Syrien

Bargeldhilfe in regenerierenden Märkten in Syrien

Über drei Viertel der syrischen Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Wirtschaft im kriegsgebeutelten Land ist komplett zusammengebrochen. Die Menschen müssen zunehmend hohe Risiken in Kauf nehmen, um ihren Lebensunterhalt sichern zu können. Mit diesem Projekt werden über ein Jahr hinweg besonders gefährdete, verletzbare Familien mit Bargeld unterstützt. Sie können so selbst entscheiden, welche Ausgaben sie tätigen möchten.

 

Land / Region / Ort
Aleppo, Damaskus, Homs und Hassakeh / Syrien


Zielgruppe
6350 vulnerable syrische Haushalte (ca. 40 000 Personen) und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zwei lokalen Hilfsorganisationen


Mittelbedarf
7 188 2122 Schweizer Franken


Projektdauer
01.06.2019 bis 31.03.2021 


Projektnummer
P190039


Projektziel
Beitrag zur Resilienz und zum Schutz von mehr als 6‘350 vulnerablen syrischen Haushalten (ca. 40'000 Personen)


Projektverantwortlicher
Richard Asbeck, Tel: 041 419 22 29, rasbecknot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 

Bargeldhilfe für die Menschen in Ost-Ghouta: Videoserie

 
 

Worum geht es?

In Syrien sind weiterhin 6,2 Millionen Menschen intern vertrieben. Selbst im Jahr 2018, dem achten Kriegsjahr, wurden mehr als 1,5 Millionen Personen neu vertrieben. Nach Angaben der Vereinten Nationen leiden immer noch mehr als 30% der Einwohnerinnen und Einwohner unter Ernährungsunsicherheit. Darunter befinden sich auch Teile der Bevölkerung, die von akuter und chronischer Unterernährung betroffen sind. Die Resilienz der Bevölkerung ist erheblich erodiert. Geschätzte 83% leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Belastung der Haushalte durch Mangel und Armut hat zunehmend erhebliche negative Reaktionen und Verhaltensweisen bei der betroffenen Bevölkerung hervorgerufen. So reduzieren Familien ihren Nahrungsmittelkonsum, die Medikamenteneinnahme und andere lebensnotwendigen Ausgaben, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Auch werden zunehmend Kinder für den Einkommenserwerb der betroffenen Haushalte eingesetzt. Mädchen werden oftmals vor Erreichen der Volljährigkeit verheiratet. Die Basisunterstützung der syrischen Bevölkerung ist nicht gewährleistet und die staatliche Versorgung der Bevölkerung reicht nicht aus, um den hohen Anteil an vulnerablen Haushalte vor einer weiteren Verelendung zu schützen. Die Menschen sind trotz einer Abnahme der militärischen Gewalt in Syrien stark gefährdet und für das Überleben auf die Unterstützung von Hilfswerken angewiesen.

Im Zuge des Ausbruchs der Covid-19-Pandemie hat auch die syrische Regierung restriktive Massnahmen eingeführt wie die vorübergehende Schliessung von Märkten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Während offizielle Zahlen zu Ansteckungsraten aufgrund der geringen Testkapazitäten niedrig sind, so liegt die tatsächliche Zahl an infizierten Fällen mit höchster Wahrscheinlichkeit deutliche darüber. Gleichzeitig hat die Krise und die damit verbundenen Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens gravierende Auswirkungen auf die Ernährungssituation der Bevölkerung: allein in den letzten sechs Monaten stieg die Anzahl der von Nahrungsmittelunsicherheit betroffenen Personen um 1,4 Millionen. Hohe Inflationsraten, welche bei Hygieneprodukten bis zu 300% erreichten, machen es vielen Familien beinahe unmöglich, sich mit den am den dringendsten benötigten Gütern zu versorgen.

 

Was tun wir?

