Äthiopien und Mali

Nahrungssicherheit verbessern und Ökosysteme schützen mit nachhaltigen Wassernutzungs- und Anbausystemen

Die Sahelzone und das Horn von Afrika sind besonders stark von klimatischen Veränderungen betroffen. Dies führt zu Wasserknappheit und gefährdet die Ernährungssicherheit der mehrheitlich in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung. Die Caritas schützt mit diesem Projekt die verfügbaren Wasserressourcen. Sie schafft Anreize, damit die Kleinbauern das Wasser effizienter nutzen, die Ernten erhöhen und somit ihren Bedarf an Nahrungsmitteln decken können. 

 

Land / Region / Ort
Äthiopien und Mali


Zielgruppe
Äthiopien: 7,840 direkt und über 2 Mio. indirekt Begünstigte
Mali: 6'000 direkt und 32'000 indirekt Begünstigte


Mittelbedarf
4'108’605 Schweizer Franken (Äthiopien: 1'387'013 CHF / Mali: 2'721'592 CHF)


Projektdauer
01.07.2019 bis 31.08.2023


Projektnummer
P190028 (Äthiopien) und P190029 (Mali)


Projektziel
Die Nahrungssicherheit ist durch die Förderung von nachhaltigen Wassernutzungs- und Anbausystemen in Seen- und Feuchtgebieten verbessert


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27, ngrossennot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch
Margaux Tharin, Tel: 041 419 22 36, mtharinnot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Sowohl in der Sahel-Zone als auch am Horn von Afrika ist die Gewährleistung der Ernährungssicherheit eine der zentralen Herausforderungen für die Armutsbekämpfung und die Entwicklung der ganzen Region. Die Bevölkerung in der Sahelzone und am Horn von Afrika ist besonders stark von sich verändernden klimatischen Bedingungen betroffen. Die Klimaschwankungen führen zusammen mit intensiver und ineffizienter landwirtschaftlicher Wassernutzung zu Wasserknappheit und gefährden die Ernährungssicherheit in der ganzen Region. Laut UNHCR (2015) ist die Ernährungssituation für mehr als 20 Millionen Menschen nicht gesichert. 

Mali lag 2018 gemäss dem Human Development Index des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) auf Rang 182 von 189 und ist somit eines der ärmsten Länder der Welt. Schätzungsweise 50% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Mehr als 60% der Erwerbstätigen arbeiten im Primärsektor und sind somit direkt betroffen von sich verändernden klimatischen Bedingungen. Der Zugang zu geeigneter landwirtschaftlicher Beratung ist eingeschränkt, was eine Anpassung der Wassernutzungs- und Anbaumethoden an die sich wandelnden Bedingungen erschwert.

Äthiopien ist mit schätzungsweise 100 Millionen Einwohnern bevölkerungsmässig eines der grössten afrikanischen Länder. Rund 70% der Erwerbstätigen arbeiten in der Land- oder Viehwirtschaft. Vom wirtschaftlichen Wachstum der letzten Jahre war die ländliche Bevölkerung jedoch meist ausgeschlossen. Durch Dürre und ausgedehnte Trockenphasen hat sich die bereits angespannte Versorgungslage zusätzlich verschärft. Die Wasserknappheit führt zu einem starken Druck auf die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen und verhindert eine nachhaltige Nutzung der betroffenen Ökosysteme.

In den letzten Jahren fokussierte eine Vielzahl von Projekten auf Produktivitätssteigerungen durch industrielle Bewässerungssysteme für Anbauflächen in Trockengebieten. Grundlage solcher Systeme sind intakte Seen- und Feuchtgebiete, die nun durch Bevölkerungswachstum und unregulierte Nutzung der bestehenden Ressourcen aus dem Gleichgewicht gekommen sind. 

Als Projektregionen wurden zwei nach internationalem Ramsar-Standard klassifizierten Feuchtgebiete in Mali und ein Gebiet in Äthiopien ausgewählt. Die Projektregionen sind in Bezug auf Wasserverfügbarkeit, landwirtschaftliche Intensität, Gefährdung der Ökosysteme und Marktsituation vergleichbar und weisen eine ähnliche soziale Dynamik auf. Die Lebensgrundlage der ansässigen Bevölkerung wird durch den hohen Nutzungsdruck und den massiven Einsatz von Agrochemikalien stark beeinträchtigt. Die Umgebung der Seen und Feuchtgebiete haben ein Potenzial für wirtschaftliche Entwicklung, weisen jedoch sinkende Wasserspiegel auf und sehen sich mit der Gefahr konfrontiert, aufgrund unangepasster Nutzung, in naher Zukunft auszutrocknen.

