Tadschikistan

Risiken von Naturkatastrophen vermindern mit nachhaltigen Baum-Wertschöpfungsketten

Tadschikistan ist die ärmste der zentralasiatischen Republiken. Die schwierige Situation der zum grösstenteils von Landwirtschaft und Viehhaltung lebenden Bevölkerung wird verschärft durch den Klimawandel: Unvorhersehbare extreme Naturereignisse wie Starkregen, der zeitgleich mit der Schneeschmelze auftritt und sehr hohe Temperaturen in den Sommermonaten kommen immer häufiger vor. Dieses Projekt verbessert die Lebenssituation der Menschen, indem die Katastrophenrisiken verringert, die Waldflächen vergrössert und Wertschöpfungsketten aufgebaut werden.

 

Land / Region / Ort
Khatlon, Distrikte Muminabad, Khovaling und Shamsiddin Shohin


Zielgruppe
91'350 Einwohnerinnen und Einwohner (mit speziellem Fokus auf Frauen)


Mittelbedarf
1'235'966 Schweizer Franken


Projektdauer
01.07.2019 bis 30.06.2022


Projektnummer
P190009


Projektziel
Verbesserung der Lebenssituation der Bewohnerinnen und Bewohner durch Verringerung von Katastrophenrisiken, Vergrösserung der Waldfläche dank Aufforstung und Schaffung von Wertschöpfungsketten durch Wirtschaftsförderung in der Projektregion.


Projektverantwortlicher
Boris Orlowsky, Tel: 041 419 22 75, borlowsky@caritas.ch​​​​​​​​​​​​​​

 
 

Worum geht es?

Die Republik Tadschikistan liegt in Zentralasien, mit einer Fläche von 143'100 km² und einer Bevölkerung von rund 8.6 Millionen Einwohnern. Sie grenzt im Süden an Afghanistan, im Westen an Usbekistan, an Kirgisistan im Norden und China im Osten.

Gemäss dem Human Development Index 2018 liegt Tadschikistan auf Rang 127 von 189 Ländern und gilt daher als «mittel entwickelter Staat». Trotz dieser Einstufung ist Tadschikistan das ärmste Land der zentralasiatischen Republiken.

Die Ursachen und Folgen von Armut stehen in enger Wechselwirkung und formen einen Teufelskreis aus denen die Menschen in den meisten Fällen nicht ausbrechen können. Wirtschaft, Einkommen und Gesundheit bedingen sich hierbei gegenseitig.

Diese Ausgangssituation wird durch den schon jetzt spürbaren Klimawandel noch verschärft. Starkregen, der zeitgleich mit der Schneeschmelze auftritt sowie eine Erhöhung der Temperaturen in den trockenen Sommermonaten erfordern zusätzliche Massnahmen zur Verringerung von Katastrophenrisiken durch Aufforstung, und Einführung tiefwurzelnder Futterpflanzen.

 

Was tun wir?

Um Armut und das Katastrophenrisiko in den drei Distrikten Muminabad, Shamsidin Shohin, Khovaling in der Provinz Ost-Khatlon zu reduzieren, hat das Projekt zum Ziel, die Vulnerabilität der Bevölkerung gegenüber extremen Naturereignissen so zu reduzieren, dass es nicht zum Katastrophenfall kommt, auch wenn solche Ereignisse auftreten. Ein Naturereignis lässt sich nicht verhindern, jedoch lassen sich die Auswirkungen abmildern.

Massnahmen zur Armutsbekämpfung, grüne Ansätze zur Verringerung der Gefährdung und Anfälligkeit durch Katastrophen und eine verbesserte Resilienz der Bevölkerung stehen im Mittelpunkt.

Die Aktivitäten des Projekts umfassen:

  1. Entwicklung und Implementierung tragfähiger Geschäftsmodelle für Hinterhofbaumschulen und Produktion von Futtersaatgut; Unterstützung eines nachhaltigen Systems für die Bereitstellung hochwertiger und kostengünstiger Baumsetzlinge und Futtersaatgut für vulnerable Gebiete, die Naturgefahren ausgesetzt sind.
  2. Identifizierung von besonders gefährdeten Landflächen durch Gemeinden und Regierungsbehörden; Umwandlung dieser Flächen in Agrarforst- / Mehrzweckplantagen, um rentable diversifiziere Land- und Ressourcennutzung aufzubauen und gleichzeitig das Katastrophenrisiko zu verringern.
  3. Wissenskapitalisierung und Dissemination der entwickelten Ansätze, Erfahrungen, Erfolge inkl.  weniger erfolgreicher Initiativen.

Das Projekt setzt auf allen Ebenen von Bevölkerung, Distriktbehörden, regionalen und nationalen Stellen an. 91’350 Menschen profitieren direkt durch das Projekt und nochmals so viele haben langfristig den Nutzen eines reduzierten Katastrophenrisikos. Des weiteren sollen innerhalb der Projektlaufzeit 250'000 Setzlinge produziert, verkauft und in den identifizierten vulnerablen Landflächen gepflanzt werden. Weitere 500’000 Setzlinge sollen in den ersten fünf Jahren nach Projektende produziert, verkauft und gepflanzt werden.

Durch das Pflanzen von tiefwurzelnden Pflanzen wie beispielsweise Luzerne, die als trockenheitstolerante Futterpflanze eine grosse Bedeutung hat, und Setzlingen für Obst- und Nutzgärten wird die Resilienz der Bevölkerung gestärkt und das Katastrophenrisiko von beispielsweise Schlammlawinen und Sturzfluten verringert.

Die Wertschöpfungskette wird zudem gestärkt, dass Saatgut und Setzlinge, in guter Qualität auf Dorfebene produziert werden und das technische Wissen und Knowhow lokal aufgebaut wird. Dies zusammen sensibilisiert die Gemeindemitglieder und fördert die gemeinschaftliche Verantwortung für eine langfristig nachhaltige Landnutzung.

Eine erhöhte Artenvielfalt, die Sicherung des Lebensunterhalts und gesunde Ökosysteme in der Provinz Ost-Khatlon ist das Langzeitziel.

 

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