige gebracht, da sich die Betroffenen schämen und häufig selbst für ihr Leid zur Verantwortung gezogen werden. In diesem Projekt wird Überlebenden durch drei Frauenhäuser ein sicherer Rückzugsort geboten. Dort erhalten sie medizinische Erstversorgung, Unterkunft mit Verpflegung sowie psychotherapeutische Beratung. Die Frauen können Lesen und Schreiben lernen, oder sich handwerklich weiterbilden und damit ein Stück Eigenständigkeit erlangen.

 

Land / Region / Ort
Somaliland: Hargeisa, Burco, Borama


Zielgruppe
Frauen und Mädchen, die Opfer von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt wurden (6‘300 direkt Begünstigte)


Mittelbedarf
Rund 177‘700 Schweizer Franken pro Jahr


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Projektnummer
P190030


Projektziel
Frauen und Mädchen die Opfer von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt wurden haben Zugang zu geschützten Unterkünften sowie zu medizinischen und rechtlichen Hilfsangeboten.


Projektverantwortliche
Stefanie Enssle, Tel: 041 419 22 35, sensslenot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist das Leben der Menschen in Somaliland geprägt von Vertreibung, kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem benachbarten Somalia sowie von wiederkehrenden Dürren und anderen Naturkatastrophen. Trotz der anhaltenden Krise, in der sich Somaliland befindet, hat das Interesse der Medien und der Internationalen Gemeinschaft abgenommen. Es sind insbesondere Frauen und Mädchen, die in Somaliland eine ungleich schwerere Last zu tragen haben, da sozio-kulturelle Normen ihre Rolle und ihren Status stark einschränken. Weiterhin sind ein Grossteil der Frauen und Mädchen sexueller und geschlechterspezifischer Gewalt (Sexual and Gender-based Violence, SGBV) wie Beschneidung, Mädchenheirat oder häusliche Gewalt ausgesetzt. 

Ein Grossteil der Überlebenden von SGBV sehen sich gesellschaftlich stark marginalisiert und geschwächt von körperlichen Leiden, wie beispielsweise chronischen Schmerzen, Depressionen sowie schweren und akuten Verletzungen. So werden zum Beispiel aus Angst vor Ausgrenzung viele Vergewaltigungsopfer daran gehindert, zu ihren Familien zurückzukehren. Sie müssen sich alternative Einkommensmöglichkeiten suchen und haben aufgrund der Stigmatisierung später auch keine Aussicht auf Heirat und die Gründung einer eigenen Familie. Die meisten Vergehen und Übergriffe bleiben ungeahndet, da sich die Frauen und Mädchen schämen und nicht selten selbst für ihr Leid zur Verantwortung gezogen werden. 

Um Frauen und Mädchen, die sexueller und geschlechterspezifischer Gewalt ausgesetzt waren, dabei zu unterstützen, diese Herausforderungen zu bewältigen, möchte das Projekt sowohl präventive als auch kurative Massnahmen anbieten. Diese sollen ihre Lebenssituation nachhaltig verbessern und ihnen ein Leben in Würde ermöglichen. Caritas Schweiz kooperiert in diesem Projekt mit dem lokalen Umsetzungspartner WAAPO (Women's Action Advocacy Progress Organisation). WAAPO ist die einzige lokale Nichtregierungsorganisation, welche umfassende Schutzmassnahmen für SGBV-Überlebende anbietet.

 

Was tun wir?

Einerseits richtet sich das Projekt an SGBV-Überlebende mit dem Ziel, über Frauenhäuser in Hargeisa, Burco und Borama einen sicheren Rückzugsraum anbieten zu können. In den Frauenhäusern stehen umfassende Services bereit wie medizinische Erstversorgung, eine würdevolle Unterkunft mit Verpflegung sowie psycho­therapeutische Beratungsangebote. Ausserdem können die Frauen Lesen und Schreiben lernen, oder sich handwerklich weiterbilden und damit auch ein Stück Eigenständigkeit erlangen.

Andererseits sollen darüber hinaus traditionelle Unterstützungssysteme wie Clans angesprochen werden, sodass zukünftig weitere Gewalttaten und Übergriffe an Frauen und Mädchen vermieden werden können. Auch Regierungseinheiten wie Repräsentanten des Ministeriums für Soziales oder die Polizei sollen weitergebildet werden: Dazu zählen Aufklärungskampagnen zu SGBV, Trainings im Umgang mit SGBV-Überlebenden für Polizisten sowie Möglichkeiten der Prävention. 

Weiterhin richtet sich das Projekt an Studentinnen, um bei ihnen ein Bewusstsein für SGBV und Frauenrechte zu etablieren. In Diskussionsrunden sollen Studentinnen darin bestärkt werden, sämtliche Formen von SGBV erkennen und bekämpfen zu können, sodass sie zukünftig als Vorbilder im privaten und politischen Raum agieren können. Insgesamt erreicht das Projekt mehr als 6'000 direkt Begünstigte und etwa 20'000 indirekt Begünstigte. 

Sexuelle und geschlechter­spezifische Gewalt in Somaliland ist weit verbreitet, auch wenn die meisten Fälle nicht zur Anzeige gebracht werden. Aktuell muss WAAPO monatlich im Durchschnitt 15 Frauen abweisen, da die drei Frauenhäuser ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben. Caritas Schweiz möchte vor diesem Hintergrund eine langfristige Partnerschaft mit WAAPO eingehen, um die Schutzangebote für SGBV Überlebende ausweiten zu können, und um WAAPO als lokalen first responder in seiner Arbeit zu unterstützen. 

 

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