Äthiopien

Alternative Einnahmequellen und besserer Marktzugang für Kleinbauern in Bale

Trotz eines starken Wirtschaftswachstums leben in Äthiopien mehr als ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von zwei US-Dollar am Tag. Besonders armutsbetroffen ist dabei die Landbevölkerung. Das Projekt ist darauf ausgelegt, die Produktionsmethoden, Qualität und Quantität von Honig und Waldkaffee zu steigern und Nebenprodukte wie Propolis oder Bienenwachs zu fördern. Ausserdem soll es Kleinbäuerinnen und Kleinbauern darin unterstützen, die Anbindung an bestehende Märkte zu verbessern und neue Vermarktungswege zu erschliessen.

 

Land / Region / Ort
Äthiopien; Oromia Region, Bale Zone


Zielgruppe
200 Mitglieder einer Kaffeekooperative, deren Haushalte (ca. 1’800 Personen) sowie 49 Mitglieder einer Imker-Kooperative und deren Haushalte (441 Personen). Zusätzlich werden 15 von Frauen geführte Haushalte gefördert. 


Mittelbedarf
491'258 Schweizer Franken


Projektdauer
01.10.2019 bis 31.03.2021 


Projektnummer
P190063


Projektziel
Einen Beitrag leisten zur Verbesserung des Lebensunterhalts von Kleinbauern in Bale, Oromia.


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27, ngrossennot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Mit schätzungsweise 100 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gehört Äthiopien zu den bevölkerungsstärksten Staaten Afrikas. Trotz eines starken Wirtschaftswachstums in den letzten Jahren leben mehr als ein Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von zwei US-Dollar am Tag. Besonders armutsbetroffen ist dabei die Landbevölkerung, vor allem Kleinbäuerinnen und -bauern. Kaffee als Exportprodukt, das rund 30% an die Exportgewinne beiträgt, ist für Bäuerinnen und Bauern in Kaffeeanbauregionen eine Option für Einkommenserhöhung. Die äthiopische Regierung plant wirtschaftliches Wachstum in der Land- und Forstwirtschaft, unter anderem durch die Entwicklung von forstwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Waldkaffee oder Honig.

Äthiopien ist das Ursprungsland des Kaffees. In den verbleibenden Primärwäldern des Landes wachsen Kaffeepflanzen wild und bilden eine einzigartige Sammlung an ursprünglichen und hochwertigen Sorten. Die Nachfrage nach äthiopischem Waldkaffee auf dem internationalen Markt ist hoch und gewisse Käufer sind bereit, für dieses erstklassige, natürlich gewachsene Produkt einen höheren Preis zu bezahlen. Das Potenzial wird oft nicht abgeschöpft, da es an Wissen und Möglichkeiten fehlt, den Kaffee fachgerecht zu verarbeiten und saubere Nachernteprozesse zu etablieren. Neben der schwankenden Qualität und mangelnden Rückverfolgbarkeit ist vor allem auch der Zugang zu hochwertigen Märkten ein grosses Problem, so dass der Waldkaffee oft zu einem herkömmlichen, kommerziellen Preis gehandelt wird.

Mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sehen sich die Waldhonigproduzenten. Die Nachfrage nach Honig auf dem äthiopischen Markt ist zwar ausgesprochen stark und die Preise entsprechend hoch, aber den Produzenten fehlt oft der Zugang zum Markt. Äthiopien ist der grösste Honigproduzent Afrikas und einer der zehn grössten der Welt. Von den rund fünf Mio. Bienenvölkern werden 95% auf jahrhundertealte, traditionelle Weise gehalten und Honig gewonnen. Dabei werden die Bienenstöcke ausgeräuchert, was der Qualität des Honigs stark zusetzt. Im Rahmen der Honigproduktion gibt es zudem nebst Honig weitere Produkte wie Propolis oder Bienenwachs, die verkauft werden können. Das Wissen über die Herstellung und Vermarktung dieser stark nachgefragten Produkte ist in Äthiopien nur mangelhaft vorhanden und soll gefördert werden.

Das Projektgebiet befindet sich in der Bale-Zone in der Region Oromia. Die Projektaktivitäten werden in den Distrikten Goba und Harena Buluk umgesetzt, wo sich das Harena-Waldschutzgebiet und der Bale-Mountain-Nationalpark befinden. 