Im Rahmen dieses Projekts fördert Caritas Schweiz gemeinsam mit den beiden lokalen Partnern Caritas Syrien (CS) und dem Griechisch-Orthodoxen Patriarchat von Antiochia (GOPA) die Resilienz von ca. 6‘350 von Armut betroffenen Haushalten. Hierdurch werden ca. 13‘400 Personen durch die Verteilung von sogenannten cash grants maximal 12 Monate lang versorgt und in den harten Wintermonaten zusätzlich unterstützt. Grundsätzlich liegt die konkrete Verwendung dieser Hilfszahlung frei in der Entscheidung der Empfänger, sodass die Haushalte selbstständig und effizient entscheiden können, welche Ausgaben sie mit der Zuwendung tätigen. Zahlungen werden im Zuge der Covid-19-Krise über einen Zeitraum von drei Monaten aufgestockt: Diese Aufstockungen sollen vor allem für die Versorgung mit Hygieneartikeln verwendet werden.

Zusätzlich reagiert das Projekt auf die veränderte Situation im Zuge des Covid-19-Ausbruchs und deckt den gestiegenen Bedarf an Hygieneartikeln für weitere 4‘850 Haushalte. Dies geschieht entweder durch Notfall-Bargeldhilfen über einen Zeitraum von 3-6 Monaten, welche für den Kauf von Hygieneprodukten vorgesehen sind, oder durch die direkte Verteilung von Hygieneartikeln, wo Bargeldverteilung nicht möglich ist oder kein Zugang zu lokalen Märkten besteht. Hygienepakete enthalten Güter, welche nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO und internationalen Standards zusammengesetzt wurden. Seifen, Desinfektionsmittel, Waschmittel, Schwämme und Sprays ermöglichen den Bedürftigen, sinnvolle Schutzmassnahmen durchzuführen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der lokalen Partnerorganisationen informieren zudem die lokale Bevölkerung unter Einhaltung des gebotenen Sicherheitsabstands und Kontaktverbotes über die Verbreitung der Covid-19-Pandemie und notwendige Massnahmen. Gleichzeitig soll der Stigmatisierung von mit der Krankheit Infizierten vorgebeugt werden.

Das Projekt wird durch ein Konsortium von kirchennahen Organisationen unter der Führung von Caritas Schweiz durchgeführt. Dazu gehören auch Caritas Österreich, die holländische Cordaid und die deutsche Diakonie Katastrophenhilfe. Es wird von der Generaldirektion Europäischer Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (GD ECHO) finanziert.

Zunächst werden Haushalte identifiziert und bei ihrer Registrierung wird die Bedürftigkeit anhand verschiedener Kriterien festgestellt. Im Zuge der Covid-19-Pandemie müssen Hausbesuche eingeschränkt oder unter Einhaltung strikter Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden. Für die Bestimmung der Höhe der monatlichen Bargeldzahlung wird der sogenannte minimum expenditure basket festgestellt, welcher aufgrund des jüngsten Preisanstiegs angepasst wird. Im Anschluss daran wird über eine Geldkarte oder einen anderen Transaktionsmechanismus regelmässig eine Zahlung an die Haushalte getätigt. Begünstigte Familien werden während der gesamten Projektlaufzeit eng von Sozialarbeiterinnen und -arbeitern begleitet und bei zusätzlichem Bedarfe, z.B. für medizinische oder psychosoziale Hilfe, an andere Stellen verwiesen.

Weiterhin werden die beiden lokalen Partner gefördert und ihre Kapazitäten bei der Konzeption, Implementierung und dem Monitoring von cash-basierten Interventionen gestärkt. Caritas Schweiz und die anderen Konsortiumspartner werden daher regelmässig die lokalen Organisationen durch Training, Beratung und Prozessoptimierung auf eine grössere Selbstständigkeit vorbereiten. Es finden Fortbildungen für Sozialarbeitende zu Fragen des Schutzes von Projektbegünstigten sowie zu Fallmanagement statt. Im Zuge der Covid-19-Pandemie erhalten Projektmitarbeiteriinnen und -mitarbeiter spezielle Schulungen in Hinblick auf notwendige Schutzmassnahmen und die Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung. Letztendliches Ziel der Intervention ist es daher, die Resilienz von syrischen Haushalten mit einer stärkeren Förderung von Kapazitäten syrischer Hilfswerke zu kombinieren.

 

This document has been produced with the financial assistance of the European Union. The contents of this document are the sole responsibility of Caritas Switzerland and can under no circumstances be regarded as reflecting the position of the European Union.

 

 

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