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Syrien

Multisektorale Nothilfe für intern Vertriebene und die bedürftige Bevölkerung von Homs

Caritas hilft bedürftigen Familien in Homs und den umliegenden Dörfern, ihre Grundbedürfnisse zu decken. Unterstützt werden Vertriebene, aber auch bedürftige lokale Familien. Die Hilfe wird an die individuelle Situation der Haushalte angepasst und umfasst Nahrungs- und Kleidergutscheine oder auch Beteiligung an den Wohn- und Medizinalkosten.

 

Land / Region / Ort
Homs, Syrien


Zielgruppe
Intern Vertriebene und lokale Gemeinschaften, die vom Konflikt betroffen sind


Mittelbedarf
585'633 Franken


Projektdauer
01.06.2017 bis 31.05.2018


Projektnummer
P170062


Projektziel
Deckung der humanitären Grundbedürfnisse von mindestens 6'400 Personen von intern Vertriebenen und der bedürftigen Bevölkerung von Homs durch Massnahmen, die auf die individuellen Familien angepasst sind.


Projektverantwortlicher
Richard Asbeck, Tel: 041 419 22 29, rasbeckto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Katastrophenhilfe Ausland

 
 

Worum geht es?

Zum Beginn des achten Jahrs der Syrienkrise trägt die Zivilbevölkerung weiterhin die Hauptlast eines Konfliktes, der geprägt ist durch unvergleichbares Leid, Zerstörung und die Verachtung von Menschenleben. 13,1 Millionen Menschen in Syrien sind abhängig von humanitärer Hilfe, 3 Millionen davon sind gefangen in belager­ten und schwer erreichbaren Gebieten, wo sie grossen Risiken ausgesetzt sind. Über die Hälfte der syrischen Bevölkerung hat aus ihren Wohnungen und Häusern fliehen müssen - viele von ihnen wur­den mehrfach vertrieben. Kinder und Jugendliche machen über die Hälfte aller Vertriebenen aus und die Hälfte derer, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Homs, die drittgrösste Stadt Syriens, war seit Beginn des Konfliktes Austragungsort von heftigen Ge­fechten zwischen den syrischen Regierungstruppen und der Opposition. Heute ist Homs eine der meistzerstörten Städte des Landes. Von den einst 1,4 Millionen Einwohnern wurde mehr als die Hälfte vertrie­ben oder getötet. Gemäss Schätzungen wurden rund 83 Prozent der Gebäude mindestens teilweise zerstört. Diejenigen Familien, welche nach dem Ende der Kämpfe in die Altstadt zurückgekehrt sind, haben alles verloren und leben unter schwierigsten Bedingungen in grosser Armut. Inmitten der Ruinen haben kleine Läden wieder geöffnet. Aber die ökonomische Krise verhindert die Rückkehr zur Normalität.

Die Preise für Lebensmittel sind in ganz Syrien stark gestiegen. In Homs kosten Gemüse, Früchte, Fleisch oder Milchprodukte zehn- bis fünfzehnmal mehr als vor der Krise. Auch andere Güter des täg­lichen Bedarfs wie Kleider sind teuer geworden und die meisten Menschen haben durch die Kämpfe ihre Arbeit verloren. Viele Familien können sich deshalb ihre Grundversorgung nicht mehr leisten. Im vergangenen Winter gab es zu wenig Heizmaterial und Stromausfälle von bis zu 18 Stunden pro Tag. Die Preise für Heizmaterial stiegen daraufhin ins Unermessliche.

 

Was tun wir?

Seit Anfang der Syrienkrise hat Caritas Schweiz in Zusammenarbeit mit ihren lokalen Partnern Nothilfe geleistet für syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern sowie in Syrien selbst. In Homs und in den Dörfern der Umgebung hilft Caritas bedürftigen Familien dabei, ihre Grundbedürfnisse zu decken. Unterstützt werden Vertriebene, aber auch bedürftige lokale Familien. Die Hilfe wird an die individuelle Situation der Haushalte angepasst und deckt eine grosse Palette an Bedürfnissen ab:

  • Wegen des starken Preisanstiegs und ihrer prekären Einkommenssituation erhalten 1600 Familien während eines Jahres Gutscheine für Nahrungsmittel und Hygiene-Artikel. Diese Gutscheine werden einen relevanten Beitrag zur Deckung der Grundbedürfnisse der Familien leisten. Sie werden in regelmässigen Abständen an die Familien verteilt und können in Partner­geschäf­ten eingelöst werden. So können die Familien selbst auswählen, welche Lebensmittel sie brauchen und kaufen möchten.
  • Aufgrund der massiven Zerstörung ist adäquater und bezahlbarer Wohnraum knapp, teilweise leben die Men­schen auf öffentlichen Plätzen oder in unbenutzten Schulen. Damit sie sich eine geeignete Unterkunft leisten können, werden 200 Familien ein Jahr lang bei der Bezahlung ihrer Wohnkosten unter­stützt.
  • Menschen mit medizinischen Problemen erhalten Gutscheine zur Bezahlung ihrer Behandlungskosten.
  • Da Zugang zu Bildung ein wichtiges Anliegen bedürftiger Familien ist, werden 500 Kinder und Jugendliche zu Beginn des Schuljahres mit einem Beitrag an Schulgebühren unterstützt, 750 Gutscheine für Lernmaterialen und 2000 Pakete mit Hygiene-Artikeln werden verteilt.
  • Zusätzlich können 500 Kinder zwischen 4 und 17 Jahren Kleidergutscheine bekommen, da in der Vergangenheit vor allem im Winter viele Familien ihren Kindern keine warmen Kleider kaufen konnten.

Mit ihren Aktivitäten will Caritas dazu beitragen, die Lebensbedingungen von besonders bedürftigen Familien in Homs und in der Umgebung zu verbessern. Erfahrene Sozialhelfer erreichen die bedürftigsten Familien durch Öffentlichkeitsarbeit in der Stadt und den umliegenden Gemeinden, empfangen sie im Caritas-Zentrum und eruieren die individuellen Bedürfnisse. Dadurch wird sichergestellt, dass sie genau die Hilfe empfangen, die sie benötigen.

Die Zerstörung, die instabile Sicherheitslage und die Schwierigkeit, in andere Stadtteile zu gelangen, machen die Arbeit für Caritas in Homs schwierig und heraus­for­dernd. Ein wichtiger Teil des Projekts ist deswegen für Caritas Schweiz die lokale Caritas durch gezielte Förderung und Trainingsmassnahmen zu unterstützen und zu stärken.

 

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