 

Was tun wir?

Das Ziel des Projekts liegt darin, die lokale Kaffee- und Honigproduktion zu verbessern und Kleinbauern und -bäuerinnen darin zu unterstützen, ihre Einkommensmöglichkeiten zu diversifizieren. Das Projekt ist darauf ausgelegt, die Produktionsmethoden, Qualität und Quantität von Honig und Waldkaffee zu steigern und Nebenprodukte wie Propolis oder Bienenwachs zu fördern. In Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner Caritas Robe werden die Mitglieder der Kooperativen darin unterstützt, die Anbindung an bestehende Märkte zu verbessern und neue Vermarktungswege zu erschliessen.

Ergebnis 1: 200 Kleinbauern einer Kooperative verbessern die Kaffeeproduktion und erschliessen neue Absatzmärkte

Die 200 Mitglieder der Kaffeekooperative in Harena Buluk erhalten Trainings zu den neusten Techniken der Verarbeitung von Waldkaffee. Diese beinhalten sämtliche Schritte des Nachernteprozesses, wie das Pflücken, Sammeln, Trocknen, Schälen, Lagern und Verpacken des Kaffees. Zusätzlich zu den technischen Trainings werden die Bauern und Bäuerinnen auch in den Bereichen Aufbau von Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle, sowie Marketing geschult. Den Kaffeebauern kann damit das hohe Potenzial des Waldkaffees und seinen Vermarktungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Um diese Märkte zu erschliessen, werden Workshops zur Sensibilisierung der Mitglieder der Kooperative durchgeführt, wo diese über die gesetzlichen Anforderungen an den biologischen und nachhaltigen Anbau, die Qualitätsstandards sowie Vorgaben für die Zertifizierung informiert werden.
Neben technischen und betrieblichen Massnahmen zum Aufbau von Wissen und Kapazitäten wird die Kooperative zudem im Aufbau von fachgerechter Infrastruktur zur Verarbeitung des Kaffees unterstützt. Dazu gehören ein Trocknungszentrum mit solarbetriebener Lüftungsanlage und einer den Qualitätsanforderungen entsprechenden Lagereinrichtung. Dadurch kann die Menge und Qualität des Kaffees sowie seine Marktfähigkeit erhöht werden. Als Vorbereitung auf den internationalen Markt werden erste Schritte zur Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit und Zertifizierung unternommen. Zudem wird die Kooperative mit potenziellen Käufern in Verbindung gebracht, die bereit sind, einen höheren Preis für den hochwertigen Kaffee aus nachhaltiger, waldschonender Produktion zu zahlen.

Ergebnis 2: 64 Kleinbauernhaushalte erhöhen und diversifizieren ihre Einkommensmöglichkeiten 

Aufbauend auf bereits bestehenden Initiativen, welche technische Schulungen zu den Grundlagen der Honigverarbeitung vermittelt haben, wird dieses Projekt einen Fokus auf die Qualitätssteigerung und Vermarktung des Honigs legen. Zusätzlich zur Honigproduktion lernen die Bäuerinnen und Bauern in praxisnahen, technischen Kursen, wie sie wertvolle Nebenprodukte wie Bienenwachs oder Propolis herstellen können. Durch die Diversifizierung ihrer Produkte ergeben sich für sie weitere Möglichkeiten der Einkommensgenerierung. Um den Honig und seine Nebenprodukte zu einem guten Preis verkaufen zu können, werden die Mitglieder der Kooperative in Marketing, Erstellung von Businessplänen und Management geschult. Zudem werden lokale Experten ausgebildet, die eine kontinuierliche Unterstützung und Beratung der Bäuerinnen und Bauern sicherstellen können. 
Für die Honigproduktion werden neue Bienenstöcke eingeführt, um insbesondere den Frauen die Produktion, Verarbeitung und Verpackung von Honig zu erleichtern. Hier sieht das Projekt vor, geeignete moderne Bienenstöcke auf dem lokalen Markt zu kaufen und diese an 15 ausgewählte, von Frauen geführte Haushalte zu verteilen. Das Projekt wird die Mitglieder der Kooperative unterstützen, sich besser zu organisieren und Verbindungen zu geeigneten Käufern und anderen Marktpartnern zu etablieren.

 

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