Wetterdaten helfen den Bauern, ihre Produktivität zu verbessern
Tadschikistan
Tadschikistan: Klimadaten helfen Bauernfamilien
 

Der Boden in Tadschikistan ist ausgelaugt – eine Folge von Abholzung, Überweidung und des Klimawandels. Deshalb fallen die Ernten der Bauernfamilien immer kleiner aus, Naturkatastrophen sind häufiger und intensiver. Die Caritas stellt den Bauern nun Frühwarnsysteme und landwirtschaftliche Entscheidungshilfen bereit, die auf neuen Daten zu Wetter, Wasser und Klima basieren. So können die Bauernfamilien ihre Erträge erhöhen und sich an den Klimawandel anpassen. Nur so können sie ihre Existenz sichern.

 
 

Warum sind die Menschen in Not?

Die Menschen der Gebirgsregionen in Tadschikistan zählen zu den ärmsten und vulnerabelsten des Landes. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion holzten die Bewohner einen Grossteil der Wälder ab, um genügend Brennmaterial zu haben. So wurde der Boden degradiert und durch Überweidung weiter übernutzt. Die Ökosysteme gerieten aus der Balance und funktionieren nicht mehr gut. Dies führt dazu, dass die Böden weniger abwerfen und die Kleinbauern immer mehr Schwierigkeiten haben, ihre Existenz zu sichern. Zudem verstärkt sich die Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen. Die Temperaturen sind durch den Klimawandel deutlich gestiegen, Dürren wechseln sich ab mit starken Niederschlägen. Die Folgen sind Überflutung, Erdrutsche und Lawinen. Die Kleinbauernfamilien müssen zusehen, wie der Boden, auf dem sie Getreide anpflanzen und ihre Tiere weiden lassen, weggeschwemmt wird.

 

Wie leistet die Caritas Unterstützung?

Die Menschen in Tadschikistan können ihre Lebensbedingungen nur verbessern, wenn sie es schaffen, sich an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. Sie müssen lernen, mit den knappen Ressourcen schonend und nachhaltig umzugehen und sich auf Naturkatastrophen vorzubereiten.

Wetterbasierte Entscheide sichern Ernten

Diese Anpassung an die neuen klimatischen Bedingungen gelingt, wenn sich die Bauernfamilien auf eine verlässliche Entscheidungsgrundlage zu Wetter, Wasser und Klima stützen: Frost, Wärme und Regen bestimmen Ertrag und Qualität der Ernte. Solche «Weather, Water and Climate Services» (WWCS) entwickelt Caritas nun zusammen mit den Behörden und Bewohnern von Tadschikistan. Sie dienen als Frühwarnsysteme und als landwirtschaftliche Entscheidungshilfen. Caritas verfolgt hierfür einen innovativen Ansatz in Zusammenarbeit mit der World Meteorological Organization (WMO) und MeteoSchweiz: Wetterdaten von kostengünstigen open-source Wetterstationen und Beobachtungen von Bauern und Gemeinden gelangen zum tadschikischen Wetterdienst, der auf ihrer Grundlage zuverlässige Wettervorhersagen sowie Handlungsempfehlungen für landwirtschaftliche Entscheide bereitstellt. Diese Informationen helfen den Bäuerinnen und Bauern, fundierte Entscheidungen für Aussaat, Ernte und Bewässerung zu treffen. Ist der Boden genügend warm, um Kartoffeln zu setzen? Muss ich für die kommenden Tage mit Forst rechnen? Sollte ich jetzt bewässern und falls ja, wie viel?

Viele Akteure erhöhen Qualität

Akteure aus einem breiteren Spektrum werden miteinbezogen: vom Wetterdienst über Ministerien bis hin zu lokalen Bauern und ihren Vereinigungen, um die Services bis hin zum einzelnen Nutzer in entlegenen Gegenden zugänglich zu machen. Zudem arbeitet die Caritas mit weiteren internationalen und Schweizer Partnerinstitutionen aus Wissenschaft und öffentlichem Dienst zusammen.

 

Was verändert sich für die betroffenen Familien?

Die Bauernfamilien können nun fundierte Entscheidungen für Aussaat, Ernte und Schädlingsbekämpfung treffen. Auch eine effiziente und ressourcenschonende Bewässerung ist so möglich. Die Wetter-, Wasser- und Klima-Services mindern die Vulnerabilität ländlicher Haushalte und Gemeinden. Sie können ihre Ressourcen gezielt einsetzen und sich für Risiken von Naturgefahren besser wappnen. Kurz, sie passen sich an die Auswirkungen des Klimawandels an. Die Wetter-, Wasser- und Klima-Services unterstützen eine nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen, um der starken Übernutzung durch Abholzung und Überweidung entgegenzuwirken. So wird die Resilienz der Menschen in Tadschikistan gestärkt.

 

Früher verloren wir oft die Hälfte unserer Ernten wegen des sich verändernden Wetters. Jetzt tragen unsere Obstbäume wieder gut Früchte dank angepasster Methoden. Viele Bauern machen es uns nach und können so ihr Einkommen deutlich verbessern.

Mirzoev Sunnatullo (60), Kleinbauer

 
 

Vorher-Nachher-Bild: Was wir mit den Vorgängerprojekten bereits erreichen konnten

 

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Mit einer Klima-Aktie der Caritas packen Sie gemeinsam mit uns eine der grössten globalen Heraus­forderungen unserer Zeit an. Sie investieren in nachhaltige Projekte, die den Menschen zugutekommen, die unter den Folgen der Klimakrise am meisten leiden.

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Projekt P210033

Thema
Klima


Projektdauer
01.04.2021 – 31.03.2025


Budget
6 Mio. Schweizer Franken


Projektgebiete
Oberes Rasht-Tal und Khatlon-Region


Zielgruppen
Haushalte in ländlichen und Gebirgsregionen, Verwaltung und Behörden auf Distrikt- und nationaler Ebene


Finanziert durch
DEZA, Caritas Schweiz

 

Die Klima-Projekte der Caritas

Bei unseren Klimaprojekten stehen der Mensch und seine Lebenssituation im Zentrum. Unsere Projekte helfen den ärmsten Betroffenen, mit den Folgen des Klimawandels und den daraus entstehenden Wetterextremen wie Dürren und Wirbelstürmen umzugehen. Wir unterstützen Kleinbauernfamilien dabei, trotz der stark veränderten Bedingungen eine ertragreiche Ernte zu erzielen und neue Einkommensquellen zu erschliessen. Gemeinsam mit der Bevölkerung schützen, erhalten und rehabilitieren wir die natürlichen Lebensgrundlagen wie Seen, Wälder oder Böden. Wir fördern zudem die nachhaltige und effiziente Nutzung von Energie, die Familien und ganzen Gemeinschaften Wege aus der Armut ermöglicht.

 
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