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Haiti

Hilfe für die Opfer des Hurrikans Matthew in Haiti

Zehn Monate nach dem Hurrikan Matthew in Haiti benötigen immer noch 1,4 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Die Ernährungssituation ist nach wie vor besorgniserregend. Caritas Schweiz leistet Not- und Überlebenshilfe und unterstützt die Bevölkerung bei der Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlage.

 
 

Der Hurrikan Matthew, der am 4. Oktober 2016 auf Haitis Südküste traf, hat über 500 Todesopfer gefordert, grosse Zerstörung angerichtet und Hunderttausende ohne Obdach zurückgelassen. 1,4 Millionen Haitianerinnen und Haitianer benötigen humanitäre Hilfe, 280'000 Personen sind von akutem Nahrungsmittelmangel betroffen. Denn der Wirbelsturm hat grosse Landwirtschaftsflächen zerstört, die Aussaat auf den Feldern vernichtet und zahlreiche Tiere getötet. In den besonders betroffenen Städten des Südens sind zudem wichtige Trinkwasserquellen kontaminiert. Die Cholerafälle haben dramatisch zugenommen.

Caritas Schweiz unterstützt die Betroffenen mit Projekten im Gesamtumfang von rund 3,2 Millionen Franken. Damit möchte sie eine Verschärfung der Ernährungslage abwenden und den Menschen eine rasche Rückkehr zu einem würdigen Leben ermöglichen. Die Glückskette unterstützt diese Hilfe.

 

Die Nothilfe von Caritas Schweiz: Wiederaufbau und Existenzsicherung

In der Region Les Cayes ist im April 2017 ein Nothilfeprojekt mit den Partnerorganisationen Ahaames und Caritas Les Cayes angelaufen. Dieses Projekt konzentriert sich auf die Camp-Perrin, aber auch auf die Gemeinden Arniquet und Saint-Jean. Caritas Schweiz unterstützt in diesen Dörfern 480 Familien mit Baumaterial und gibt gleichzeitig lokalen Maurern und Schreinern technische Anleitung im taifunsicheren Bauen. Um die aktuelle Pflanzsaison zu nutzen und die nächste Ernte sichern zu können, werden ausserdem Setzlinge und Saatgut verteilt. Cash-for-Work-Aktivitäten erlauben es den Menschen, weiteres Material für den Wiederaufbau ihrer Häuser zu kaufen oder andere dringende Bedürfnisse zu decken. Caritas beabsichtigt, die Bevölkerung langfristig zu unterstützen und über die Nothilfe und den Wiederaufbau nachhaltig zur Entwicklung beitragen.

Abgeschlossene Nothilfeprojekte

Unmittelbar nach dem Hurrikan befand sich die ländliche Region um Camp-Perrin, nördlich von Les Cayes, in einer gravierenden Notlage. Von Dezember 2016 bis Mai 2017 hat Caritas Schweiz zusammen mit der lokalen Partnerorganisation Ahaames deshalb dort ein Nothilfeprogramm durchgeführt. Die Bevölkerung arbeitete mit bei der Räumung ihrer Felder und befreite das Bewässerungssystem auf einer Länge von zwei Kilometern von Schutt. Etwa 1770 Haushalte konnten so ihre Felder besser bestellen für die Erntesaison Ende Sommer. Für diese Arbeiten wurden finanzielle Unterstützung und Geräte bereitgestellt. Zudem wurden sieben Tonnen Mais und 18 Tonnen Bohnen an 1550 Kleinbauern-Haushalte verteilt, ebenso 600'000 Süsskartoffel-Stecklinge und 500'000 Maniok-Setzlinge.

In Arniquet stellte Caritas Schweiz bis Ende Februar über Caritas Les Cayes Lebensmittel und Cholera-Kits zur Verfügung und führte Sensibilisierungskampagnen zum Thema Cholera durch. Über ein lokales Telekommunikationsunternehmen erhielten besonders stark betroffene Familien (12'500 Begünstigte) direkte finanzielle Hilfe.

Abgeschlossen ist auch die Nothilfe im Gebiet um Léogane (Delatte und Gros Morne) südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Dort erhielten 900 Bauernfamilien schnell reifendes Saatgut und Bohnen. Zudem verteilte Caritas Nägel und Wellbleche zur Reparatur der Häuser an 1000 Familien. 30 Schulen wurden in Stand gestellt, sodass der Schulunterricht wieder geordnet stattfinden kann. Weiter half Caritas bei der Instandsetzung von Strassen.

Caritas-Schulen und -Häuser haben dem Wirbelsturm standgehalten

Die fünf grösseren Schulzentren, die Caritas nach dem Erdbeben von 2010 erstellt hat, haben dem Wirbelsturm standgehalten. 2500 Kinder können dort die Schule besuchen. Auch die 600 erdbebensicheren Häuser, die ebenfalls nach dem Erdbeben gebaut wurden, blieben weitgehend unbeschädigt. 

 

Bildergalerie: Haitis Süden nach dem Hurrikan

 

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