Tadschikistan: Projekt P200073

Landwirtschaftliche Frauengruppen unterstützen das nationale Schulernährungs­programm

 
 

Kontext und Problemstellung

Nach wie vor leben rund zwei Drittel der Bevölkerung Tadschikistans von der Landwirtschaft, gleichzeitig sind weniger als 10% der Gesamtfläche des Landes für die Landwirtschaft geeignet. Eine offizielle Priorisierung von wenigen Anbaupflanzen (Baumwolle, Getreide, Kartoffel) trägt zusätzlich zu häufigen Engpässen in der Versorgung mit Lebensmitteln bei.

Darunter leiden vor allem Kinder: 26% sind chronisch, 10% akut unterernährt. Ein nationales Schulernährungsprogramm soll die Situation verbessern, krankt aber an starker Abhängigkeit von internationaler humanitärer Hilfe. Bislang versorgt vor allem das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen(WFP) Schulen direkt mit Nahrungsmitteln. Aktuell wird dieser Ansatz abgelöst durch Bargeldhilfe (cash transfers) an die Schulen, die damit Lebensmittel auf lokalen Märkten für die Versorgung ihrer Schüler kaufen. Vor dem Hintergrund saisonaler Knappheit von Lebensmitteln ist dieser Ansatz jedoch nur teilweise zielführend, da die von den Schulen aufgekauften Lebensmittel unter Umständen für die allgemeine Versorgung der Bevölkerung fehlen.

Unter Covid-19 verschärft sich diese Situation zusätzlich: Arbeitsmigration in die Nachbarländer ist kaum noch möglich, was gleichzeitig das Einkommen massiv reduziert und den Bedarf an Nahrungsmitteln erhöht.

 

Unsere Ziele

Das Projekt strebt an, die lokale landwirtschaftliche Produktion resilient gegenüber Wetter, Klima und Schocks wie der gegenwärtigen Covid-19-Pandemie zu machen. Das bedeutet eine ökologisch nachhaltige Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität, verbesserte Lagerung sowie Zugang zu neuen Märkten – insbesondere für die Verpflegung an Schulen. Wichtiger Ansatzpunkt hierin ist die Förderung von landwirtschaftlichen Frauengruppen.

 

Unsere Wirkung

Eine nachhaltig gesteigerte Produktivität kann in der in wesentlichen Aspekten staatlich vorgegebenen Produktion vor allem über die Nutzung von Nischen geschehen – Land, das nicht unter Produktionspläne fällt, und Zeit, die das Land zwischen «offiziellen» Feldfrüchten brach liegt. Hierzu passende Fruchtfolgen (insbesondere mit Gemüse und Hülsenfrüchten) kombiniert mit ökologisch verträglichen Anbaumethoden bieten ein wichtiges Potenzial zur Ertragssteigerung und Diversifizierung. Verbesserte Lagerung ermöglicht eine unabhängigere Versorgung auch durch die Wintermonate und ermöglicht eine wirtschaftlich attraktive Vermarktung in Zeiten allgemeinen Bedarfs. Neben der hierdurch verbesserten Eigenversorgung für eine ausgewogene Ernährung schafft die Verbindung mit neuen Absatzmärkten für die Überproduktion ein zusätzliches Einkommen. Insbesondere die Versorgung von Schulen, an denen das WFP den Übergang von der direkten Versorgung mit Lebensmitteln zu cash transfers pilotiert, sind wichtige Kunden – zum Vorteil der lokalen Produzentinnen, aber ebenso für die Schulkinder, die eine ausgewogenere Ernährung dringend benötigen.

 

Themen und Ansätze

Landwirtschaft findet an der Schnittstelle zwischen Mensch und Umwelt statt, und die Verwundbarkeit des Menschen hängt massgeblich davon ab, wie er seine Umwelt behandelt. Nachhaltige Landwirtschaft trägt daher dem Erhalt der natürlichen Ressourcen Rechnung, entscheidend für die Resilienz der Bevölkerung gegenüber Wetter und Klima. Unter den prekären Lebensbedingungen muss sich diese jedoch direkt «rechnen», weshalb Caritas Schweiz integrativ klimaresiliente Praktiken in der Landwirtschaft und allgemein dem Umgang mit natürlichen Ressourcen so gestaltet, dass sie unmittelbar die Einkommenssituation verbessern. Die Zusammenarbeit mit dem WFP und dessen cash transfers für das Schulernährungsprogramm ist exemplarisch für diesen Ansatz.

Nachhaltigkeit bedingt ausserdem die Integration mit nationalen Entscheidungsträgern. Caritas Schweiz verfolgt daher einen konsequenten multi-stakeholder-Ansatz, der bei allen Projekten die relevanten nationalen Akteure miteinbezieht.

 

Projekt P200073

Thema
Klima


Projektdauer
03.09.2020 – 30.11.2021


Budget
463'654 Schweizer Franken


Projektgebiete
Tadschikistan, Rasht-Tal und Khatlon-Provinz


Zielgruppen
2250 Kleinbäuerinnen und -bauern mit ihren Familien, mit einem Fokus auf landwirtschaftlichen Frauengruppen, die für lokale Schulen produzieren, mit erwarteten indirekten positiven Auswirkungen für die rund 2 Millionen Menschen in den Zieldistrikten


Finanziert durch
WFP, DEZA

 

Die Klima-Projekte der Caritas

Bei unseren Klimaprojekten stehen der Mensch und seine Lebenssituation im Zentrum. Unsere Projekte helfen den ärmsten Betroffenen, mit den Folgen des Klimawandels und den daraus entstehenden Wetterextremen wie Dürren und Wirbelstürmen umzugehen. Wir unterstützen Kleinbauernfamilien dabei, trotz der stark veränderten Bedingungen eine ertragreiche Ernte zu erzielen und neue Einkommensquellen zu erschliessen. Gemeinsam mit der Bevölkerung schützen, erhalten und rehabilitieren wir die natürlichen Lebensgrundlagen wie Seen, Wälder oder Böden. Wir fördern zudem die nachhaltige und effiziente Nutzung von Energie, die Familien und ganzen Gemeinschaften Wege aus der Armut ermöglicht.

 

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