Bolivien

Vulnerable Migrantinnen und Migranten aus Venezuela erhalten Schutz und Sicherheit

Venezolanische Migrantinnen und Migranten haben in Bolivien kaum Zugang zu einer Grundversorgung. Besonders Frauen und Kinder sind zudem Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel ausgesetzt. Sie benötigen dringend Schutz und Sicherheit. Im Rahmen dieses Projekts koordinieren Empfangszentren den Zugang zu Sicherheit und Grundversorgung. Die Migrantenfamilien werden über die Situation in Bolivien und sicheren Transit aufgeklärt und erfahren, wie sie sich vor sexueller Ausbeutung und anderen illegalen Beschäftigungen schützen können. In den Städten La Paz und Santa Cruz erhalten Migrantenkinder und -jugendliche in Tageszentren Schutz, eine ausgewogene Ernährung, psychosoziale Betreuung und Zugang zu Bildung.

 

Land / Region / Ort
Bolivien: La Paz, El Alto, Santa Cruz und die Grenzregion zu Peru und Brasilien


Zielgruppe
1500 Flüchtlinge und Migrantinnen und Migranten, mit einem Fokus auf Frauen und Kinder.


Mittelbedarf
1'347’283 Schweizer Franken


Projektdauer
01.07.2019 bis 31.12.2021


Projektnummer
P190051


Projektziel
Die Lebensbedingungen von vulnerablen venezolanischen Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten, insbesondere von Frauen und Kindern, sind durch humanitäre Hilfe verbessert.


Projektverantwortliche
Esther Belliger, Tel: 041 419 24 41, ebelligernot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Venezuela, das Land mit dem grössten Erdölvorkommen der Welt, ist geprägt von politischen Unruhen, Waffengewalt, Hungeraufständen und Plünderungen. Im einst reichsten Land Südamerikas sind heute 80% der Bevölkerung arm. Seit 2014 steckt das Land mit der derzeit höchsten Inflationsrate der Welt in einer tiefen Rezession. Gemäss Internationalem Währungsfonds (IMF) beträgt die Teuerung für das Jahr 2018 33’000%, wobei die Wirtschaft im letzten Jahr um 10% schrumpfte. Jahrelange wirtschaftliche und soziale Probleme, verschärft durch Misswirtschaft und Korruption, haben das südamerikanische Land in die tiefste Versorgungskrise seiner Geschichte gestürzt.

In den letzten Jahren ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln zusammengebrochen. Massive Kürzungen der Importe und die fehlende Lebensmittelproduktion im Land selbst haben dazu geführt, dass im letzten Jahr drei Viertel der Venezolaner im Schnitt acht Kilo an Gewicht verloren, weil sie zu wenig zu essen haben. Auch das Gesundheitswesen befindet sich in einem katastrophalen Zustand. Laut offiziellen Zahlen nahm die Kindersterblichkeit allein von 2015 auf 2016 um 30 Prozent zu. In gewissen Gebieten sind bis zu 70 Prozent der Kinder unterernährt. 80 bis 90 Prozent der notwendigen Medikamente und medizinischen Geräte sind nicht mehr verfügbar. Die Hälfte der Spitäler ist demnach nicht funktionstüchtig, und die Zahl der Belegschaft der öffentlichen Gesundheitsstationen, welche 90 Prozent der medizinischen Grundversorgung leisten, hat sich halbiert.

Laut UNHCR sind seit 2014 rund vier Millionen von insgesamt 31 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner in umliegende Staaten migriert, die meisten nach Kolumbien, Peru, Ecuador, Chile oder Brasilien. Bis März 2018 waren laut dem bolivianischen Amt für Migration seit 2014 rund 25’000 Venezolanerinnen und Venezolaner in das Land eingereist. 

Eine Reihe von internationalen Abkommen schützen und garantieren die Grundrechte von Migrantinnen, Migranten und insbesondere von Flüchtlingen. Dazu gehört das Recht auf Dokumentation, der Zugang zu Bildung, Wohnung, Nahrung, das Recht auf Beantragung und Aufnahme von Asyl oder das Recht, nicht zurückgeführt oder ausgewiesen zu werden. In einigen Ländern aber, darunter Bolivien, sind ihnen sämtliche Rechte verwehrt. Im März 2018 hat die bolivianische Regierung zudem den Dialog mit dem UNHCR abgebrochen und die Veröffentlichung von Migrationsdaten zur nationalen Situation von Venezolanerinnen und Venezolaner eingestellt. 

Entsprechend können venezolanische Migrantinnen und Migranten ihre Rechte nicht ausüben und insbesondere Frauen, Mütter und Kinder sind hohen Risiken ausgesetzt. Sie benötigen dringend Schutz und Sicherheit. 

 

Was tun wir?

Die Zahl der venezolanischen Migrantinnen und Migranten in Bolivien ist im Vergleich zu anderen Ländern relativ niedrig. Entsprechend ist Bolivien für die meisten ein Transitland in die Nachbarländer Argentinien, Chile oder Uruguay. Dies nicht zuletzt, weil der politische Kontext in Bolivien sehr ungünstige Rahmenbedingungen schafft, welche zum einen die Grundrechte verletzt und zum anderen die Migrantinnen und Migranten Gewalt, Ausbeutung von Arbeitskräften, sexueller Ausbeutung und Menschenhandel aussetzt. 

In Bolivien gibt es, mit Ausnahme einiger kleiner Initiativen, keine humanitäre Hilfe für venezolanische Migrantinnen und Migranten. Das vorliegende Projekt trägt dazu bei, venezolanischen Migrantinnen und Migranten mit hohem sozialen Risiko Schutz und Sicherheit zu gewährleisten und humanitäre Versorgungslücken zu schliessen. Dabei stehen Kinder und Frauen als vulnerabelste Migrationsgruppe besonders im Fokus. 

Die Partnerorganisationen von Caritas Schweiz sind die Fundación Munasim Kullakita und die Fundación Scalabrini, welche über viel Erfahrung in der Migration, der Unterbringung sowie dem Schutz und Leistungen, in der Gemeindearbeit und der Betreuung von vulnerablen Kindern und Jugendlichen verfügen. Alle Projektaktivitäten werden unter Einhaltung und Anwendung internationaler Standards und Richtlinien koordiniert und umgesetzt. Caritas Schweiz ist in Bolivien Partner von UNHCR.

Schwerpunktinterventionsgebiete des Projekts sind die Grenzgebiete zu Peru und Brasilien sowie die städtischen Zentren von La Paz, El Alto und Santa Cruz. Empfangszentren koordinieren den Zugang zu Sicherheit und Leistungen im Rahmen der Grundversorgung (Gesundheit, Ernährung, Notunterkünfte, etc.). Zudem werden in Santa Cruz und La Paz Netzwerke mit anderen Organisationen etabliert, um den Flüchtlingen den Zugang zu ergänzenden Dienstleistungen sicherzustellen.

Die Migrantenfamilien erhalten relevante Informationen, um sich vor sexueller Ausbeutung und anderen illegalen Beschäftigungen zu schützen und um sie über den bolivianischen Kontext und sicheren Transit aufzuklären. In den Städten La Paz und Santa Cruz haben Migrantenkinder und -jugendliche Zugang zu Tageszentren, wo sie Schutz, eine ausgewogene Ernährung, psychosoziale Betreuung und Zugang zu Bildung erhalten. Das Projekt arbeitet mit einem rechtebasierten Ansatz. Eine Kinderschutzpolitik wird aktiv angewendet und das Projekt fokussiert auf gefährdete Personen. 

 

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