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Kambodscha

Schutz vor Fluten und Trockenheit

Kambodscha spürt die Folgen des Klimawandels besonders stark. Überschwemmungen sind intensiver geworden, Trockenphasen länger. Die Caritas unterstützt ländliche Gemeinden dabei, sich besser an die veränderten Bedingungen anzupassen. Wichtige Aspekte sind dabei die Sicherstellung einer guten Wasserinfrastruktur und das Verbreiten von Wissen zu ökologischem, hygienischem Handeln.

 

Land / Region / Ort
Provinz Banteay Meanchey, Kambodscha


Zielgruppe
10‘000 Familien / 40'000 Menschen in 50 Dörfern
8 Primarschulen mit 3‘250 Schüler/innen und Lehrer/innen


Mittelbedarf
1'551'554 Schweizer Franken


Projektdauer
01.04.2018 bis 31.03.2021


Projektnummer
P180041


Projektziel
Gemeinden, die abwechslungsweise von verheerenden Überschwemmungen und Dürren heimgesucht werden, sind durch ein umfassendes Risikomanagement besser gewappnet für Katastrophen. Die Wasserversorgung ist reguliert, sodass die Flutgefährdung verringert und ein ganzjähriger Zugang zu Wasser für Landwirtschaft und Haushaltzwecke gesichert ist. Zudem wenden 8 Primarschulen das «Blue Schools»-Konzept an. Die Kinder lernen spielerisch ökologisches Handeln sowie hygienische Verhaltensweisen.


Projektverantwortliche
Ethel Grabher, Tel: 041 419 23 52, egrabherto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien / Europa

 
 

Worum geht es?

Während den verheerenden Jahren des Terrorregimes von Pol Pot und seinen Roten Khmer in den 70er Jahren und dem bis 1993 andauernden Bürgerkrieg wurde sämtliche Infrastruktur von Kambodscha zerstört. Das Land weist zwar ein rasantes Wirtschaftswachstum auf, dieses geht jedoch an der Landbevölkerung vorbei, die 80 Prozent der 15 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner ausmachen. Kambodscha gehört deshalb noch heute zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (least developed countries). 30-40 Prozent der Haushalte leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Kambodscha gehört ausserdem zu denjenigen Ländern, welche gegenüber Naturgefahren und Klimarisiken am verletzlichsten sind.

Die Provinz Banteay Meanchey liegt im Nordwesten des Landes. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Diese ist von den Folgen des Klimawandels am meisten betroffen. Die meisten Haushalte bauen ausschliesslich Reis an. Veraltete Anbaumethoden vermindern die Ernte. Die kleinbäuerlichen Familienbetriebe kommen bislang nur begrenzt in den Genuss verbesserter Bewässerungssysteme. Während der langen Trockenzeit liegen die Felder brach und die Haushalte leiden unter dem Wassermangel, der Wohlbefinden und Hygiene beeinträchtigt – obwohl Kambodscha eigentlich grosse potentielle Wasserressourcen hat. Es gibt Seen, Flüsse und saisonale Regenfälle. Diese sind dann während der Regenzeit so intensiv, dass das Land überschwemmt wird. Aufgrund des Klimawandels ist die Regenzeit tendenziell kürzer, aber dafür umso intensiver geworden. Fluten sind in den letzten Jahren stärker geworden und haben zu grossen Zerstörungen geführt. Gerade die ärmsten Dörfer und Familien leiden besonders unter diesen neuen Begebenheiten. Sie haben nicht die Ressourcen, um mit Katastrophen umzugehen. Es fehlt an Wissen, wie das Wasser für den Ausbau und die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion im Rahmen einer Kleinbewässerungslandwirtschaft genutzt werden kann. Es fehlt auch an Know-how zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion durch klimaresistente und diversifizierte Anbaumethoden.

