Ein Einkommen für Martina und Mariata – und ein neuer Weg für ihr Dorf

Martina und Mariata haben bei der Tsunami- und Erdbebenkatastrophe auf Sulawesi in Indonesien ihr Haus und ihren ganzen Besitz verloren. Beide sind Witwen und müssen auch in ihrem höherem Alter selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen. Begeistert packen die Freundinnen beim Cash-for-Work-Projekt der Caritas mit an, das ihnen hilft, vorübergehend ein Einkommen zu erzielen.

Blog Indonesien: Ein Einkommen für Martina und Mariata – und ein neuer Weg für ihr DorfDer Wald ist dicht in Zentral-Sulawesi. Doch mit ihren gelben Gummistiefeln sind die Freundinnen Martina (53) und Mariata (60) nicht zu übersehen. Mit viel Elan schlagen sie zusammen mit anderen Dorfbewohnerinnen und -bewohnern ihre Harken in die Erde. Unter ihren Füssen entsteht ein neuer Weg von ihrem Dorf Salua zu den Dorffeldern. Den alten Fussweg haben die Erdbeben zerstört. Für ihren Einsatz bei der Wiederinstandstellung erhalten die Arbeiterinnen und Arbeiter von der Caritas einen Lohn. Das Geld können sie dort einsetzen, wo sie es am dringendsten benötigen.

Wie die meisten der hier engagierten Menschen haben auch Martina und Mariata ihre Häuser und ihren ganzen Besitz bei der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe verloren. Doch es ist für beide nicht der erste schwere Schicksalsschlag in den letzten Jahren: Beide verloren vor einiger Zeit ihre Ehemänner. Deshalb müssen sie auch in höherem Alter ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. 

Ein dringend nötiges Einkommen

Martina hat keine leiblichen Kinder. Sie lebt alleine in einer notdürftigen Holzhütte, die ihr Stiefsohn nach den Erdbeben für sie errichtet hat. Doch ihre Unabhängigkeit ist ihr sehr wichtig: «Ich möchte meinem Stiefsohn nicht noch mehr zur Last fallen. Das Caritas-Projekt ermöglicht es mir, einen kleinen Verdienst zu erwirtschaften. Ich bin froh um die Unterstützung.»

Mariata ist sieben Jahre älter als ihre Freundin, aber auch sie ist mit vollem Körpereinsatz dabei. Sie lebt mit ihren beiden Kindern ebenfalls in einer spärlichen Holzhütte. Mariatas Familie besitzt ein kleines Stück Land, auf dem sie Kakao anbauen. Durch das Erdbeben wurde es jedoch stark beschädigt. Eine wichtige Einnahmequelle fällt damit weg. Zum Glück gibt es das Projekt der Caritas: «Mit dem Geld, das ich im Cash-for-Work-Projekt verdiene, kann ich meine Familie unterstützen». Und die Familie wächst: Mariata ist vor kurzem zum ersten Mal Grossmutter geworden. So arbeitet Mariata im Wald von Sualwesi auch für die Zukunft ihrer Enkelin.

Text: Patricia Kröll und Anna Haselbach, Caritas Schweiz
Bild: Martina (links) und Mariata (rechts). © Patricia Kröll

 
 

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