Bolivien: Projekt P220077

Katastrophenvorsorge und Stärkung der Gemeinden am Coroico Fluss

 
 

Kontext und Problemstellung

2019 stieg der Prozentsatz der bolivianischen Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze erstmals wieder um mehrere Prozentpunkte auf 37,2% an. Es ist davon auszugehen, dass sich dies durch die Covid-19-Krise weiter verschärft hat. Damit ist Bolivien eines der ärmsten Länder Lateinamerikas, das zudem mit massiven Umweltproblemen zu kämpfen hat. Ungewöhnlich lange Trockenphasen und Starkregenfälle sind spürbare Auswirkungen des Klimawandels, die den Druck auf die Wasserressourcen weiter erhöhen. Das Wassereinzugsgebiet des Río Coroico hat eine Fläche von 5 356 km2 und liegt im Departement La Paz. Laut der letzten verfügbaren Volkszählung von 2012 leben dort 59 996 Menschen, davon 30 824 (51,4%) in Armut. Diese setzen sich hauptsächlich aus indigenen Gemeinschaften zusammen. Im gesamten Wassereinzugsgebiet besteht das Problem, dass Agrochemikalien unsachgemäss verwendet werden, was zur Verschmutzung der Umwelt führt. Zudem gibt es meist illegale Goldschürferei. Sie ist nur schwer zu kontrollieren und führt zu einer starken Belastung des Río Coroico mit Quecksilber und anderen Chemikalien. Das Abwasser der bevölkerungsdichtesten Siedlungen wird zudem unbehandelt in den Río Coroico eingeleitet. Ein weiteres Problem ist die Verschmutzung durch feste Abfälle; deren Entsorgung die Kapazitäten der lokalen Müllentsorgung übersteigt. Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen gefährden die in Flussnähe lebenden Gemeinden immer wieder und häufiger. Dies kostet immer wieder Menschenleben und führt zum Verlust von Lebensgrundlagen.

 

Unsere Ziele

Die Widerstandsfähigkeit der Bewohner:innen des Einzugsgebiets des Coroico Flusses gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels wird durch ein integriertes Wasserressourcen-Management gestärkt, das die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung verbessert. 

 

Unsere Wirkung

Das Projekt leistet einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung durch die partizipative Umsetzung von Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, zur Katastrophenvorsorge, und zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit. So wird die interinstitutionelle Plattform für das Einzugsgebiet gestärkt; insbesondere der Aufbau von fachlichen, administrativen und Managementkapazitäten. Die Landkreisverwaltungen werden fachlich unterstützt bei der Integration, Umsetzung und Aktualisierung des strategischen Leitplans für das Wassereinzugsgebiet. Frauen sollen zudem stärker in Leitungspositionen der Fachkraftstallen vertreten sein. Es wird auch angestrebt, das Wasser- und Umweltmanagement des Einzugsgebietes zu verbessern. Dies durch Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, dem besseren Schutz von Wasserquellen, der Sensibilisierung für einen umweltverträglichen Umgang mit Agrochemikalien, Methoden für ökologischen Landbau sowie der Durchführung von verantwortungsvollem Bergbau. Zudem wird die Trinkwasserversorgung verbessert. Kommunale Schutzgebiete im Wassereinzugsgebiet werden eingerichtet, wie auch lokale Pläne zur Abfallbewirtschaftung. Schliesslich werden auch die Katastrophenschutzeinheiten der lokalen Verwaltungen gestärkt und die Katastrophenvorsorge in die Planungsinstrumente der Gemeinden integriert.

 

Themen und Ansätze

Das Projekt arbeitet im Schwerpunkt-Thema “Klima” von Caritas Schweiz. Caritas Schweiz hat einen integrierten Ansatz entwickelt, der soziale, ökologische, wirtschaftliche und institutionelle Dimensionen berücksichtigt. Neben der ökosystembasierten Anpassung an den Klimawandel durch klimaresiliente landwirtschaftliche Praktiken und den Schutz natürlicher Ressourcen, wird die Widerstandsfähigkeit der gefährdeten Bevölkerung gegenüber Klimarisiken verbessert.

 

Projekt P220077

Thema
Klima


Projektdauer
01.11.2022 – 30.04.2026


Budget
1 817 199 Schweizer Franken


Projektgebiete
5 Landkreise im Einzugsgebiet des Coroico Flusses (Coroico, Caranavi, Guanay, Teoponte, Zongo)


Zielgruppen
Betroffene Familien im Einzugsgebiet, darunter Familien, die von Überschwemmungen direkt bedroht sind und /oder stark verschmutzten Wasserläufen leiden, Landwirt:innen und weitere bedürftige Familien. 


Finanziert durch
DEZA, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

 

Die Klima-Projekte der Caritas

Bei unseren Klimaprojekten stehen der Mensch und seine Lebenssituation im Zentrum. Unsere Projekte helfen den ärmsten Betroffenen, mit den Folgen des Klimawandels und den daraus entstehenden Wetterextremen wie Dürren und Wirbelstürmen umzugehen. Wir unterstützen Kleinbauernfamilien dabei, trotz der stark veränderten Bedingungen eine ertragreiche Ernte zu erzielen und neue Einkommensquellen zu erschliessen. Gemeinsam mit der Bevölkerung schützen, erhalten und rehabilitieren wir die natürlichen Lebensgrundlagen wie Seen, Wälder oder Böden. Wir fördern zudem die nachhaltige und effiziente Nutzung von Energie, die Familien und ganzen Gemeinschaften Wege aus der Armut ermöglicht.

 

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