Brasilien: Projekt P210049

Schutz und Prävention von Covid-19 in Nordbrasilien

 
 

Kontext und Problemstellung

Die sozio-politischen und wirtschaftlichen Unruhen in Venezuela haben sich mit einer Lebensmittel- und Medikamentenversorgungskrise, dem Zusammenbruch des öffentlichen Dienstes, steigender Gewalt und Arbeitslosigkeit zunehmend verschärft. Diese Situation hat die grösste Migrationskrise in der jüngeren Geschichte Lateinamerikas ausgelöst und zu einem deutlichen Anstieg von Asylanträgen und Migration in der Region geführt. Bis Juni 2021 sind schätzungsweise 5,6 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner aus ihrem Land geflohen. Aufgrund der Covid-19-Pandemie haben sich die Ernährungsunsicherheit und der Einkommensverlust deutlich verschlimmert, und es wird erwartet, dass die Migrationsströme in die Nachbarländer, wie z. B. Brasilien, weiter zunehmen werden.

Seit 2017 sind über 609 000 Venezolanerinnen und Venezolaner nach Brasilien eingereist, hauptsächlich über den Bundesstaat Roraima, der zu den ärmsten Bundesstaaten gehört und durch den Amazonas-Regenwald isoliert ist. Die nordbrasilianische Amazonasregion ist strukturell schwach, öffentliche Dienstleistungen wie Gesundheit, Bildung und Soziales von schlechter Qualität und schwer zugängig. Die Region bietet nur wenige wirtschaftliche Möglichkeiten. Dies führt zu einer erhöhten Anfälligkeit der Bevölkerung für sozioökonomische Schocks.

Viele Migrantinnen und Migranten bleiben von den staatlichen Massnahmen unberücksichtigt. Die Hauptbedürfnisse sind Dokumente, Unterkunft, Unterstützung für Nahrung und Bildung. Viele derjenigen, die in der Grenzstadt keine Perspektive haben, wandern in andere Gemeinden im abgelegenen ländlichen Grenzgebiet ab, um auf Höfen oder in informellen Jobs zu arbeiten, oft unter gefährlichen Arbeitsbedingungen. 

 

Unsere Ziele

Das Ziel dieses Projekts ist es, die nördliche brasilianische Amazonasregion, speziell die drei Bundesstaaten Roraima, Rondonia und Amazonas, bei der Reaktion auf die Corona-Pandemie zu unterstützen. Flüchtlinge und Migrant/innen, indigene Völker und gefährdete Aufnahmegemeinschaften in Nordbrasilien sollen vor Covid-19 geschützt, die Prävention verbessert sowie die Resilienz gestärkt der Menschen gestärkt werden. Dafür stellt das Projekt humanitäre Hilfe und effektive Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von Covid-19 bereit.

 

Unsere Wirkung

Das Projekt lindert die Auswirkungen des sozioökonomischen Schocks auf gefährdete und marginalisierte Bevölkerungsgruppen und stärkt gleichzeitig den Schutz und die Prävention von Covid-19. Es bietet Mehrzweck-Bargeld und Hygienematerialien, einschliesslich Artikel zum Schutz vor dem Coronavirus. Die Bargeldhilfe fördert die Widerstandsfähigkeit, den Schutz und die Eigenständigkeit der betroffenen Bevölkerung, während die Verteilung von Hygienematerial und Informationen eine gesunde Umwelt begünstigt.

Umgesetzt wird das Projekt mit der Partnerorganisation Serviço Pastoral dos Migrantes (SPM). SPM ist eine zivilgesellschaftliche Vereinigung, die seit ihrer Gründung mit Asylsuchenden, Flüchtlingen und Migrantinnen und Migranten arbeitet und sich durch ihr landesweites Netzwerk in Brasilien auf die Bereitstellung von Unterkünften, die Förderung von Rechten und rechtliche Unterstützung sowie die Schaffung von Einkommen für Flüchtlinge und gefährdete Migrantinnen und Migranten konzentriert.

Das Projekt baut auf laufenden Projekten von Caritas Schweiz auf, nämlich einem umfassenderen Projekt zur Förderung von Covid-19-Prävention und Resilienz. Es wird dazu beitragen, Synergien zu schaffen, lokale Netzwerke zu stärken sowie Kostenvorteile und verbesserte Koordinierungsbemühungen zu gewährleisten.

 

Themen und Ansätze

Durch die Bereitstellung von Mehrzweck-Bargeldhilfe sowie Hygiene- und Biosicherheitsmaterialien trägt dieses Projekt zur Unterstützung der Grundversorgung bei. Es ist im Themenfeld Migration und humanitäre Hilfe angesiedelt und trägt zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Vertriebene und zum Schutz von Flüchtlingen bei. Dieses Projekt wird humanitäre Hilfe und Nothilfe in einem Gebiet leisten, das bereits durch Armut geschwächt und durch die Unterbringung sehr verletzlicher venezolanischer Migrantinnen und Migranten und Aufnahmegemeinschaften überfordert ist, und zwar im Sinne der Neutralität, Unabhängigkeit und Unparteilichkeit.

 

Projekt P210049

Thema
Migration & Humanitäre Hilfe


Projektdauer
01.08.2021– 31.01.2022


Budget
458'360 Schweizer Franken


Projektgebiete

Staat Roraima (Boa Vista, Cantá, Alto Alegre, Amajari, Normandia), Staat Amazonas (Manaus und Tabatinga), Staat Rondonia (Porto Velho und Ji-Parena)


Zielgruppe
14'000 venezolanische Migrantinnen und Migranten sowie gefährdete lokale Aufnahmegemeinschaften, darunter indigene Gemeinschaften, Frauen, Kinder, Behinderte und ältere Menschen.


Gefördert durch
Glückskette, DEZA

 

Ihre Spende

 

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