Äthiopien: Projekt P220071

Verbesserter Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen für Schulkinder

 
 

Kontext und Problemstellung

Mit mehr als 112 Millionen Menschen ist Äthiopien das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas. Gleichzeitig ist Äthiopien mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 850 Dollar eines der ärmsten Länder, obwohl seine Wirtschaft das schnellste Wachstum in der Region verzeichnet. Zusätzlich zur Armut ist das Projektgebiet in hohem Masse von gewaltsamen Konflikten betroffen. Diese führen zu einer grossen Anzahl an intern Vertriebenen, die auf humanitäre Hilfe Unterstützung für ihren Lebensunterhalt und Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind. Nebst der Lebensmittelknappheit – insbesondere hervorgerufen durch widerkehrende Dürren und anhaltende Konflikte – stellt auch der mangelnde Zugang zu Wasser eine fortwährende Problematik dar. Gemäss offiziellen Statistiken leben in Äthiopien 6.86 Millionen Menschen ohne ausreichenden Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen. Der Druck auf die knappen Ressourcen wird durch den unvorhersehbaren Zuzug von intern Vertriebenen noch weiter verschärft. Hinzu kommt, dass die lokalen Behörden nicht in der Lage sind, die bestehende Infrastruktur in Stand zu halten, geschweige denn sie auszubauen und zu verbessern. Vor allem in ländlichen Gebieten funktionieren daher sanitäre Anlagen in Einrichtungen, wie z.B. Schulen nicht oder nur sehr dürftig. Besonders Kinder sind dadurch vermehrt Krankheiten ausgesetzt, was sich in häufiger Abwesenheit vom Schulalltag niederschlägt.

 

Unsere Ziele

Ziel dieses Projekts ist es, die Lernumgebung in den Schulen im Projektgebiet zu verbessern und damit die nächste Generation zu stärken. Denn die Kinder sind die Führungspersönlichkeiten von morgen und die wichtigsten Akteure für Veränderungen in ihren Gemeinden.

 

Unsere Wirkung

Die Strategie des Projekts beinhaltet die gezielte Investition in die nächste Generation. So soll der Zugang zu Wasser und zu sanitären Einrichtungen für Schulkinder verbessert werden. Dies wird mit dem Aufbau und der Sanierung der Trinkwasserversorgung in den Schulen erreicht. An jenen Schulen, in denen es bislang noch keine sanitären Anlagen gibt, werden neue Latrinen, getrennt für Mädchen, Buben und Lehrer, sowie Einrichtungen zum Händewaschen errichtet. Nebst der Infrastruktur umfassen die Aktivitäten auch das Unterrichten von Methoden zur Verbesserung der Hygiene. Hierfür kommt die von Caritas Schweiz speziell für Kinder entwickelte CHAST-Methodik (Children Hygiene and Sanitation Training) zum Einsatz. Lehrer werden in Trainings zu Vermittlern ausgebildet und die Kinder werden spielerisch an die Thematik von Hygiene-Praktiken herangeführt und mit den Ursachen von Krankheiten vertraut gemacht.

Des weiteren werden Schulen in sogenannte Blue Schools transformiert. Dazu werden an die Bedingungen angepasste Schulgärten geplant und eingerichtet. Damit wird den Kindern Wissen über eine nachhaltige Nutzung von Land und Boden und ein gesteigertes Bewusstsein über Ernährung sowie umweltfreundliche Anbaumethoden vermittelt. Parallel dazu wird auch der richtige Umgang mit Abfall thematisiert und auf dem Schulgelände in die Realität umgesetzt. Dabei sollen auch die Familienmitglieder der Schüler und die Dorfbevölkerung mit einbezogen werden, damit die Nachhaltigkeit und Weiterverbreitung des Erlernten sichergestellt werden kann. Die Institutionalisierung wird durch das Einbeziehen von Regierungsinstanzen sowie der Förderung des Erfahrungsaustauschs erreicht.

 

Themen und Ansätze

Das vorliegende Projekt läuft unter den beiden Themen Klima und Einkommen. Das «Blue School» Konzept bildet den Kern dieses Projekts  und die Grundsätze, die den «Blue Schools» zugrunde liegen, bestimmen die Gesamtstrategie des Projekts: Mit Eigenverantwortung übernehmen die Interessenvertreter der Schulen eine führende Rolle. Die Aufgabe des Projektteams besteht also nicht darin Aktivitäten vorzuschreiben, sondern vielmehr darin, Kapazitäten aufzubauen; Eine «Blue School» zu werden ist ein Prozess: Der Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und gutem Hygieneverhalten bildet dabei die Basis und hat Priorität; Learning by doing: Die Lehrerinnen und Lehrer sollen dazu inspiriert werden, den Unterricht zu Gesundheits- und Umweltthemen praktischer und nahbarer zu gestalten. Ergänzend werden mit CHAST die Hygiene und Sanitärpraktiken in den Schulen gefördert. CHAST ist ein von Caritas Schweiz entwickelter Ansatz und basiert auf der bewährten Prämisse, dass persönliche Hygienepraktiken in der Regel in der Kindheit erworben werden. CHAST bietet eine Vielzahl von Lernspielen und praktischen Übungen, um sicherzustellen, dass jedes Kind entsprechend seiner Lernpräferenzen lernen kann.

 

Projekt P220071

Thema
Klima und Einkommen


Projektdauer
01.09.2022 – 31.12.2023 (16 Monate)


Budget
621'440 Schweizer Franken


Projektgebiete
Äthiopien, Oromia Region, Bale Zone


Zielgruppen
5'600 Schulkinder in 6 Schulen. Indirekt ca. 28'000 Familienangehörige und Menschen aus den Gemeinschaften in der Nähe der Schulen.


Finanziert durch
SDC (Swiss Water and Sanitation Consortium)

 

Die Klima-Projekte der Caritas

Bei unseren Klimaprojekten stehen der Mensch und seine Lebenssituation im Zentrum. Unsere Projekte helfen den ärmsten Betroffenen, mit den Folgen des Klimawandels und den daraus entstehenden Wetterextremen wie Dürren und Wirbelstürmen umzugehen. Wir unterstützen Kleinbauernfamilien dabei, trotz der stark veränderten Bedingungen eine ertragreiche Ernte zu erzielen und neue Einkommensquellen zu erschliessen. Gemeinsam mit der Bevölkerung schützen, erhalten und rehabilitieren wir die natürlichen Lebensgrundlagen wie Seen, Wälder oder Böden. Wir fördern zudem die nachhaltige und effiziente Nutzung von Energie, die Familien und ganzen Gemeinschaften Wege aus der Armut ermöglicht.

 

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