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Philippinen

Schutz vor Naturkatastrophen und Menschenhandel

Als Folge des Klimawandels haben die Tropenstürme auf den Philippinen an Intensität stark zugenommen. Die verarmte ländliche Bevölkerung gerät immer mehr unter Druck: Armut treibt sie Menschenhändlern in die Arme. Caritas verbindet deshalb den Katastrophenschutz mit dem Kampf gegen Menschenhandel.

 

Land/Region/Ort:
Philippinen, Visayas


Zielgruppe:
18 Küstendörfer entlang des Danajon-Riffgürtels


Mittelbedarf:
249'704 Franken


Projektdauer:
01.10.2016 bis 31.10.2017


Projektnummer:
P160061


Projektziel:
18 Küstendörfer werden in ihrer Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen von Naturkatastrophen sowie in ihrer Präventionsarbeit gegen Frauenhandel und illegaler Migration gestärkt.


Projektverantwortliche:
Pamela Stathakis, Tel: 041 419 22 88; E‑Mail: pstathakisto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Asien/Europa

 
 

Worum geht es?

In kaum einem anderen Land gibt es so viele Naturkatastrophen – Taifuns, Tsunamis, Erdbeben, Vulkane, Dürren und Überschwemmungen – wie auf den Philippinen. Ein grosser Teil der 90 Millionen Philippinen leben auf Inseln oder in küstennahen Gebieten und sind besonders betroffen, dies ganz besonders in der Projektregion der Visayas, der Grossregion von Cebu und den Inseln Bohol und Leyte. Das Projektgebiet ist auch besonders arm und dazu touristisch sehr interessant, was zu einer besonderen Gefährdung bezüglich Frauen- und Kinderhandel, Prostitution, Cyber-Pornographie und illegaler Kinderarbeit in der Fischindustrie führt. 

Im November 2013 hat der Super-Taifun Haian rund eine Million Häuser zerstört und 4,4 Millionen Menschen mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen. Caritas leistete damals Nothilfe für 23‘000 Familien und seither Wiederaufbauarbeit von 7 Schulen und insgesamt rund 1200 sturmsicheren Häusern auf der Insel Bantayan im Norden von Cebu. Zeitgleich hat Caritas, gestützt auf die langjährige Entwicklungsarbeit in den Philippinen, ein dreijähriges Projekt gestartet, das im Projektgebiet in 12 Gemeinden und 36 Inselgemeinschaften und Küstendörfern zur Prävention von Naturkatastrophen und von Menschenhandel beiträgt. Caritas arbeitet mit drei lokalen und erfahrenen NGOs zusammen, die für dieses strategisch wichtige Projekt ein Konsortium gebildet haben. Die Partner leisteten ebenfalls Nothilfearbeit nach der Taifun-Gross-Katastrophe, weshalb sich die Realisierung erheblich verzögerte.

Eine externe Evaluation vom April 2016 zeigt auf, dass es dem Projekt gelungen ist, die Bevölkerung zu informieren und zu organisieren und mehr Verantwortung bei der Katastrophenvorsorge und bei der Verhinderung von illegalem Menschenhandel zu übernehmen. Hingegen ist diese Arbeit noch nicht konsolidiert, ihre Nachhaltigkeit noch wenig gesichert. Aufgrund der Empfehlungen hat Caritas zusammen mit den lokalen Partnern entschieden, das Projekt um ein Jahr zu verlängern, mit folgenden besonderen Zielen: Konsolidierung der Katastrophenvorsorge in 12 Dörfern bei gleichzeitiger Sicherung der notwendigen Zusammenarbeit mit den übergeordneten Gemeindebehörden; Konsolidierung von ökonomischen Entwicklungsprojekten in 18 Dörfern mit dem Ziel, dass diese finanziell zur Äufnung eines lokalen Katastrophenhilfefonds beitragen; Stärkung der lokalen NGOs mit dem Ziel, dass diese sich nachhaltig für die weitere Präventionsarbeit einsetzen.

 

Was tun wir?

In der Pilotphase von 2013 bis 2016 hat das Projekt in 36 Dörfern lokale Selbsthilfeorganisationen aufbauen können, die sich in der Katastrophenvorsorge engagieren und gleichzeitig Menschenhandel und illegale Migration bekämpfen. Sie tragen zu einem verbesserten Frühwarnsystem und besonderen Schutz von besonders benachteiligten Gruppen im Falle von Katastrophen - Kinder, ältere und behinderte Personen, besonders arme Familien - bei. In der neuen Phase unterstützt Caritas die Konsolidierung dieser Selbsthilfeorganisationen. In 12 Dörfern sollen mindestens 600 Freiwillige dazu weiter ausgebildet werden, als Rettungskräfte, als Hilfskräfte bei Evakuierungen und beim Entdecken und Verhindern von illegaler Migration. Dabei soll eine besonders modellhafte und nachhaltige Wirkung auch durch eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Dorfbehörden und den übergeordneten Gemeindebehörden erzielt werden. Dies sichert nicht nur die Nachhaltigkeit des Projekts, sondern will auch die Gemeinden verpflichten, sich zur Umsetzung des erfolgreichen Projektansatzes auch in weiteren interessierten Dörfern einzusetzen.

In 18 Dörfern sollen zudem die erst kürzlich gestarteten wirtschaftlichen und innovativen Entwicklungsprojekte konsolidiert werden. Die neuen Kleinbetriebe betreiben die Zucht von Fischen, Krebsen, Muscheln (als Beitrag zur Nachhaltigkeit der maritimen Ressourcen) sowie die Produktion und den Handel mit besonderen lokalen Produkten, wie Bambus als Baumaterial und Ingwer als Teekraut. Sie erhalten weitere Unterstützung/Ausbildung im Management und im Marketing und der Akkreditierung ihrer Betriebe. Damit können sie auch weitere staatliche Subventionen zur Betriebsförderung einfordern. 

Caritas unterstützt die lokalen NGO Partner in der neuen Phase auch, ihre Strategien zu überarbeiten und ihr Management zu stärken. Damit sollen sie befähigt werden, weiterhin Projekte im Bereich der Katastrophenvorsorge und notwendiger Anpassungen an den Klimawandel zu entwickeln und auch eigenständig neue Finanzierungen dazu zu finden. Die lokale Vertretung der Caritas sorgt für eine enge Begleitung des Projektes und unterstützt die Interessenvertretung der Dorfgemeinschaften und der NGO Partner bei den lokalen Behörden.

 

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