Burkina Faso, Mali, Niger

Nothilfe für Migrierende im Sahel

Die traditionell hohe Migration im westlichen Sahelgebiet ist zentral für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Schleuser, Menschenhändler und bewaffnete Gruppen machen die Migration auf den bekannten Routen zwischen West- und Nordafrika jedoch zu einem gefährlichen Unternehmen, besonders für Frauen und Kinder. Dieses Projekt verbessert den Schutz dieser Migrierenden und stärkt ihre Rechte. 

 

Land / Region / Ort
Burkina Faso, Mali und Niger


Zielgruppe
16 235 Migrierende, besonders Frauen und Minderjährige, sowie 3599 Personen im Umfeld der Migrierenden (direkt Begünstigte). Insgesamt 108 000 Personen (direkt und indirekt durch Informationskampagnen).


Mittelbedarf
7'553'801 Schweizer Franken


Projektdauer
15.01.2020 bis 14.01.2023


Projektnummer
P200042


Projektziel
Besserer Schutz von Migrierenden auf den Sahelrouten, Sicherstellung ihrer Grundbedürfnisse sowie Stärkung ihrer Rechte durch direkte Unterstützung und Förderung der lokal etablierten Akteure, die sich um Migranten kümmern.


Projektverantwortlicher
Manuel Gautschi, Tel: 041 419 22 67; mgautschinot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Wirtschaftliche Unsicherheit, ein geringes Ausbildungsniveau, fehlende berufliche Perspektiven sowie politische Instabilität sind die Hauptgründe für die traditionelle Migration im westlichen Sahelgebiet. Die Mehrheit der Migrierenden befindet sich auf einem zirkulären Migrationspfad zwischen den verschiedenen Ländern der Sahelzone und Nordafrika. Diese regionalen Migrationsströme spielen eine wesentliche Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung der Sahelzone und tragen aktiv zur Armutsbekämpfung und zum Prozess der regionalen Integration bei. Die aktuell zunehmende Unsicherheit resultierte zwar in einem Rückgang der zirkulären Migration. Dafür versuchen immer mehr Menschen, das Mittelmeer nach Süditalien oder Spanien zu überqueren, um dort Arbeit zu finden. 

Schleuser, Menschenhändler und bewaffnete Gruppen machen die Migration auf den bekannten Routen zwischen Westafrika und Nordafrika zu einem gefährlichen Unternehmen, besonders für Frauen und Kinder. Viele Migranten und Migrantinnen sind nicht auf die Gefahr und Härte der Lebensbedingungen auf den Migrationsrouten vorbereitet, geraten in Armut oder werden Opfer von Gewalt. Die Migrantinnen und Migranten haben zudem während ihrer Reise sowie am Bestimmungsort oder auf der Durchreise oft keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen, sicheren Unterkünften, Verpflegung oder Schulen. Zu den Risiken für Kinder und Frauen gehört auch, von ihren Familien getrennt und allein gelassen zu werden, was zu sexuellem, physischem und psychologischem Missbrauch führen kann.

Gemäss dem UNHCR lebten in Mali, Burkina Faso, Mauretanien, Niger und Tschad 2017 rund 700'000 Flüchtlinge und 270'000 intern Vertriebene. Diese fünf Sahel-Staaten stellen Transitländer dar, wobei die Situation regional sehr unterschiedlich ist. Mali weist aufgrund seiner schwachen ökonomischen Entwicklung, der starken Unsicherheit und mangelnden Perspektiven eine hohe Abwanderung auf. Burkina Faso ist ebenfalls ein typisches Auswanderungsland, nimmt aber seit der Krise im Nachbarland Mali 2012 selber viele Flüchtlinge auf. Aufgrund der regional stark variierenden landwirtschaftlichen Einkommensmöglichkeiten sowie dem Bergbau ist zudem die interne Migration in Burkina Faso gross. Niger ist wie Mauretanien ein bedeutendes Transitland und stellt eine wichtige Verbindungsachse nach Libyen dar. Niger repräsentiert das wichtigste Transitland für die Migration nach Nordafrika. Aufgrund des ökonomischen Wachstums hat das Land zuletzt ausserdem auch als Zielland an Attraktivität gewonnen.

