Griechenland

Hilfe für Flüchtlinge in Griechenland

Über 100’000 Menschen suchen als Flüchtlinge Schutz in Griechenland. Die Lage auf den Inseln der Ägäis und an der griechisch-türkischen Grenze spitzt sich dramatisch zu. Caritas Schweiz unterstützt Flüchtlinge in Griechenland dabei, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

 

Es ist unfassbar, was sich auf den griechischen Inseln und an der türkisch-griechischen Grenze abspielt. Zehntausende Menschen kamen in der Hoffnung, nach Krieg, Terror und Verfolgung endlich ein sicheres Zuhause zu finden. Doch sie müssen unter menschenunwürdigen, katastrophalen Bedingungen ausharren. Die Lager auf den Inseln Leros, Chios, Kos und Samos sind seit langem restlos überfüllt. Und nach dem schrecklichen Grossbrand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos am 8. September 2020 strandeten 13'000 Menschen mit nichts als den Kleidern am Leib auf den Strassen der Insel – mitten in der Corona-Pandemie. Sie können nirgendwo hin. An der türkisch-griechischen Grenze wird der Ausdruck «Festung Europa» wie kaum an einem Ort Realität. Als die Türkei im März 2020 die Grenze öffnete, wurden Frauen, Männer und Kinder daran gehindert, sie zu überqueren – teilweise mit Wasserwerfern und Tränengas. Seither kommt es immer wieder zu Zwischenfällen an der Grenze.

Griechenland, das seit 2010 massiv mit der Finanzkrise zu kämpfen hat, kann den über 100 000 Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten nicht gerecht werden. Das Land ist überlastet mit der Aufgabe, die Flüchtlinge zu registrieren, unterzubringen und zu versorgen. Obwohl sich die griechischen Behörden, nationale und internationale NGOs sowie Freiwillige unermüdlich um Besserung der Situation bemühen, lässt der Handlungsbedarf nicht nach, ja er hat sich nach dem Brand im Camp Moria dramatisch zugespitzt. Den Menschen fehlen mehr denn je sichere Unterkünfte, und viele Flüchtlinge sind ohne medizinisch-psychologische Betreuung komplett auf sich selbst gestellt. Sie kennen ihre Rechte zu wenig und wissen nicht, wo sie Unterstützung finden.

 

Die Hilfe der Caritas in Griechenland

Gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen unterstützt Caritas Schweiz in Griechenland Flüchtlinge dabei, ihre Lebensbedingungen zu verbessern:

 
  • Sichere Unterkünfte und warme Mahlzeiten: Die Caritas bietet besonders bedürftigen Asylbewerberinnen und Asylbewerbern wie Familien mit kleinen Kindern, Schwangeren und allein reisenden Frauen sichere Unterkünfte und warme Mahlzeiten. Dazu mietet sie zum Beispiel leerstehende Wohngebäude in Athen und baut sie um, sodass sie den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden.
     
  • Medizinische, rechtliche, soziale und psychologische Unterstützung und Kinderbetreuung: Welche Rechte habe ich? Wer unterstützt mich bei einem medizinischen Notfall? Vielen Flüchtlingen in Griechenland fehlen Informationen zu grundsätzlichen Fragen. In den Sozialzentren der Caritas erhalten die Menschen Antworten und Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Anwälte, Psychologinnen, Übersetzer und Kinderbetreuerinnen empfangen jeden Tag Flüchtlinge und helfen ihnen, sich besser in Griechenland zurechtzufinden und die Sprache zu lernen, leisten moralische Unterstützung und beraten sie im griechischen Asylverfahren, bei der Familienzusammenführung oder bei der Umsiedlung in andere EU-Staaten. Ausserdem bietet die Caritas Kinderbetreuung und Hilfe bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Wenn bestimmte Dienste nicht im Angebot stehen, verweist die Caritas die Menschen an andere Organisationen, die ihnen weiterhelfen können. So erhalten die Schutzsuchenden umfassende und individuelle Hilfe in ihrer schwierigen Lage.
 

Caritas Schweiz evaluiert zurzeit in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen Nothilfemassnahmen für die 13'000 Menschen, die nach dem Brand von Moria ums Überleben kämpfen. Die griechische Caritas verteilt Schlafsäcke, Hygienekits und Wasser. Caritas Schweiz klärt zudem ab, wie wir nachhaltig und effektiv dazu beitragen können, dass diese Menschen längerfristig ein sicheres Dach über dem Kopf und eine Zukunftsperspektive erhalten.  

 

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