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Kambodscha

Schutz vor Überschwemmungen

Die jährlichen Überschwemmungen in Kambodscha sind aufgrund des Klimawandels intensiver geworden und verursachen mehr Schäden. Caritas unterstützt Gemeinden dabei, sich auf die Risiken besser vorzubereiten. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Sicherstellung von sauberem Trinkwasser.

 

Land / Region / Ort
Kambodscha, Banteay Meanchey


Zielgruppe
33 von Armut und Naturkatastrophen stark betroffene Gemeinden. Insgesamt 46 000 Menschen, die in rund 10 000 Familien leben.


Mittelbedarf
537 891 Franken


Projektdauer
01.08.2014 bis 31.03.2018


Projektnummer
P170074


Projektziel
Arme Gemeinden, die immer wieder von Überschwemmungen und Trockenheit heimgesucht werden, sind besser gewappnet gegenüber Katastrophen und stärken ihre Widerstandskraft. Besonders verletzliche Gemeinden haben besseren Zugang zu ganzjähriger Wasserversorgung.


Projektverantwortliche
Ethel Grabher, Tel: 041 419 23 52, egrabherto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien / Europa

 
 

Worum geht es?

Nachwirkungen des bis 1993 andauernden Bürgerkrieges sind in Kambodscha immer noch sichtbar: mangelhafte Infrastruktur, fehlende Sozialleistungen und eine von Armut gezeichnete Bevölkerung. Trotz des Wiederaufbaus und des in den letzten Jahren gestiegenen Nationaleinkommens gehört das südostasiatische Land zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (Least Developed Countries). Hohe Armutsraten von 35-40 Prozent und eine klaffende soziale Schere zwischen Arm und Reich bestimmen das gesellschaftliche Leben Kambodschas. Die Landwirtschaft gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen und sichert die Existenz von Tausenden von Familien. Aber gerade die Landwirtschaft ist von den Folgen des Klimawandels am meisten betroffen. Extreme Fluten, Wirbelstürme und Dürreperioden treffen das Land immer wieder hart. Die Menschen kämpfen noch heute mit den Folgen der Sturm- und Flut-Katastrophen in den Jahren 2009 und 2011 und den sich seit einigen Jahren plötzlich häufenden Dürreperioden. Im Oktober und November 2013 kam es erneut zu massiven Fluten, infolge der vielen Zyklone und Taifune in Südostasien, die mit dem Wind auch enorme Regengüsse mit sich brachten. Laut der UN kamen 188 Menschen in den Fluten ums Leben und 1.7 Millionen Menschen in Kambodscha waren von den Fluten betroffen.

Jedes Jahr während der Regenzeit wird das Land überschwemmt. Aufgrund des Klimawandels sind die Fluten in den letzten Jahren allerdings viel höher und stärker geworden. Diese Fluten richten nicht nur eine unerwartete Zerstörung an, sie führen auch zu Trinkwasserverschmutzung und bringen ein grosses Risiko mit sich, dass vor allem kleine Kinder an tödlichen Durchfallerkrankungen sterben. Gerade die ärmsten Dörfer und Familien leiden besonders unter diesen neuen Begebenheiten. Sie haben nicht die Ressourcen, um mit Katastrophen umzugehen.

Kambodscha hat eigentlich grosse potentielle Wasserressourcen. Es gibt Seen, Flüsse, viel Grundwasser und saisonale Regenfälle. Doch dieses Potential ist bei weitem nicht erschlossen. Die ländliche, arme Bevölkerung kann dieses Wasser nicht effektiv nutzen. Während der Trockenzeit haben Haushalte und die Landwirtschaft nicht genügend Wasser. Die Kleinbauern können also nur während der Regenzeit ihre Felder nutzen. Im Nordwesten des Landes, in der Provinz Banteay Meanchey, ist die Situation besonders drastisch. Im 2013 wurden 23'000 Hektaren Reisfelder durch Dürre zerstört. Weniger als ein Fünftel der Bevölkerung hat eine Toilette oder Latrine und 72 Prozent haben nicht einmal Zugang zu sauberem Trinkwasser in dieser Region.

 

Was tun wir?

Ziel des Projektes ist es, dass die Menschen ihre Widerstandsfähigkeit selber stärken können, damit sie weniger anfällig sind auf Naturkatastrophen. Die Gefahr, in eine Abwärtsspirale der Armut zu geraten, soll verringert werden.

Gemeinsam mit den Behörden analysieren Gemeinden ihre Situation. Risiken werden eruiert und dann legen die Dörfer gemeinschaftlich fest, wie sie sich besser auf Überschwemmungen und Trockenheit vorbereiten können. Das Projekt führt deshalb eine partizipative Erhebung durch, wer, wie und wo die Menschen am meisten durch Trockenheit, Fluten oder andere Naturgewalten gefährdet sind. Gemeinsam mit den Behörden werden Aktionspläne und Wassermanagementpläne auf Gemeinde- und Dorfebene ausgearbeitet.

Die Erhebungen werden von einem Team von Experten von Organisationen und Regierungsstellen gemeinsam mit den betroffenen Einwohnern und Einwohnerinnen durchgeführt. Menschen aus den Gemeinden, Vertreter von Regierungsstellen und von lokalen Organisationen werden in Katastrophenbereitschaft geschult, damit sie die Bevölkerung frühzeitig warnen und die Menschen, Felder und Güter schützen können. Diese Aktivitäten bieten eine Grundlage für die Arbeit mit der Gemeinde und den Behörden zur Katastrophenprävention.

Neben der Katastrophenvorsorge werden Massnahmen erarbeitet zur Verbesserung der Infrastruktur (befestigte Strasse, erhöhte Notunterkunft, Brücken, Bootanlegestellen), der Methoden in der Landwirtschaft (Wassernutzung, Bewässerung und Trockenreisanbau) und Massnahmen zur nachhaltigen Umweltnutzung gefördert (Aufforstung, Befestigung von Feldern und Wegen). All diese Massnahmen helfen den Menschen in diesen armen Gebieten besser mit Katastrophen und Klimawandel umzugehen.

Die Wasserversorgung ist ein wichtiger Teil dieser Vorsorge. Sauberes, gefiltertes Trinkwasser muss auch während Überschwemmungen für die Ärmsten vorhanden sein. Wassertanks ermöglichen es, Reserven für Dürrezeiten anzulegen.

 

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