Um den Schutz von Migrierenden und Flüchtlingen zu verbessern und ihre Rechte zu stärken, einigten sich die Europäische Union und mehrere afrikanische Staaten im November 2015 auf den Aktionsplan von Valletta. Dieser setzt bei den Grundursachen der Migration an, wobei der Schwerpunkt des Aktionsplans auf der Grundversorgung (Bildung, Gesundheit und Ernährung), der Nahrungsmittelhilfe, dem Wohnungsbau, sowie bei Wasserversorgung und Abfallentsorgung liegt. Daran orientiert sich auch das Projekt von Caritas Schweiz.

Caritas Schweiz engagiert sich seit vielen Jahren im Sahel, besonders in Mali und Tschad. Nachdem sie in den 70er-Jahren vorwiegend im humanitären Bereich gearbeitet hatte, engagierte sie sich später und bis heute vor allem in der Entwicklungszusammenarbeit. Das aktuelle Projekt profitiert von Erfahrungen, die Caritas Schweiz in den beiden Ländern in den letzten Jahren im Zusammenhang mit lokalen Partnern und anderen ähnlichen Projekten in den Bereichen Migration, Ernährungssicherheit und Berufsbildung sowie Klima gemacht hat.

 

Was tun wir?

Die Einführung von Schengen-Visa markierte 1993 den Beginn eines stärkeren Engagements für den Schutz von Migranten und Migrantinnen. Während sich zunächst mit der katholischen Kirche verbundene Einzelpersonen und Freiwilligenorganisationen für Migrierende einsetzten, wurden nach 2005 und der erhöhten Medienpräsenz immer mehr NGOs und internationale Organisationen aktiv. In den letzten Jahren haben vermehrt auch nationale afrikanische Organisationen und Regierungen Massnahmen ergriffen. Die meisten entlang der Migrationsrouten tätigen zivilgesellschaftlichen Organisationen kennen zwar die Regionen sowie die Situation der Migranten, sind jedoch klein und strukturell schwach.

Hier setzt dieses Projekt an und verfolgt das Ziel, durch direkte Unterstützung und die Förderung der lokal etablierten (institutionellen) Akteure, die sich um Migrantinnen und Migranten kümmern, diesen auf den Migrationsrouten der Transitländer im westlichen Sahel einen besseren Schutz zu bieten, ihre Grundbedürfnisse sicherzustellen sowie ihre Rechte zu stärken. Bereits bestehende Dienstleistungen für Migrierende werden analysiert und vor Ort aktive Organisationen integriert, die Bedürfnisse der Zielgruppen identifiziert sowie spezifische Analysen zur Rolle der Frauen sowie potenziellen Konflikten durchgeführt.

Durch die Sicherstellung der Unterstützung und den Schutz der Migrantinnen und Migranten sowie deren Zugang zu Grundversorgung und die Unterstützung der lokalen institutionellen Akteure wird eine bessere Verwaltung erreicht. Das Projekt spricht entsprechend nicht nur migrierende Frauen, Jugendliche und Kinder an, sondern auch jene Menschen, die sich in irgendeiner Form um diese Zielgruppen kümmern oder mit ihnen auf andere Art in Verbindung stehen. Dazu zählen etwa die lokale Polizei, Chauffeure, Unterstützungskomitees und Vereinigungen, die bereits erwähnte Zivilgesellschaft, Regierungsorganisationen sowie die einheimische Bevölkerung, um mögliche Spannungen zwischen den Gesellschaftsgruppen zu verhindern oder abzubauen. 

Das Projekt sieht verschiedene Aktivitäten vor, zum Beispiel die direkte Unterstützung durch Geld für den Erwerb von Nahrungsmitteln, die Verteilung von Medikamenten und den Bau einfacher Unterkünfte. Dazu werden grundlegende Dienstleistungen für Wasser, Entsorgung und Gesundheit je nach Situation aufgebaut oder verbessert. Das Projekt sieht weiter die psychosoziale Begleitung von Migrierenden (Opfer von Gewalt) vor, deren Vernetzung mit spezialisierten Organisationen vor Ort, die Identifizierung und Stärkung von Unterstützungsgruppen, die sich für den Schutz von Migranten einsetzen, die technische Weiterbildung von Dienstleistern sowie die Stärkung und Vernetzung der Zivilgesellschaft  und den Aufbau von Migrationsplattformen für einen intensiveren Austausch von NGOs und Regierungsorganisationen auf nationaler und regionaler Ebene oder die Erstellung von Migrationsprofilen zur besseren Beobachtung der Migrationsrouten.

 

This document has been produced with the financial assistance of the European Union. The contents of this document are the sole responsibility of Caritas Switzerland and can under no circumstances be regarded as reflecting the position of the European Union.

 

 

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