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Bangladesch

Bessere Katastrophenbereitschaft

Caritas arbeitet in Bangladesch seit vielen Jahren mit armen Dorfgemeinschaften und unterstützt sie, ihre Lebensgrundlagen zu verbessern. Dabei wird in Dörfern, die von Überschwemmungen und Wirbelstürmen besonders häufig heimgesucht werden, die Katastrophenbereitschaft erhöht.

 

Land/Region/Ort
Bangladesch, Netrakona (Zentral Bangladesh) und Borguna (Südwesten)


Zielgruppe
17 675 Familien in von Überschwemmungen besonders betroffenen Gebieten und die Regierung von Bangladesch


Mittelbedarf
887 090 Franken


Projektdauer
01.10.2014 bis 31.12.2017


Projektnummer
P140145


Projektziel
Den Folgen des Klimawandels sollen Massnahmen entgegengesetzt werden, damit insbesondere die Ärmsten besser auf die zunehmenden Naturkatastrophen vorbereitet sind.


Projektverantwortliche
Jan Gruss, Tel: +41 41 419 22 51, jgrussto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Asien/Europa

 
 

Worum geht es?

Bangladesch gehört zu den ärmsten Staaten auf dem asiatischen Kontinent. Dies, obwohl es sich vor allem mit dem Anbau von Reis weitgehend selber versorgen kann und sich die Wirtschaft positiv entwickelt. Ein Grund für die Armut ist das hohe Wachstum der Bevölkerung. Das Land umfasst zwar nur drei Mal die Fläche der Schweiz, hat aber eine 20-mal höhere Bevölkerungszahl. Damit gehört Bangladesch zu einem der am dichtesten bevölkerten Länder dieser Erde.

Zum Problem der Armut kommt hinzu, dass das Land regelmässig von verheerenden Naturkatastrophen heimgesucht wird, was auch eine Folge des Klimawandels ist. Über 70 Prozent der Landesfläche liegen nämlich im Deltagebiet der drei grossen Flüsse, Ganges, Brahmaputra und Megna, die aus Indien und dem Himalaya in Bangladesch ins Meer fliessen. So liegt das Land durchschnittlich nur einige Meter über dem Meeresspiegel und wird regelmässig überflutet. Die Bangladeschi haben sich zwar daran gewöhnt, mit der Flut zu leben und nutzen das Wasser auch, um ihre fruchtbaren Reisfelder zu fluten. Wassermassen aus dem Norden zur Monsunzeit oder Flutwellen vom Meer her in Begleitung von Wirbelstürmen richten aber auch regelmässig grosse Schäden an. Je dichter das Land besiedelt ist, desto riskanter werden die Wohnlagen von Neusiedlungen der stetig wachsenden Bevölkerung. Und es sind vor allem die armen und landlosen Familien, die an gefährlichen Flussufern und auf Inseln siedeln müssen, die immer wieder weggeschwemmt werden. Gerade sie sind oft schlecht auf Katastrophen vorbereitet und verfügen weder über (rechtzeitige) Informationen, noch über Strategien, um sich selber und ihr Hab und Gut vor den verwüstenden Wassermassen oder Wirbelstürmen in Sicherheit zu bringen.

 

Was tun wir?

Caritas arbeitet in Bangladesch schon sei vielen Jahren mit armen Dorfgemeinschaften und unterstützt sie darin, ihre Lebensgrundlagen zu verbessern. Seit einigen Jahren hat Caritas begonnen, in Regionen, die von Überschwemmungen und Wirbelstürmen besonders heimgesucht werden, mit der Bevölkerung Bereitschaftsstrukturen aufzubauen. Einerseits hat jede Gemeinde ein Katastrophen-Management-Komitee. Zum anderen gibt es in jeder Gemeinde mehrere Freiwilligenteams, die bestimmte Aufgaben übernehmen: Die einen sind für die Frühwarnung der Dorfbevölkerung vor Katastrophen zuständig, die anderen übernehmen die Aufklärungsarbeit für die Bevölkerung darüber, wie sie sich am besten vorbereiten können, ihre Besitztümer zu verstauen, ihre Fischteiche zu sichern oder das Dach ihrer Häuser gut zu befestigen, um so die Verluste so gering wie möglich zu halten. Eine dritte Gruppe der Freiwilligenteams ist im Katastrophenfall zuständig für die Evakuierung von hilfsbedürftigen Dorfbewohner/innen und organisiert mit der Regierung zusammen Notunterkünfte. Ein weiteres Team ist für Erste Hilfe-Massnahmen zuständig. Je nach Situation und Bedarf gibt es weitere freiwillige Teams.

Eine solche Hilfe-Struktur entsteht nicht von heute auf morgen und muss regelmässig geübt werden. Seit mehreren Jahren unterstützt Caritas die Regierung, in den am meisten betroffenen Gemeinden des Landes in verschiedenen Distrikten die notwendigen Strukturen aufzubauen. Viele von ihnen brauchen heute keine Hilfe mehr. Bei anderen braucht es noch mehr Unterstützung und Begleitung. Es hat sich auch herausgestellt, dass vor allem die ärmsten Familien, die häufig schlecht in die Dorfgemeinschaft integriert sind, im Katastrophenfall den grössten Schaden erleiden und sich danach nur schwer wieder erholen können. Im neuen Projekt unterstützt Caritas 17 675 ausgewählte ärmste Familien in zwei Distrikten von Bangladesch, die von den flutartigen Überschwemmungen (Flash Floods) und Wirbelstürmen (Taifunen) am meisten betroffen sind. Sie unterstützt damit nicht nur die Familien direkt, sondern auch den Staat mit der Umsetzung von gesetzlichen Verfügungen und Einführung von Managementstrukturen auf Dorfebene, die massgeblich zur Verminderung von Schäden im Falle von Katastrophen beitragen.

Damit übernimmt Caritas auch eine sehr wichtige Funktion, das Wissen, das in früheren Projektphasen generiert wurde, in neue Projekte einfliessen zu lassen. Dem Staat Bangladesch wird damit durch Wissens- und praktischen Erfahrungsaustausch geholfen, Gesetze umzusetzen und die Bevölkerung durch gezielte Strategien, Trainings, Aufklärung und Vernetzung mit den aufgebauten Bereitschaftstrukturen und Helferteams zu schützen. Dabei ist es wichtig, die Gemeinden, Dörfer und Haushalte aktiv in die Planung von Katastrophenmanagement einzubeziehen. So können sie sich dann selber besser schützen und sich eigenverantwortlich gezielt auf Katastrophen vorbereiten.

Dieses Projekt ist daher ein herausragendes Beispiel dafür, wie die von Caritas erprobten Strukturen nun auch als Modell von der Regierung übernommen werden und in exemplarischen Gemeinden, die besonders katastrophengefährdet sind, eingeführt und getestet werden. Diese Erfahrungen wiederum können dazu dienen, auf nationaler Ebene genutzt und in allen gefährdeten Gemeinden in der gleichen Art und Weise eingeführt zu werden.

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