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Indonesien (Bali)

Recycling von Altpflanzenöl

In Bali sammelt ein Sozialunternehmen Altpflanzenöl aus Hotelküchen und Restaurants und verarbeitet es zu Biodiesel. Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie Caritas Schweiz CO2-Minderung mit lokalen Entwicklungsimpulsen verbindet. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit MyClimate und dem Reiseanbieter Kuoni.

 

Land/Region/Ort:
Indonesien, Bali, Denpasar


Mittelbedarf:
1 073 127 Franken


Projektdauer:
bis 31.12.2022


Projektnummer:
P110184


Projektziel:
Ein Sozialunternehmen recycelt Altpflanzenöl aus Hotels und Restaurants zu Biodiesel. Durch das Recycling wird zum Klima-, Gesundheits- und Umweltschutz beigetragen.


Projektverantwortlicher:
Ethel Grabher, Tel. +41 41 419 21 18; egrabherto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Asien/Europa

 
 

Worum geht es?

Seit vielen Jahren sind Entwicklungsorganisationen im Bereich der Adaption an den Klimawandel in Entwicklungs- und Schwellenländern engagiert. Für Caritas gilt dies in ihren Entwicklungsprojekten ebenso wie beim Wiederaufbau nach Katastrophen und Konflikten. Im Vordergrund steht dabei unter anderem die Anpassung landwirtschaftlicher Anbaumethoden an veränderte Klimabedingungen sowie die Realisierung von Schutzmassnahmen vor vermehrt auftretenden Extremwetterereignissen und Umweltveränderungen. Darüber hinaus hat Caritas langjährige Erfahrungen mit der Einführung erneuerbaren Energien im Süden, auch wenn diese Aktivitäten nicht explizit als Klimaschutzmassnahmen verstanden wurden: Es geht um die Entwicklung und Realisierung kostengünstiger, angepasster Energielösungen, die gleichzeitig auch umweltverträglich sind. Denn der Klimaschutz darf nicht dazu führen, dass armen Menschen im Süden das Recht auf Entwicklung vorenthalten wird.
Seit einigen Jahren legt Caritas einen weiteren Schwerpunkt auf Massnahmen, die explizit der CO2-Minderung dienen. Im Zentrum stehen Technologien wie Biogas- und Kleinst-Wasserkraftanlagen, aber auch das Recycling von organischen Reststoffen. Armen Menschen sollen so Entwicklungsperspektiven auf der Basis von erneuerbaren Energien vermittelt werden. Mit CO2-Minderungsprojekten lassen sich zudem vielfältige Synergien zwischen Entwicklungsförderung und Klimaschutz erschliessen.

 

Was tun wir?

Die touristischen Zentren Balis sorgen nicht nur für Beschäftigung der Einheimischen und (kulinarische) Ferienvergnügen der Touristen, sondern verursachen beispielsweise auch grosse Mengen Altpflanzenöl aus den Hotelküchen und Restaurants, für das es bisher keine sichere Entsorgungslösung gibt. Dieser wertvolle Reststoff gelangt direkt in die Umwelt, entweder mit dem Küchenabwasser oder in Kanistern zusammen mit dem Hausmüll, ohne dass es dafür eine hiesigen Standards entsprechende Abwasserbehandlung oder Abfalldeponierung gäbe. Altpflanzenöl findet aber auch den Weg zurück in die Woks kleiner Garküchen. Das ist nicht nur unappetitlich, die Verwendung des verunreinigten und verbrauchten Öls birgt auch Gesundheitsrisiken durch krebserregende Substanzen.
In Zusammenarbeit mit MyClimate und Kuoni hat Caritas daher einen Weg entwickelt, diesem Problem mit einer nachhaltigen Lösung zu begegnen, das heisst CO2-Minderung mit lokalen Entwicklungsimpulsen zu verbinden: Das Altpflanzenöl balinesischer Hotelküchen und Restaurants wird gesammelt und zu Biodiesel verarbeitet. Ein Sozialunternehmen, in dem sozial benachteiligte Menschen beschäftigt und ausgebildet werden, sammelt und verarbeitet das Öl. Der daraus gewonnene Biodiesel wird verkauft und mit dem Erlös werden die Betriebskosten des Sozialunternehmens gedeckt. Gekauft wird der Biodiesel beispielsweise von Hotels für die klimafreundliche Nutzung ihrer Kleinbusse. Dank des Biodiesels können diese Hotels ihre CO2-Bilanz verbessern und gleichzeitig werbewirksam ihre ökologische und soziale Verantwortung aufzeigen. Die erzielte CO2-Reduktion wird in Form von Emissionszertifikaten an den Reiseveranstalter Kuoni verkauft, der damit seine eigene CO2-Bilanz verbessern kann. Die aus dem Verkauf erzielten Einnahmen dienen der Rückfinanzierung der Anfangsinvestitionen. Das Recyclingprojekt wird nach dem Gold-Standard zertifiziert, einem unabhängigen Label, das Klimaschutzprojekte auszeichnet, die einen hohen ökologischen und sozialen Nutzen haben sowie langfristig und sicher zur Emissionsreduktion beitragen. Unterstützt wird das Projekt vom Kanton Genf, von der deutschen Entwicklungsgesellschaft DEG sowie von der Plattform REPIC für erneuerbare Energien. 
In dem Projektansatz kombiniert Caritas ihre Kompetenzen und Erfahrungen aus anderen Entwicklungsprojekten mit ihren lokalen Ortskenntnissen und Netzwerken. So leistet sie einen Beitrag zur Verringerung der Klima- und Umweltbelastungen durch die Touristengebiete Balis. Ausserdem wird in der Region mittelfristig das Bewusstsein für Klima- und Umweltprobleme gestärkt, was weitere CO2-reduzierende Initiativen bewirkt.

 

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