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Kenia

Verminderter Holzverbrauch trägt zum Klimaschutz in Teeanbauregionen bei

In Kenia verwenden zwei Drittel der Bevölkerung Brennholz und Feuerkohle als primäre Energiequellen. Der Waldbestand ist dadurch bereits stark geschrumpft – mit verheerenden Auswirkungen auf die Umwelt. Auch die Teeanlagen im Kericho County werden mit viel Holz betrieben. Dieses Projekt hat zum Ziel, nachhaltige Strategien für den Klimaschutz in Kericho zu entwickeln. Dazu werden Daten zum Energieverbrauch erhoben und mögliche Strategien identifiziert, welche schliesslich von Zielgruppen aus der Bevölkerung getestet werden. 

 

Land / Region / Ort
Kenia, Kericho


Zielgruppe
60 Haushalte, sechs Schulen, eine Teefabrik


Mittelbedarf
146'769 Franken


Projektdauer
15.11.2017 bis 14.11.2018 (12 Monate)


Projektnummer
P170094


Projektziel
Im Rahmen des Projekts werden Strategien zum Schutz des Klimas und zur verbesserten Anpassungsfähigkeit der lokalen Bevölkerung an den Klimawandel identifiziert und getestet.


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27; ngrossento make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Kenia zählt zu den aufstrebenden Volkswirtschaften südlich der Sahara und hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 zu einem industrialisierten Land mittleren Einkommens zu werden. Wichtiger Bestandteil dabei ist der Zugang zu nachhaltiger Energie für seine Einwohnerinnen und Einwohner. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Zurzeit verwenden zwei Drittel der Bevölkerung Brennholz und Feuerkohle als primäre Energiequelle. In ländlichen Gebieten sind es bis zu 90 Prozent der Bevölkerung. Nebst Privathaushalten benutzen auch Landwirtschafts- und Industriebetriebe sowie Schulen aus Holz gewonnene Energie für das Betreiben von Maschinen, zum Kochen oder Heizen.

Schon heute würden Kenia zwei Millionen Tonnen fehlen, würde nur so viel Holz geerntet, wie auch wieder nachwächst. Die Nachfrage nach Holz kann also nicht nachhaltig gedeckt werden. Die kenianische Bevölkerung wächst um 2,6 Prozent pro Jahr. Bei gleichbleibendem Wachstum bedeutet dies eine Verdoppelung der Bevölkerung bis 2050 und eine weiter steigende Nachfrage nach Holz. Das Land, das einst von üppigen Wäldern bedeckt war, leidet entsprechend unter einer starken und oft illegalen Abholzung. Heute sind nur noch sechs Prozent des Landes bewaldet. Falls aufgeforstet wird, geschieht dies meist in Form von Monokulturen – mit gravierenden Folgen für die Umwelt: Bodenerosion und Abnahme der Bodenqualität sind weit verbreitet, Flüsse führen zunehmend weniger Wasser und der Grundwasserpegel sinkt. Gleichzeitig nehmen soziale Konflikte um fruchtbares Land und Wasser zu.

Kericho County befindet sich im Westen Kenias und besteht aus fünf Sub-Counties mit einer administrativen Hauptstadt, Kericho Stadt. Das County besitzt fruchtbares Land und befindet sich auf einer Höhe von durchschnittlich 2000 Metern. Die über eine Million Einwohnerinnen und Einwohner sind mehrheitlich Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

Kericho ist bekannt für den Anbau von Tee, einem der Hauptexportprodukte Kenias. Die Teefabriken in Kericho beschäftigen insgesamt mehr als 200’000 Leute. Dessen Verarbeitung ist jedoch sehr energieintensiv. Durch das Verbrennen von Holz wird Dampf erzeugt, mit dem die Anlagen zum Trocknen der Teeblätter betrieben werden. Das Holz wird dabei in eigenen Monokulturen angebaut oder auf dem Markt gekauft. Oft stammt es vom letzten, ursprünglichen Wald Kenias: dem Mau-Wald.

