Mosambik

Hilfe für die Opfer von Zyklon Idai in Mosambik

Der Wirbelsturm Idai, der am 15. März 2019 bei Beira auf die Küste traf, hat in Mosambik schwere Verwüstung verursacht. Eine halbe Million Menschen wurde obdachlos, mehrere Hunderttausend Hektaren Ackerland kurz vor der Ernte zerstört. Die Caritas unterstützt die Menschen dabei, ihre Lebensgrundlage wiederherzustellen.

 

In der Provinz Manica wurde eine halbe Million Hektaren Ackerland kurz vor der Ernte zerstört. Da die meisten Menschen von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft leben, entstand eine grosse Ernährungsunsicherheit, die bis heute anhält.

«Ich möchte wieder genug produzieren, um einen Teil der Ernte verkaufen zu können und auf eigenen Beinen zu stehen», sagte uns der betroffene Familienvater Jorge Pande aus der Region Dombe in Manica. Viele Menschen kämpften auch über drei Jahre nach dem Wirbelsturm noch um ihre Existenz. Weitere Katastrophen wie Überschwemmungen, neuerliche Zyklone («Chalane» und «Eloise» im Januar 2021) und Dürren erschwerten es ihnen zusätzlich, sich nachhaltig Lebensgrundlagen aufzubauen und ihre Ernährung zu sichern. Die landwirtschaftliche Produktion nahm nach Zyklon Idai deutlich ab. Gründe dafür sind unter anderem Schädlinge und Krankheiten, welche die Pflanzen vernichten. Die Böden sind ausgelaugt, weil sich Sand und Schlamm angesammelt hat. Auch veränderte Niederschlagsmuster, verursacht durch den Klimawandel, verschärfen die Situation.

 
 

Die Hilfe der Caritas

Caritas Schweiz war unmittelbar nach der Katastrophe für die Betroffenen da und verteilte Nahrungsmittel, Zelte, Kochutensilien, Kleidung, Schulmaterial und landwirtschaftliche Geräte. So konnten 3500 Personen versorgt werden.

Technische Unterstützung und Zugang zum Markt

In einer zweiten Phase halfen Caritas Schweiz und ihre Partnerin Caritas Chimoio bis Ende September 2021 etwa 1600 Menschen in der Region Dombe, sich wieder eine sichere Lebensgrundlage aufzubauen. Caritas-Fachleute unterstützten die Gemeinden darin, einen Plan für die langfristige Landnutzung auszuarbeiten. Die Bäuerinnen und Bauern pflanzen in höher gelegenen Zonen an, wo die Felder vor Überschwemmungen sicher sind. Die Caritas unterrichtete die Bauern in nachhaltigen Anbaumethoden. Sie verteilte lokales Saatgut und bot technische Unterstützung an. Und sie unterstützte die Bäuerinnen und Bauern dabei, ihren Zugang zu den lokalen Märkten zu verbessern.

Nachhaltige Ernährungssicherheit

Um die Lebensbedingungen weiter zu verbessern und die Widerstandskraft der Lokalbevölkerung nachhaltig zu stärken, unterstützen Caritas Schweiz und Caritas Chimoio die Kleinbauernfamilien in der Provinz Manica bis heute. Saatgutproduktionssysteme werden eingerichtet. In Schulungen lernen die Projektteilnehmenden, wie sie das Saatgut besser konservieren, Lebensmittel verarbeiten, Gemüse anbauen. Sie verbessern auch ihr Knowhow über gesunde, ausgewogene Ernährung. Die Bauern werden weiter unterstützt beim Bau von Bewässerungssystemen, Wassertanks und Getreidespeichern. Damit sie ihr Einkommen diversifizieren und weniger von den klimatischen Bedingungen abhängig sind, erhalten ausgewählte Familien Bienenstöcke, um Honig zu produzieren. Das Pflanzen von Bäumen und Workshops zum Management von Ressourcen wie Wald oder Boden hilft den Menschen, sich dem Klimawandel besser anzupassen. So wird bis Ende 2022 die Ernährungssicherheit von rund 1330 Familien verbessert.

 

Riesiges Glück: Cheias Geschichte

Cheia Vanilla wurde am 15. März 2019 geboren – an dem Abend, als Zyklon Idai über ihre Heimat in Mozambik fegte. Ihr Vater Fernando hatte soeben ihre Nabelschnur mit einem Stück Schilf durchtrennt, als das Wasser in der Hütte rasch anstieg. Fernando und seine Frau Gloria mussten sich mit dem Neugeborenen sofort in Sicherheit bringen. In den Fluten rutschte Gloria aus und konnte gerade noch das Baby hochhalten. Fernando – bereits auf den Ästen eines Mangobaumes – konnte das Mädchen rechtzeitig packen und Gloria aus dem Wasser ziehen. Fernando und Gloria tauften ihr Kind «Cheia», weil bei der Geburt alles «cheia de agua» war – «voll Wasser».

 
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