Mali

Dem Klimawandel angepasst anbauen, Ernährung sichern

Viele Menschen in Mali leiden an Unterernährung, da die Ernten zu wenig ergiebig sind. Mitverantwortlich dafür sind klimatische Veränderungen. Die Caritas berät die Bauern im nachhaltigen Anbau von Getreide und Gemüse, unterstützt sie mit verbessertem Saatgut und hilft ihnen, sich stärker am Markt zu orientieren. So können sie ihre Ernährungssituation verbessern und ihr Einkommen erhöhen.

 

Land / Region / Ort
Mali, Region Sikasso, Kreis Yanfolila, Gemeinden Wassoulou-Ballé und Gouanan


Zielgruppe
899 Personen (747 Frauen, 152 Männer) in zehn ausgewählten Dörfern (direkt Begünstigte). Die beiden Gemeinden zählen zusammen 102‘000 Einwohner (indirekt Begünstigte).


Mittelbedarf
561'038 Schweizer Franken


Projektdauer
01.01.2019 bis 31.12.2020


Projektnummer
P190017


Projektziel
Die Lokalbevölkerung stärkt ihre Widerstandskraft gegenüber den negativen Auswirkungen des Klimawandels, indem sie agroökologische Massnahmen umsetzt. Die nachhaltig betriebene Landwirtschaft erhöht die Ernährungssicherheit und trägt zusammen mit der stärkeren Markteinbindung von Gemüsebauern und den damit verbundenen höheren Einkommen zu verbesserten Lebensbedingungen bei. Darüber hinaus soll die Förderung von Gemüsegärten und die Sensibilisierung für eine ausgewogene Ernährung zu einer erhöhten Ernährungsvielfalt beitragen. 


Projektverantwortliche
Margaux Tharin, Tel: 041 419 56 39, mtharinnot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Mali, ein Binnenland in der Sahel-Zone, ist strukturell anfällig für Ernährungsunsicherheit und Unterernährung. Das Land lag 2018 gemäss dem Human Development Index des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) auf Rang 182 von 189 Ländern und ist somit eines der ärmsten Länder der Welt. Schätzungsweise 50% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Mehrheit der Betroffenen sind Frauen und Kinder, die in ländlichen Gebieten wohnen. Die seit dem Frühjahr 2012 anhaltende prekäre Sicherheitslage in den zentralen und nördlichen Landesteilen hat zusätzliche negative Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung und steht am Ursprung der in Mali herrschenden sozialen und politischen Krise.

Die Wirtschaft ist stark abhängig vom Primärsektor: 68% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft und Viehzucht tätig. In ländlichen Gebieten sind traditionelle Anbaumethoden weiterhin vorherrschend und der Zugang zu geeigneter landwirtschaftlicher Beratung ist unzureichend. Da die traditionellen Methoden schlecht an die immer häufiger auftretenden Dürren, die verkürzten Regenperioden mit sintflutartigen Regenfällen und die damit veränderten Anbauzyklen angepasst sind, nimmt die Armut der lokalen Bevölkerung stetig zu.

Das in Yanfolila im Süden der Region Sikasso angesiedelte Projekt versucht, auf diese unberechenbaren klimatischen Entwicklungen zu reagieren. Da der Anbau von Mais – dem Grundnahrungsmittel der Region – stark von den jährlichen Niederschlägen abhängt, reichen die Erträge oft nur knapp für die Eigenversorgung. Der Gemüseanbau (Zwiebeln, Tomaten, Auberginen, Kartoffeln etc.), der vor allem von Frauen und über das ganze Jahr betrieben wird, trägt zur Vielfalt der familiären Ernährung bei. Darüber hinaus wird ein Teil der Ernte verkauft, um Getreide (Mais) und andere Nahrungsmittel zur Überbrückung von Notzeiten zu finanzieren. Auch Schul- und Gesundheitskosten werden damit bezahlt.

Die fruchtbaren Böden und das Klima in Yanfolila eignen sich besonders gut für die Landwirtschaft. Herausforderungen gibt es jedoch viele: die Unberechenbarkeit der Niederschläge, die anhaltenden Dürreperioden, Überschwemmungen, der Pflanzenbefall durch Schädlinge, das niedrige Bildungsniveau, unzureichendes Wissen über an den Klimawandel angepasste Anbautechniken, ein starkes Bevölkerungswachstum sowie eine zunehmende Ausbeutung und Zerstörung natürlicher Ressourcen (u.a. durch den informellen Goldabbau), verbunden mit wachsenden Konflikten um die verbleibenden natürlichen Ressourcen zwischen Bauern, Viehhirten, Nomaden, Holzfällern und Akteuren aus dem Bergbau.

 

Was tun wir?

Ziel des Projekts ist es, durch die Förderung einer nachhaltigeren Produktion von Grundnahrungsmitteln und eines verbesserten Marktzugangs die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung zu verbessern. Durch die Vermittlung von landwirtschaftlichen Anbautechniken, die an den Klimawandel angepasst sind, wird die Widerstandskraft der Bevölkerung gestärkt und diese darin geschult, die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Darüber hinaus soll die Förderung von lokalen Gemüsegärten und die Sensibilisierung für eine ausgewogene Ernährung zu einer erhöhten Ernährungsvielfalt beitragen.

Die Interventionen von Caritas Schweiz im ländlichen Bereich basieren dabei auf zwei zentralen Ansätzen: die Förderung der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen und die Wichtigkeit der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung. Einerseits wird durch die gesteigerte Produktion von Gemüsesorten (Tomaten, Auberginen, Kartoffeln, etc.) die Ernährungssituation der bäuerlichen Familien verbessert. Andererseits soll über eine stärkere Marktorientierung das Familieneinkommen der Kleinbauern erhöht werden, damit diese die Kosten für die Schulbildung ihrer Kinder, eigene Weiterbildungen, die Gesundheitsversorgung, Transporte und andere notwendige Investitionen decken können.

In diesem Zusammenhang sollen die Bauern verstärkt mit agroökologische Prinzipien und Massnahmen vertraut gemacht werden. Diese beinhalten zum Beispiel die Rotation der angebauten Kulturen sowie die Anwendung einer sparsamen Bewässerung, die Herstellung und Nutzung von Kompost und biologischem Pflanzenschutz, Mischkulturen sowie Massnahmen zur Erhaltung und zum Schutz des Bodens. Die Bauern werden auch mit verbessertem Saatgut ausgestattet. Des Weiteren unterstützt das Projekt den Zusammenschluss der Bauern zu Kooperativen. Ausserdem werden gezielt marktorientierte Produktionszweige im Gemüseanbau aufgebaut und unterstützt (M4P). 

Das Projekt im Süden von Mali wird in Zusammenarbeit mit Caritas Bamako umgesetzt. Seit 1996 besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Caritas Schweiz und dieser lokalen Caritas Organisation. Besonders bei der Durchführung von Landwirtschaftsprojekten hat sich Caritas Bamako einen Namen gemacht und verfügt über viel Erfahrung. Im Rahmen eines langjährigen Programms zur Armutsbekämpfung hat Caritas Schweiz bereits mehrere Projekte mit Caritas Bamako erfolgreich umgesetzt. Die Partnerorganisation kennt das Projektgebiet gut und hat im Rahmen der Entwicklung des jetzigen Projekts die Verantwortlichen und die lokale Bevölkerung in die Analyse der gegenwärtigen Probleme einbezogen. Die Erkenntnisse wurden bei der Planung der konkreten Aktivitäten berücksichtigt.

 

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