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz fördert mit diesem Projekt nachhaltige Wassernutzungs- und Anbausysteme, die die landwirtschaftliche Produktivität erhöhen und die langfristige Sicherung eines gefährdeten Ökosystems ermöglichen sollen. Durch die Umstellung auf angepasste Anbaumethoden wird Stabilität für lokale Märkte geschaffen und die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) der Kleinbauern gestärkt.

Im Projekt steht die Stabilisierung und der Schutz der verfügbaren Wasserressourcen im Fokus. Es schafft Anreize, damit die Kleinbauern, die Organisationen des Privatsektors und die Regierungsstellen das Wasser für die Landwirtschaft nachhaltiger nutzen. Caritas Schweiz wird Methoden fördern, um Bewässerungssysteme effizienter zu gestalten. Im Rahmen dieser Massnahmen soll das Bewusstsein gestärkt werden, dass nur mit nachhaltig wirksamen Instrumenten die Lebensgrundlage der ansässigen Bevölkerung erhalten werden kann. Die Aktivitäten zielen darauf ab, dass auch grössere Wassernutzer, wie Firmen der ansässigen Agrarindustrie, sowie die verarbeitende Industrie, auf nachhaltige Wassernutzungstechniken umstellen. 

Um das Produktionspotenzial und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, werden wassereffiziente, agroökologische Massnahmen unterstützt; so werden beispielsweise dürreresistente Sorten eingesetzt. Die Bauern werden darin unterstützt, sich in Kooperativen zu organisieren und somit bessere Marktkonditionen zu erlangen. Nebst der besseren Nutzung des wertvollen Wassers können die lokalen Kleinbauern und -bäuerinnen dank dieses Ansatzes auch ihre Erträge erhöhen und den Nahrungsmittelbedarf besser decken. Durch neue Technologien zur Herstellung, Speicherung und Haltbarmachung ihrer Produkte wird die Energieeffizienz verbessert und somit der Druck auf die natürliche Ressource Holz, und damit das Ökosystem reduziert. Ein wichtiger Aspekt des Projekts ist auch die technische Unterstützung bei der Erstellung und Umsetzung des lokalen Entwicklungs- und Wassernutzungsplans, welche Caritas Schweiz zusammen mit verschiedenen lokalen Partnern leistet.

Im Sourou Becken in Mali herrscht bereits eine chronische Wasserknappheit. Die nomadischen und sesshaften Gemeinden werden stark in die Implementierung der neuen Nutzung- und Bewässerungssysteme miteinbezogen.  Zur Erhaltung des fragilen Ökosystems, der Wassermenge und der Qualität werden agroökologische Anbaumethoden gefördert. Innovative Mikrofinanzierungssysteme sollen den Marktzugang für Frauen verbessern und bilden die Grundlage für Investitionen in Landwirtschaft, Fischerei und Viehzucht.

Im Ziway-Shalla-Becken in Äthiopien werden die lokalen Interessensgruppen über die Auswirkungen der aktuellen Wassernutzung informiert. Weiter werden Workshops und Trainings angeboten, in denen die Kleinbauern Zugang zu wassereffizienten, agroökologischen und klimaschonenden Anbaumethoden erhalten, die zu höheren Erträgen und einer nachhaltigeren Nutzung der natürlichen Ressourcen beitragen. Durch Zertifizierungen und Regenfeldbau soll der nationale und internationale Marktzugang verbessert werden.

Auf institutioneller Ebene werden Modalitäten zur Wassernutzung erarbeitet. In Zusammenarbeit mit den lokalen Regierungsstellen werden Pläne für das Wassermanagement erarbeitet, in denen die Nutzungsmengen der einzelnen Nutzergruppen geregelt werden. Auf der Grundlage von Wasserzählern werden den verschiedenen Nutzern fixe Tarife pro m3 berechnet. Durch die Einnahmen können die lokalen Regierungsstellen finanziert werden und die Einhaltung der erarbeiteten Regeln und Normen langfristig durchgesetzt werden. 

 

Ihre Spende

 
Ersatzinhalt-Startseite-Standard-DE
 
 

Caritas Schweiz
Adligenswilerstrasse 15
Postfach
CH-6002 Luzern

 

PC 60-7000-4
IBAN CH69 0900 0000 6000 7000 4
Spenden können bei den Steuern in Abzug gebracht werden.

 

Spenden­beratung

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne persönlich. 

MEHR