Somaliland

Nothilfe für von Dürre betroffene Familien

Fast ein Viertel der Menschen, die in der autonomen Region Somaliland in Somalia leben, sind akut oder schwer unterernährt. Besonders Kleinkinder und schwanger oder stillende Frauen sind betroffen. Caritas unterstützt besonders bedürftige Familien finanziell, damit sie auf dem lokalen Markt Lebensmittel kaufen können. Zudem hilft sie lokalen Arbeitern, ein Einkommen zu generieren und verbessert denn Zugang der Familien zu Gesundheitsversorgung und schult schwangere und stillende Mütter in Hygiene und Ernährungssicherheit.

 

Land / Region / Ort
Regionen Sool und Togdheer in Somaliland


Zielgruppe
Familien im ländlichen Gebiet, die stark von Mangel- und Unterernährung betroffen sind, insbesondere schwangere Frauen, Mütter und Kinder (rund 7’000 direkt Begünstigte)


Mittelbedarf
549'142 Franken


Projektdauer
01.12.2019 bis 31.12.2020


Projektnummer
P190064


Projektziel
Stabilisierung der Ernährungssituation durch finanzielle Zuschüsse für Familien, welche von Dürre betroffen sind.


Projektverantwortliche
Stefanie Enssle, Tel: 041 419 23 31, sensslenot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Durch die anhaltende Dürre in Somalia leiden über 6.7 Millionen Menschen unter einer Hungerkrise. Somit ist mehr als die Hälfte von Somalias 12.6 Millionen Einwohnern auf humanitäre Hilfe angewiesen. Aufgrund der Regenknappheit ist die letztjährige Ernte fast im ganzen Land ausgefallen und grosse Bestände an Vieh sind zugrunde gegangen, was die Lebensgrundlagen der vorwiegend pastoralen Bevölkerung stark beeinträchtigt hat. Die Menschen leiden seit Jahren unter Nahrungsmittelknappheit und unter widrigen Lebensumständen. Zudem erschwert der seit langem bestehende Konflikt in Somalia die Situation der Bevölkerung. Viele wurden zu Flüchtlingen im eigenen Land und gelten als Intern Vertriebene.

Das autonome Somaliland im Nordwesten des Landes ist besonders schwer von wiederkehrenden Dürren und der aktuellen Hungerkrise betroffen. Allein in den Regionen Sool, Sanaag und Togdheer haben Viehhüter mehr als 60% ihres Bestandes und somit ihre Lebensgrundlagen verloren. Insbesondere Kinder sind stark von den Folgen wiederkehrender Dürren betroffen: Oftmals sind sie akut mangelernährt oder leiden unter lebensbedrohlichen Durchfallerkrankungen, wodurch die Sterberate stark angestiegen ist. Behörden gehen davon aus, dass die Bevölkerung in den kommenden Monaten verstärkt auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein wird, da momentan Trockenzeit herrscht. Die nächste Regenzeit tritt voraussichtlich erst im Frühjahr 2020 ein, und ob sie Linderung bringt, ist noch nicht abschätzbar.

Caritas Schweiz leistet in Zusammenarbeit mit der lokalen somalischen Organisation Candlelight Nothilfe in Dörfern in Sool und Togdheer.

 

Was tun wir?

Ziel dieses Nothilfeprojekts ist es, die Ernährungssituation von besonders gefährdeten Haushalten im Osten von Somaliland zu stabilisieren und sie in ihrer Widerstandsfähigkeit gegen wiederkehrende Dürren zu stärken. Vor diesem Hintergrund führt die Caritas zusammen mit ihrer lokalen Partnerorganisation Candlelight folgende Aktivitäten durch:

  • 400 Familien erhalten finanzielle Unterstützung: Über sogenannte cash transfers erhalten besonders bedürftige Familien finanzielle Zuschüsse, um gemäss ihrer Bedürfnisse selbstbestimmt Lebensmittel auf dem lokalen Markt beziehen können. Dadurch soll auch die lokale Wirtschaft gestärkt werden.
  • 240 Arbeiter haben die Möglichkeit, ein eigenes Einkommen zu generieren, indem Weideland befestigt und kommunale Wasserquellen rehabilitiert werden.

Die Caritas unterstützt insgesamt 400 Familien in Sool und Togdheer mit monatlichen Bargeldzahlungen über vier Monate hinweg. Dadurch können die Familien selbst darüber entscheiden, welche Lebensmittel sie angesichts ihrer Bedürfnisse kaufen möchten, wodurch sie ein Stück Eigenständigkeit und Würde zurückerhalten. Diese Intervention unterstützt vor allem Familien, die besonders von Mangelernährung gefährdet sind wie schwangere Frauen und stillende Mütter, von Frauen geführte Haushalte, ältere, kranke und behinderte Personen.

Zudem haben 240 Familien die Möglichkeit, an cash-for-work-Massnahmen teilzunehmen: Um die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden langfristig zu stärken, werden dabei unterirdische, zementierte Wasserspeicher, rehabilitiert. Durch diese Wasserspeicher kann Regenwasser aufgefangen und für eine spätere Nutzung aufbewahrt werden. Für den Bau dieser Speicher werden 240 lokale Arbeiter angestellt, die dadurch von einem zusätzlichen Einkommen profitieren und damit ihre Familien ernähren können. Oft können die Auswirkungen von der Nahrungsmittelknappheit durch ein verbessertes Bewusstsein für richtige Hygiene und Ernährung gemindert werden. Daher führt die Caritas eine Hygiene- und Ernährungskampagne für schwangere Frauen und stillende Mütter durch. Zudem werden an die 400 Familien, die finanzielle Unterstützung erhalten, Informationsmaterialien über hygienebedingte Krankheiten und Hygienesets verteilt.

 

Video: Ein Einblick in unsere Hilfe in Somaliland (in Englisch)

 

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