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Haiti

Hilfe für die Opfer des Hurrikans Matthew in Haiti

Nach dem Hurrikan Matthew ist in Haiti über eine Million Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Ernährungssituation ist nach wie vor alarmierend. Caritas Schweiz leistet Not- und Überlebenshilfe und unterstützt die Bevölkerung bei der Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlage.

 
 

Der Hurrikan Matthew, der am 4. Oktober 2016 auf Haitis Südküste traf, hat über 500 Todesopfer gefordert, grosse Zerstörung angerichtet und Hunderttausende ohne Obdach zurückgelassen. Über 1,4 Millionen Haitianerinnen und Haitianer benötigen humanitäre Hilfe, 806'000 Menschen sind von akuter Ernährungsunsicherheit bedroht. Denn der Wirbelsturm hat grosse Landwirtschaftsflächen zerstört, die Aussaat auf den Feldern vernichtet und zahlreiche Tiere getötet. In den besonders betroffenen Städten des Südens sind zudem wichtige Trinkwasserquellen kontaminiert. Die Cholerafälle haben dramatisch zugenommen.

Der Wirbelsturm hat das wirtschaftlich schwächste Land der westlichen Hemisphäre weiter zurückgeworfen und trifft vor allem die ärmste Bevölkerung.Caritas Schweiz unterstützt die Betroffenen mit Projekten im Gesamtumfang von rund 3,2 Millionen Franken. Damit möchte sie die drohende Verschärfung der Ernährungslage abwenden und den Menschen vor Ort eine rasche Rückkehr in einen würdigen Alltag ermöglichen. Die Glückskette unterstützt diese Hilfe.

 

Die Nothilfe von Caritas Schweiz: Wiederherstellung der Lebensgrundlagen

Die ländliche Region um Camp-Perrin nördlich von Les Cayes befindet sich in einer gravierenden Notlage. Da dort viele Familien ihren Lebensunterhalt als Kleinbauern bestreiten, ist die Situation für sie besonders prekär. Im Dezember hat Caritas Schweiz zusammen mit der lokalen Partnerorganisation Ahaames ein Nothilfeprojekt gestartet. Die Bevölkerung arbeitet mit bei der Räumung ihrer Felder und befreit das Bewässerungssystem auf einer Länge von zwei Kilometern von Schutt. 1651 Personen verdienen mit diesen Arbeiten einen Lohn und können so vorübergehend den Lebensunterhalt ihrer Familien sicherstellen und Material für die Reparatur ihrer beschädigten Häuser einkaufen. Caritas gibt zudem Saatgut an 4550 besonders schwer getroffene Bauernfamilien. In einer zweiten Phase werden Setzlinge verteilt und landwirtschaftliches Werkzeug ersetzt.

In der Region Les Cayes ist im April 2017 ein weiteres Nothilfeprojekt mit den lokalen Partnerorganisationen Ahaames und Caritas Les Cayes angelaufen. Neben Camp Perrin konzentriert sich dieses Projekt auch auf die Gemeinden Arniquet und Saint-Jean. Caritas Schweiz unterstützt in diesen Dörfern 480 Familien mit Baumaterial gibt gleichzeitig lokalen Maurern und Schreinern technische Anleitung im taifunsicheren Bauen. Um die aktuelle Pflanzsaison zu nutzen und die nächste Ernte sichern zu können, werden ausserdem Setzlinge und Saatgut verteilt. Cash-for-Work-Aktivitäten erlauben es den Menschen, weiteres Material für den Wiederaufbau ihrer Häuser zu kaufen oder andere dringende Bedürfnisse zu decken.

Abgeschlossene Nothilfeprojekte

In Arniquet und Saint-Jean schloss Caritas Ende Februar bereits ein Projekt erfolgreich ab. Caritas Schweiz stellte über Caritas Les Cayes Lebensmittel und Cholera-Kits zur Verfügung und führte Sensibilisierungskampagnen zum Thema Cholera durch. Ausserdem leistete das Projekt finanzielle Hilfe, indem über ein lokales Telekommunikations-Unternehmen direkt Geld an besonders stark betroffene Familien überwiesen wird. Diese finanzielle Unterstützung wurde von den Begünstigten sehr geschätzt und dringend gebraucht, um die erste Zeit nach der Katastrophe zu überbrücken. Von diesem Projekt haben insgesamt 12'500 Personen profitiert.

Abgeschlossen ist auch die Nothilfe im Gebiet um Léogane (Delatte und Gros Morne) südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Dort erhielten 900 Bauernfamilien schnell reifendes Saatgut und Bohnen. Zudem verteilte Caritas Nägel und Wellbleche zur Reparatur der Häuser an 1000 Familien. Dank der Verteilung von Wellblech wurden 30 Schulen in Stand gestellt, sodass der Schulunterricht wieder geordnet stattfinden kann. Weil der Wirbelsturm die Zugangsrouten zerstört hatte, half Caritas bei der Instandsetzung von Strassen.


Caritas-Schulen und -Häuser haben dem Wirbelsturm standgehalten

Die fünf grösseren Schulzentren, die Caritas nach dem Erdbeben von 2010 erstellt hat, haben dem Wirbelsturm übrigens standgehalten und wurden nicht oder nur geringfügig beschädigt. 2500 Kinder können dort die Schule besuchen. Ebenfalls blieben die 600 erdbebensicheren Häuser, die vor sechs Jahren gebaut wurden, weitgehend unbeschädigt. 

Caritas Schweiz dankt für Spenden auf Konto 60-7000-4, Vermerk «Wirbelsturm Haiti».

 

Bildergalerie: Haitis Süden nach dem Hurrikan

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