Kolumbien

Dem Klimawandel die Stirn bieten, Naturressourcen schützen

In La Guajira, dem äussersten Nordosten Kolumbiens, erschwert der Klimawandel den Menschen – meist Bauern oder Fischer – die Einkommenssicherung. Es regnet immer weniger. Gleichzeitig werden Wasser und Ökosysteme übernutzt. Caritas Schweiz hilft den Menschen, diese Zusammenhänge zu verstehen und ihre Ressourcen schonender zu nutzen. Und sie bringt viele Akteure zusammen, damit sie sich gemeinsam für die Zukunft stärken können.

 

Land / Region / Ort
La Guajira, Kolumbien


Zielgruppe
3'000 – 4'000 direkte Begünstigte eines Wassereinzugsgebiets, ca. 10'000 indirekt Begünstigte.


Mittelbedarf
400’000 Schweizer Franken


Projektdauer
01.03.2019 bis 31.11.2020 (21 Monate)


Projektnummer
P190005


Projektziel
Das Projekt unterstützt lokale Gemeinden und Akteure, sich präventiv auf klimatische Veränderungen wie Trockenheit und veränderte Niederschlagsmuster vorzubereiten sowie neue Überlebens- und Einkommensstrategien zu identifizieren. Es verfolgt einen Watershed-Management-Ansatz, der die positiven Auswirkungen funktionierender Ökosysteme auf Mikroklima und Wasserverfügbarkeit, aber auch auf Einkommen berücksichtigt und somit die Bevölkerung für die unsichere Zukunft stärkt. 


Projektverantwortliche
Janne Christ, Tel: 041 419 22 55, jchristnot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Bedingt durch seine geographische Lage und die unterschiedliche Topographie ist Kolumbien eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder weltweit. Durch seine exponierte Lage sowie ein stark variierendes Relief sind die Effekte des Klimawandels in den verschiedenen Landesteilen unterschiedlich zu spüren. Die prognostizierten Auswirkungen reichen vom Meeresspiegelanstieg, einer Versalzung der ufernahen Felder und Wasserquellen entlang der Küsten, einem hohen Erdrutschrisiko an den Steilhängen in den Andengebieten bis hin zu verstärkter Wasserknappheit durch Trockenheit in den bereits wüstenartigen nördlichen Regionen. 

La Guajira im Norden des Landes weist bereits heute wüstenähnliche Züge auf. Gerade in den letzten Jahren hat sich eine Verringerung der Niederschlagsmenge bemerkbar gemacht, die nur noch eine Anbausaison ermöglicht. Die Bevölkerung, meist Subsistenzbauern und in küstennahen Gebieten Fischer, ist somit dringend auf der Suche nach alternativen und nachhaltigen Einnahmequellen, um zukünftiger Armut und Nahrungsmittelunsicherheit vorzubeugen. Bereits jetzt ist die Wasserversorgung im Landesinneren von La Guajira prekär. Nicht nur der Klimawandel wird das Leben der Menschen negativ beeinflussen, auch die Übernutzung der Ressource Wasser sowie der Ökosysteme tragen zu einer Landdegradation bei. Die erhöht die Verwundbarkeit der Bevölkerung und macht sie anfälliger für Veränderungen der Niederschläge und zunehmende Hitze.
Hinzu kommt, dass La Guajira eine der ärmsten Regionen des Landes ist und die grösste indigene Gemeinschaft Kolumbiens, die Wayuu, beheimatet. Indigene zählen zu den vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen. Der Staat zeigt in der Region wenig Präsenz und die Auswirkungen des lang andauernden bewaffneten Konflikts sind auch in La Guajira gross. Viele wurden Opfer von Repressalien und Tötungen, wurden oftmals von ihrem Land vertrieben. 

Caritas Schweiz möchte gemeinsam mit lokalen Partnern die vulnerable Bevölkerung und lokale Akteure besser auf die klimatischen Veränderungen vorbereiten und mithilfe präventiver Massnahmen die prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels in der Region mildern. 

Das vorliegende Projekt wird in Alta Guajira umgesetzt. Caritas Schweiz arbeitet mit zwei erfahrenen lokalen Partnern zusammen: Die Diözese von Riohacha engagiert sich für soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung in der Region und wird das Projekt umsetzen. Die fachliche und technische Leitung übernimmt Semillas de Agua, eine anerkannte kolumbianische Organisation, die sich für eine nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen in ganz Kolumbien engagiert. Sie setzt besonders in ländlichen Regionen des Landes Projekte zu Agroökologie, Einzugsgebietsmanagement und Klimaanpassung um. Semillas de Agua ist nicht nur für die Schulungen der Bevölkerung und der Diözese von Riohacha zuständig, sondern auch für die Qualitätssicherung der technischen Komponenten und nimmt eine zentrale Rolle im Projekt ein. 