Klimawandel ist ein dynamischer, komplexer Prozess. Erfolgversprechende Anpassungsmassnahmen müssen deshalb flexibel und resilient (widerstandsfähig) sein. Statt erst im Nachhinein auf Naturkatastrophen zu reagieren und mit Nothilfe die schlimmsten Schäden zu beheben, soll mit diesem Projekt präventiv und schadensbegrenzend gearbeitet werden. Mit einem ganzheitlichen Ansatz wird die Widerstandskraft der Gemeinden, der Behörden und des Katastrophenschutz-Netzwerkes gestärkt.

 

Was tun wir?

Von 2014 - 2017 hat Caritas Schweiz bereits mit zwei lokalen Partnerorganisationen zusammengearbeitet mit dem Ziel, die Bevölkerung in 35 Gemeinden über Naturgefahren zu informieren und gemeinsam Massnahmen zu erarbeiten, um auf Katastrophen besser vorbereitet zu sein und ihre Lebensgrundlagen zu diversifizieren. Das Projekt hat Erfolge erzielt: Mit Dämmen, Teichen und Kanälen werden die Wassermassen während der Regenzeit reguliert und gesammelt für die Trockenzeit. Dank besserer Bewässerung sind die Erträge gestiegen, Einkommen und die Nahrungsmittelversorgung haben sich verbessert. Die Wassersituation während der Trockenzeit hat sich durch kommunale Wasserspeicher auch auf Haushaltebene verbessert, mit positiven Folgen für Hygiene und Gesundheit. Katastrophenschutz-Schulungen und das Einrichten von Schutzzonen und von Notvorräten (Lebensmittel, Wasser, Saatgut) verhindern den Verlust von Leben und Existenzgrundlagen. Durch das enorme Engagement vor allem auch von Frauen wurde sämtliche Infrastruktur zu einem grossen Teil lokal finanziert. Auf der politischen Ebene hat sich die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Behörden und der Bevölkerung verbessert. Ausserdem unterstützt das Projekt ein DRR-Netzwerk auf Provinzebene mit ähnlich gesinnten NGOs und macht Lobbyarbeit auf nationaler Ebene.

Die zweite Projektphase baut auf den Erfahrungen und Erfolgen der ersten Phase auf. Neu sind 50 Gemeinden ins Projekt einbezogen. Gegenüber der ersten Phase gibt es einige Neuerungen. So werden neu acht Primarschulen einbezogen, in denen verbesserte Hygienepraktiken wie häufigeres Händewaschen, sauberes Trinkwasser und Umweltschutz in den Lehrplan aufgenommen werden (Blue School Konzept). Jede Schule profitiert auch von verbesserten Wasser- und Sanitärinstallationen. Im Schulgarten lernen die Schülerinnen und Schüler, wie die Produktion von Nahrungsmitteln eng mit einem effizienten und nachhaltigen Gebrauch von natürlichen Ressourcen zusammenhängt. Insgesamt werden 3'150 Kinder und 100 Lehrpersonen erreicht.

Von der Regierung wurden zwei grosse Wasserinfrastruktur-Projekte mit Dämmen und Kanälen im Projektgebiet realisiert, durch welche Überschwemmungen und Dürren in der Gegend verhindert werden sollen. Die lokalen Partnerorganisationen engagieren sich im Bewässerungsmanagement und unterstützen die Regierungsstellen und die Gemeinden darin, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, damit alle gleichermassen von der Bewässerung profitieren und um schädliche Auswirkungen auf die natürliche, wirtschaftliche und soziale Umwelt zu vermeiden.

Klimasensible, ökologisch nachhaltige Landwirtschaft gewinnt nochmals an Bedeutung. Bauern und Bäuerinnen lernen den Umgang mit modernen landwirtschaftlichen Techniken, um einerseits die Erträge zu erhöhen und ihre Qualität zu verbessern und andererseits nebst Reis auch ernährungstechnisch wertvolle Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte anzubauen. So können sie ihre Produkte auf dem lokalen Markt verkaufen, ein höheres Einkommen erzielen, aber auch ihre eigene Ernährung verbessern.

 

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