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Tadschikistan

Wälder schützen und wiederaufforsten

Nach dem Ende der Sowjetunion wurde die Lieferung von billiger Kohle und Gas nach Tadschikistan eingestellt. Fortan heizten und kochten viele Leute mit dem Holz aus den Wäldern. Die tadschikische Forstagentur hat Caritas Schweiz mit einem Projekt beauftragt, welches der Wiederaufforstung und dem Schutz der Wälder dienen soll. Caritas verwaltet dabei unter anderem die Gelder und setzt Massnahmen um, die den Menschen in der Projektregion helfen, sich an den Klimawandel anzupassen und ihre Lebenssituation zu verbessern.

 

Land / Region / Ort
Provinz Khatlon, Distrikte Fakhor und Khovaling; Autonome Region Gorno-Badakhshan (GBAO)


Zielgruppe
Forstagentur der tadschikischen Regierung sowie Forstverwaltungen, Gemeinden und private Waldnutzende in den Distrikten Fakhor und Khovaling in der Provinz Khatlon sowie in ausgewählten Distrikten der Autonomen Region Gorno-Badakhshan


Mittelbedarf
11‘070‘730 Franken


Projektdauer
01.02.2015 bis 30.06.2019 


Projektnummer
P150021


Projektziel
Adaption an den Klimawandel, Bewahrung der Biodiversität und Verbesserung der Lebenssituation der Bewohnerinnen und Bewohner durch die Vergrösserung der Waldfläche dank Aufforstung von 4000 Hektaren, Schutz der Wälder und nachhaltigem Waldmanagement


Projektverantwortliche
Judith Niederberger, Tel: 041 419 23 26, jniederbergernot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien / Europa

 
 

Worum geht es?

Tadschikistan ist das ärmste Land der ehemaligen Sowjetunion. Nach deren Zusammenbruch und während des Bürgerkriegs 1992 – 1997 setzte ein Prozess des Staatszerfalls ein. Die schrumpfenden Haushaltseinkommen konnten nur teilweise durch Geldtransfers von Arbeitsmigrantinnen und -migranten aufgebessert werden. In abgelegenen Gegenden nehmen die Mütter- und Kindersterblichkeit zu und die Desillusionierten wenden sich einer fundamentalistischeren Form des Islams zu.

93 Prozent der Fläche von Tadschikistan sind Berge. Das wenige fruchtbare Land liegt entlang der Ströme, welche den Aralsee speisen. Im Süden grenzt Tadschikistan an Afghanistan und Pakistan, was eine grosse Herausforderung für die politische Stabilität darstellt. Handelsrouten führen meist über hohe Bergketten und durch nicht wohlgesinnte Nachbarländer, mit denen Tadschikistan in einen «Wasser gegen Energie»-Streit verwickelt ist. Von den 8 Millionen Tadschikinnen und Tadschiken leben 60 Prozent gemäss einer Erhebung der Weltbank unter der Armutsgrenze.

Nach dem Ende der Sowjetunion wurde die Lieferung von billiger Kohle und Gas nach Tadschikistan eingestellt. Deshalb begann die ländliche Bevölkerung die Wälder entlang den Flüssen und an den Berghängen fürs Kochen und Heizen zu nutzen. Die Wälder waren geprägt von trockenresistenten und langsam wachsenden Arten wie Pistazien, dem Judasbaum und drei Arten von Mandelbäumen. Nach wenigen Jahren waren diese Bestände stark dezimiert, in einigen Gebieten bis zur fast vollständigen Entwaldung. Die Bestände erholen sich kaum, da zusätzlich zur Übernutzung durchs Holzsammeln auch grosse Wanderherden in diesen Gebieten weiden und das Wachstum von jungen Bäumen verhindern. Die Folge davon ist eine beschränkte Wasserspeicherkapazität des Landes, eine Degradierung der Böden. Im Frühling bei Schneeschmelze und starkem Regen kommt es immer wieder zu Überschwemmungen und Schlammlawinen, die Dörfer und Felder beschädigen und zum Teil landwirtschaftliche Anbauflächen unwiederbringlich zerstören.

 

Was tun wir?

Die neu konstituierte nationale Forstagentur der Regierung sowie die lokalen Forstverwaltungen in der Projektregion haben wenig finanzielle und personelle Mittel und es fehlt ihnen das Wissen, um das Waldland unter ihrer Verwaltung nachhaltig zu schützen und zu regenerieren. Vor diesem Hintergrund hat die deutsche Regierung 8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um einen Beitrag zur Adaption Tadschikistans an den Klimawandel, die Bewahrung der Biodiversität und die Verbesserung der Lebenssituation der Bewohnerinnen und Bewohner zu leisten. Konkret soll dies durch Aufforstung von 4000 Hektaren Wald, durch den Schutz der Wälder und durch nachhaltiges Waldmanagement erreicht werden.

Die tadschikische Forstagentur hat Caritas Schweiz damit beauftragt, sie bei der Umsetzung des zusammen mit der deutschen Regierung erarbeiteten Projekts zu begleiten. Nebst der treuhänderischen Verwaltung der gesprochenen Gelder gehört zu dieser Aufgabe die gemeinsame Planung und Implementierung der Projektaktivitäten. Die Caritas ist zudem für die Weiterbildung der Behörden zuständig, etwa im Aufzeichnen des Waldgebietes. Auch muss zusammen mit den Behörden ein Plan für die Aufforstung erarbeitet und Unterstützung beim Aufbau von Baumschulen geleistet werden.

Weiter wird zusammen mit dem Forstamt und den Bewohnerinnen und Bewohnern der von der Caritas bereits in einem Pilotprojekt erprobte Ansatz der gemeinsamen Forstverwaltung (Joint Forest Management) umgesetzt. Dazu gehören folgende Aktivitäten:

  1. Einführen und Weiterbildung der Bewohnerinnen und Bewohner und der Behörden in das System von gemeinschaftlich genutzten Waldflächen
  2. Abschliessen von Verträgen mit interessierten Dorfbewohnerinnen und -bewohnern für die Bewirtschaftung eines Waldstücks
  3. Ausarbeiten von individuellen jährlichen Bewirtschaftungsplänen der Waldnutzerinnen und -nutzer sowie eines 5-Jahres-Bewirtschaftungsplans für das ganze Projektgebiet. So sollen über die Projektlaufzeit insgesamt 4000 Hektaren Wald wieder aufgeforstet und nachhaltig unter Schutz gestellt werden.

Ergänzt werden diese Aktivitäten durch das Erheben, Sammeln und Darstellen von GIS-Daten (Geo Information System) als Monitoring- und Planungsinstrumente.

Caritas Schweiz nimmt das Mandat der tadschikischen Forstagentur als Lead Agency in einem Konsortium mit der italienischen INGO Cooperazione e sviluppo (Cesvi) und der tadschikischen NGO Camp Tabiat wahr. Für bestimmte Aufgaben werden überdies Expertinnen und Experten von HELVETAS Swiss Intercooperation beigezogen.

 

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