Caritas Schweiz ist seit mehreren Jahrzehnten in Ostafrika tätig und in Kenia mit einer eigenen Landesgesellschaft vertreten. Caritas Schweiz engagiert sich in Kenia überwiegend in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, Klimawandel und Humanitäre Hilfe. Der geographische Fokus der Arbeit vor Ort liegt auf den Gebieten Marsabit und Kericho.

 

Was tun wir?

Das vorliegende Projekt hat zum Ziel, nachhaltige Strategien für den Klimaschutz in Kericho zu identifizieren, welche gleichzeitig die Anpassungsfähigkeit der lokalen Bevölkerung an den Klimawandel stärken. Die identifizierten Strategien sollen helfen, grossflächig CO2-Emissionen einzusparen und zugleich die Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung nach bezahlbarer Energie erfüllen. Hierzu wird in einem ersten Schritt eine umfassende Studie zu den existierenden Praktiken und Energiesystemen in einer Teefabrik, sechs Schulen und sechzig Privathaushalten durchgeführt. In einem zweiten Schritt, werden potenzielle Strategien für den Klimaschutz identifiziert, die anschliessend von den Zielgruppen getestet und gegebenenfalls weiter optimiert werden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass am Ende nur Strategien ausgewählt werden, die wirklich nachhaltig sind.

Folgende, konkrete Aktivitäten werden während den einzelnen Schritten unternommen:

  1. Die Zielgruppen analysieren zusammen mit dem Projektteam die Risiken, denen sie aufgrund des Klimawandels ausgesetzt sind. In diesem Zusammenhang wird auch geklärt, welche Vorteile eine verbesserte Anpassung an den Klimawandel und Klimaschutz allgemein für sie haben. Hierzu werden ergänzend Kerndaten rund um den Energieverbrauch in der betreffenden Teefabrik, den Schulen sowie den Privathaushalten erhoben. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die Art und Intensität der Nutzung verschiedener Energiequellen sowie die verwendeten Energiesysteme wie beispielsweise die Art der Trocknungsanlage in der Teefabrik. Weiter werden gängige Praktiken wie zum Beispiel die Kochgewohnheiten der Privathaushalte erfasst. Schliesslich wird der Ursprung der unterschiedlichen Energieträger erhoben.
  2. Mithilfe der erhobenen Daten werden anschliessend potenzielle Strategien für den Klimaschutz in Kericho identifiziert und hinsichtlich ihrer Machbarkeit evaluiert. Dies können beispielsweise optimierte Ventilatoren für Fabriken oder energieeffizientere Öfen zum Kochen in Privathausalten und Schulen sein. Aber auch eine verbesserte Lagerung und Trocknung des Holzes kann seinen Brennwert erhöhen und dadurch die Energiegewinnung effizienter machen. Weitere, mögliche Strategien sind im Bereich des nachhaltigen Anbaus von Holz angesiedelt und zielen darauf ab, die Bodenerosion und den Wasserverbrauch einzudämmen. Um die Tauglichkeit der identifizierten Strategien zu bestätigen, werden diese anschliessend von den Zielgruppen selber getestet. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Strategien den Bedürfnissen der finalen Anwenderinnen und Anwender entsprechen oder andernfalls weiter optimiert werden. Dies erhöht die Chance, dass die Strategien effektiv und über viele Jahre hinweg angewendet werden.
  3. Basierend auf den Resultaten der beiden ersten Schritte, werden schliesslich jene Strategien ausgewählt, die sowohl massgeblich zum Klimaschutz in Kericho beitragen als auch die Anpassungsfähigkeit der Zielgruppen an den Klimawandel fördern.

Das Projekt legt das Fundament für zukünftige Projekte der Caritas Schweiz in Kenia im Bereich der Bekämpfung des Klimawandels. Es wird in Zusammenarbeit mit Caritas Kericho umgesetzt und eng von einem Team von Klimaspezialistinnen und Klimaspezialisten der Caritas Schweiz begleitet.

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