Syrien: Projekt P200005

Schutz und Bildung für besonders vom Konflikt betroffene Kinder in Ost-Ghouta (iHOPE)

 
 

Kontext und Problemstellung

In ganz Syrien leiden unter anderem Kinder am meisten unter dem andauernden Bürgerkrieg. Sie sind dringend schutzbedürftig und benötigen Zugang zu Bildungsmöglichkeiten und psychosozialer Unterstützung. Mehr als 2 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule und weitere 1.3 Millionen Kinder laufen Gefahr, die Schule frühzeitig ohne Abschluss abzubrechen. Allein in der Projektregion Ost-Ghouta sind mehr als eine Million Kinder dringend auf Hilfe im Bildungsbereich angewiesen. Dort sind beinahe 40% der Schulgebäude und Klassenzimmer vollständig oder teilweise zerstört. Viele Eltern schicken ihre Kinder aus diesen Gründen nicht mehr in den Unterricht.

Andere Faktoren wie Kinderarbeit, häusliche Gewalt oder Frühheirat setzen Kinder grossen Risiken aus. Problematisch ist auch der Mangel an qualifiziertem Lehrpersonal. Lehrkräfte stehen vor enormen Herausforderungen wie fehlenden Unterrichtsmaterialien sowie den Bedürfnissen von Kindern im Hinblick auf psychosoziale Unterstützung. Eine Vielzahl an Kindern hat Traumatisches erlebt und weist Anzeichen von Depressionen und Angstzuständen auf. Dies kann ohne professionelle Unterstützung meist nur schwer verarbeitet werden.

Seit Anfang 2020 erlebt das syrische Bildungssystem mit dem Ausbruch des Coronavirus einen weiteren Schock: die Schliessung aller staatlichen und informellen Bildungseinrichtungen über einen längeren Zeitraum sowie die geringen technologischen und infrastrukturellen Kapazitäten des Systems schliessen Millionen von Kindern derzeit von jedweden Bildungsmöglichkeiten aus. 

 

Unsere Ziele

Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag zum Schutz von Kindern in besonders vom Konflikt betroffenen Gemeinden in Ost-Ghouta zu leisten und Zugang zu sicheren, angemessenen und qualitativ hochwertigen Bildungsmöglichkeiten zu bieten.

 

Unsere Wirkung

Gemeinsam mit Caritas Österreich und Caritas Syrien sollen Barrieren des Schulbesuchs abgebaut werden, die auf den Bürgerkrieg sowie die Corona-Krise zurückgehen. In zwei lokalen Schulen in der Projektgemeinde Jarbaa werden Lernförderprogramme durchgeführt, an welchen 400 vom Schulabbruch bedrohte Kinder teilnehmen können. Lehrpersonen der beiden Schulen werden von Caritas-Mitarbeitenden geschult und kontinuierlich unterstützt, damit sie anhand eines speziell entworfenen Curriculums Förderunterricht erteilen können. Zudem wird der Zugang zu Bildung an eben diesen beiden öffentlichen Schulen ermöglicht und erleichtert, indem Klassenzimmer und Hygieneeinrichtungen renoviert werden. Schätzungsweise profitieren dadurch unmittelbar insgesamt ca. 900 Kinder, welche diese Schulen besuchen. Zur Sicherstellung von Kontinuität in Hinblick auf «Lernen» im Zuge der Corona-Krise wird greifbares Material für Fernunterricht ausgearbeitet, das an den lokalen Kontext angepasst und nicht auf das Vorhandensein von Technologie angewiesen ist. 

Das Projekt bekämpft auch die wirtschaftlichen Ursachen des Schulabbruchs, indem 250 besonders bedürftige Familien mit monatlichen Bargeldzahlungen über einen Zeitraum von maximal 10 Monaten unterstützt werden. Weiter können beinahe 1000 Kinder an einem psychosozialen Betreuungsprogramm teilnehmen, das von Psychologinnen und Psychologen sowie Mitarbeitenden von Caritas Syrien durchgeführt wird. Auch werden in einem von Caritas Syrien unterhaltenen Sozialzentrum individuelle psychosoziale Betreuungsangebote und Gruppentherapiestunden ermöglicht.

 

Themen und Ansätze

Caritas Schweiz setzt im Programm zur Syrienkrise auf cash and voucher assistance (Bargeldunterstützung), wo immer dies möglich ist, um die betroffene Bevölkerung bei der Deckung ihrer Grundbedürfnisse zu unterstützen. Im vorliegenden Projekt sollen durch Bargeldzahlungen Anreize für den Schulbesuch geschaffen sowie finanzielle Hürden abgebaut werden, die diesen verhindern. 

Familien werden auf Basis eines eigenen Instruments der Bedürftigkeitsprüfung ausgewählt, das im Rahmen des  Projektes angepasst wird und das vor allem Faktoren wie die Teilnahme am Unterricht oder Kinderschutzrisiken berücksichtigt. Während die Zahlungen nicht explizit an die Teilnahme am Unterricht geknüpft sind, so werden Sensibilisierungs­massnahmen und kontinuierliche Begleitung der Familien darauf hinarbeiten, dass die verbesserte ökonomische Situation Auswirkungen auf den Zugang der Kinder zu Bildungsaktivitäten hat.    

 

Projekt P200005

Thema
Migration, Humanitäre Hilfe


Projektdauer
Langfristige Kinderpatenschaft


Budget
Rund 870'000 Schweizer Franken pro Jahr


Projektgebiete
Jarbaa, Ost-Ghouta


Zielgruppen
Bis zu 2000 vom Krieg in Syrien betroffene Kinder, deren Eltern sowie Lehrpersonal (374 Personen)


Finanziert durch
DEZA
Caritas Österreich
Kinderhilfe Bethlehem

 

Ihre Spende

 

Video: Amir träumt von der Zukunft. Und von einem intakten Schulgebäude.

 

Dieses Projekt wird unterstützt von:

 
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