 

Was tun wir?

Wasser ist Leben und der Umgang mit der Ressource Wasser wird die Zukunft der Region bestimmen. Deshalb wird das Projekt innerhalb eines Wassereinzugsgebiets umgesetzt, also der Fläche der Landschaft, aus der ein Fliessgewässer sein Wasser erhält. Mithilfe lokaler Multiplikatoren im oberen und unteren Einzugsgebiet von La Guajira werden Ideen für die nachhaltige Nutzung von Land und Wasser entwickelt, abgestimmt und umgesetzt. Mit dem vorliegenden Projekt unterstützen Caritas Schweiz und die kolumbianischen Partnerorganisationen mindestens 3'000 bis 4'000 Menschen sowie lokale Institutionen. Ziel ist es, zukunftsfähige, an das veränderte Kilma angepasste Einkommensquellen zu identifizieren, das Management natürlicher Ressourcen zu stärken, um dadurch die prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels im Projektgebiet zu mildern. 

Komponente 1: Zusammenhänge erkennen und verstehen 

Um das genannte Ziel zu erreichen ist ein breites und umfassendes Verständnis der Zusammenhänge zwischen klimatischen Veränderungen und der Übernutzung von natürlichen Ressourcen eine wichtige Grundlage. Die Bevölkerung wird mithilfe partizipativer Methoden und Planungsinstrumenten für das Zusammenspiel von Klimawandel, Ressourcennutzung und die möglichen Auswirkungen des veränderten Klimas auf ihre Lebensgrundlagen sensibilisiert. Ressourcenschonende, angepasste Anbau- und Lebensstrategien im Einzugsgebiet des Flusses Camarones werden identifiziert und analysiert. 

Komponente 2: Massnahmen zum schonenden Umgang mit Ressourcen als Anpassung an den Klimawandel 

Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, werden die Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel von der Quelle bis hin zur Mündung der kleinen Wasserläufe umgesetzt. Sie umfassen den Schutz der Quellen vor Sedimenteintrag und Verschmutzung, Wiederaufforstung für eine verbesserte Vegetationsdecke sowie verbesserte und angepasste Anbau- und Bewässerungstechniken zur bodenschonenden Landwirtschaft. Damit werden sowohl Erfolge für die Bewohner der Projektregion erzielt, die infolge bessere Produkte anbauen können, als auch die Wasserverfügbarkeit in Zukunft erhöht. Somit stärkt das Projekt die Widerstandskraft der Bevölkerung gegen negative Auswirkungen des Klimawandels.

Komponente 3: Zahlung für Ökosystemdienstleistungen

Um die Massnahmen auch nach Projektende zu finanzieren und die notwendige Unterstützung zu erhalten, wird von der Partnerorganisation ein Gebührensystem entworfen, das Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen zwischen Bewohnern im oberen und unteren Teil des Wassereinzugsgebiets vorsieht. In anderen Gegenden Kolumbiens kann unser erfahrener Partner Semillas de Agua in diesem Bereich grosse Erfolge vorweisen.

Komponente 4: Allianzen bilden

Ressourcenschutz und Anpassung an den Klimawandel erfordern die Zusammenarbeit vieler Personen, verschiedener Akteure und Organisationen, insbesondere in einer Gegend Kolumbiens, in welcher der Austausch zwischen Staat und Bevölkerung kaum stattfindet. Daher werden staatliche Akteure wie Regionalentwicklungsbehörden, Verwaltungen von Naturschutzgebieten sowie weitere zentrale Akteure des Projektgebiets von Anfang an miteinbezogen. Im Rahmen des Projekts wird ein Austauschgefäss aufgebaut wo die lokalen Akteure sich regelmässig treffen. Dadurch werden strategischen Allianzen aufgebaut, die die Umsetzung und Weiterführung des Gebührensystems übernehmen und dadurch die Nachhaltigkeit und Wirksamkeit der Massnahmen gewährleisten. Weiterbildungen und Workshops für involvierte Institutionen, Familien und Mitglieder der Lokalregierung zum Thema Klimaanpassung, komplementieren das Projekt und tragen zu dessen Nachhaltigkeit bei.

 
  • Adapting to Climate Change in La Guajira, Colombia
    Dateiformat: pdf / 838 KB
    Fact Sheet zum Projekt P190005 (englisch) Download
 

Ihre Spende

 
Ersatzinhalt-Startseite-Standard-DE
 
 

Caritas Schweiz
Adligenswilerstrasse 15
Postfach
CH-6002 Luzern

 

PC 60-7000-4
IBAN CH69 0900 0000 6000 7000 4
Spenden können bei den Steuern in Abzug gebracht werden.

 

Spenden­beratung

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne persönlich. 

MEHR