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Syrien

Konfliktbetroffene Familien in Aleppo bauen ihr Leben und ihre Gemeinschaft wieder auf

Seit Anfang der Syrienkrise leistet Caritas Schweiz in Zusammenarbeit mit ihren lokalen Partnern Nothilfe für syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern sowie in Syrien selbst. Über 4'000 bedürftige vertriebene und lokale Familien profitieren von den verschiedenen Unterstützungsleistungen im Rahmen dieses Projekts. Die Hilfe wird an die individuelle Situation der Familien angepasst und umfasst Nahrungs- und Kleidergutscheine oder auch Beteiligung an den Wohn- und Medizinalkosten.

 

Region/Ort:
Aleppo, Syrien


Zielgruppe:
Intern Vertriebene und lokale Bevölkerung in Aleppo, die vom Konflikt betroffen sind


Mittelbedarf:
CHF 74'432


Projektdauer:
01.04.2017 bis 31.03.2018


Projektnummer:
P170063


Projektziel:
Nothilfe für über 4'000 intern vertriebene und lokale Familien (über 15'000 Personen) in Aleppo, damit sie ihr Leben würdevoll gestalten und ihre Gemeinschaft wieder aufbauen können.


Projektverantwortliche:
Mandy Zeckra, Tel: 041 419 23 91; mzeckrato make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Katastrophenhilfe Ausland

 
 

Worum geht es?

Im siebten Jahr der Syrienkrise trägt die Zivilbevölkerung weiterhin die Hauptlast eines Krieges, der geprägt ist durch unvergleichbares Leid, Zerstörung und die Verachtung von Menschenleben. 13,5 Millionen Menschen sind abhängig von humanitärer Hilfe. Ständige Gewalt, mehrfache Vertreibung, zerstörte Existenzgrundlagen sowie mangelnder Zugang zu Gütern des täglichen Bedarfs und Dienstleistungen sind die tagtägliche Realität für die Menschen in Syrien.

Etwa 70 Prozent der Menschen in Syrien leben heute in Armut und können ihre elementaren Grundbedürfnisse wie Nahrung nicht decken. Viele Familien sind daher gezwungen auf unhaltbare und unsichere Überlebensstrategien zurück zu greifen, einschließlich erzwungene oder frühe Heirat, vorübergehende Ehen, Kinderarbeit, Rekrutierung in bewaffnete Gruppierungen oder Prostitution.

Aleppo, früher die mit zwei Millionen Einwohnern grösste Stadt Syriens und einst florierendes Wirtschaftszentrum, war Schauplatz jahrelanger Gefechte zwischen den syrischen Regierungstruppen und der Opposition. Grosse Teile der Altstadt wurden zerstört und schätzungsweise ein Viertel der Menschen vertrieben. Durch die sich allmählich verbessernden Sicherheitsbedingungen nach dem Ende der Kämpfe in der Altstadt von Aleppo Ende 2016, kehren erste Familien in ihre Quartiere zurück. Dennoch bleibt die Lage prekär, viele haben durch den jahrelangen Krieg ihre gesamte Lebensgrundlage verloren.

Vertriebene und Rückkehrende benötigen dringend Hilfe zur Deckung der elementarsten Grundbedürfnisse wie Unterkunft, Nahrungsmittel und Trinkwasser, welches zum Teil monatelang nicht verfügbar ist. Auch lokale Familien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Viele haben durch den jahrelangen Konflikt ihre Einkommensmöglichkeit verloren und die Ersparnisse aufgebraucht. Diese Situation wurde durch die Aufnahme von Vertriebenen verschärft. Besonders betroffen sind Haushalte, welche schon vor dem Krieg an der Armutsgrenze lebten und Familien mit kleinen Kindern, kranken und alten Mitgliedern.

Seit Beginn der Krise hat Caritas in Syrien und den Nachbarländern humanitäre Hilfe geleistet und die verletzlichsten Bevölke­rungsgruppen unterstützt. Bisher konnte so über 350'000 vom Konflikt betroffenen Menschen geholfen werden.

 

Was tun wir?

Seit Anfang der Syrienkrise hat Caritas Schweiz in Zusammenarbeit mit ihren lokalen Partnern Nothilfe geleistet für syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern sowie in Syrien selbst. Über 4'000 bedürftige vertriebene und lokale Familien profitieren von den verschiedenen Unterstützungsleistungen im Rahmen dieses Projekts. Dies entspricht über 15'000 Begünstigten, welche direkt vom Projekt profitieren.

Die ärmsten Haushalte erhalten Gutscheine für Nahrungsmittel. Die Gutscheine werden in regelmässigen Abständen an die Familien verteilt und können in unterschiedlichen Geschäf­ten innerhalb von 45 Tagen eingelöst werden. So können die Familien selbst auswählen, welche Lebensmittel sie brauchen und kaufen möchten. Bedürftige Familien erhalten auch Unterstützung zur Deckung der täglichen Grundbedürfnisse wie Hygieneprodukte, Kochutensilien, und Behälter zur Lagerung von Wasser und Nahrungsmitteln. Dafür werden einerseits Gutscheine und andererseits Warenkörbe gemäss zuvor ermittelten Bedürfnissen verteilt.

Aufgrund der massiven Zerstörung ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser nicht überall gewährleistet. Weite Distanzen zum nächsten Wassertank sowie die zum Teil abgelegenen Stationen stellen vor allem für Frauen und ältere Menschen ein grosses Hindernis dar. Caritas stellt darum 16 zusätzliche Wassertanks auf um Zugang zu sicherem Trinkwasser zu gewährleisten.

Aufgrund der massiven Zerstörung ist adäquater und bezahlbarer Wohnraum knapp. Damit sie sich eine geeignete Unterkunft leisten können, werden die ärmsten Familien je nach Bedürfnis während drei oder sechs Monaten bei der Bezahlung ihrer Wohnkosten unter­stützt. Zudem werden Unterkünfte mit dringend benötigten Reparaturarbeiten aufgebessert.

Menschen mit gesundheitlichen Problemen bekommen lebenswichtige medizinische Versorgung, inklusive Operationen und Medikamente.

Der Konflikt hat vielen Kindern jegliche Möglichkeit genommen, die Schule zu besuchen. Durch zum Teil jahrelangen Unterbruch der Schulbildung benötigen die Kinder zusätzliche Lernunterstützung, damit sie dem öffentlichen Unterricht folgen können. Kinder profitieren von Nachhilfeunterricht in Englisch, Mathematik und Arabisch. Zudem werden 5'000 Pakete mit Schulmaterialien verteilt. Der Krieg hat viele Kinder traumatisiert. Caritas bietet darum psychosoziale Unterstützung für die vom Krieg betroffene Kinder an.

Begünstigte Familien werden gemäss einem Fragebogen ausgewählt um sicherzustellen, dass die Hilfe den Ärmsten zugute kommt. Kriterien sind unter anderem Anzahl der Familienmitglieder und Kinder, Zustand der Unterkunft, Unterstützung durch andere Organisationen, und von Frauen geführte Haushalte.

Dieses Projekt wird von verschiedenen Caritas Organisationen finanziert. Caritas Schweiz leistet einen finanziellen Beitrag sowie technische Unterstützung. Damit Caritas Syrien die anspruchsvolle Arbeit in einer komplexen und sich stetig verändernden Umwelt professionell weiterführen kann, unterstützt und stärkt Caritas Schweiz die lokale Caritas durch gezielte Förderung und Trainingsmassnahmen.

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