Libanon: Projekt P220023

Zugang zu dauerhafter Beschäftigung für Jugendliche

 
 

Kontext und Problemstellung

Der Libanon erlebt derzeit seine schwerste Wirtschafts- und Finanzkrise. Das strukturschwache Land hat mit einem geringen Wirtschaftswachstum und dem seit 2011 starken Zustrom von syrischen Geflüchteten zu kämpfen. Im Oktober 2019 geriet das Land in eine tiefgreifende politische und wirtschaftliche Krise. Die Explosion im Hafen von Beirut im August 2020 und die Corona-Pandemie verschlimmerten die ohnehin schon schlechte Wirtschaftslage und führten zu steigender Arbeitslosigkeit und Armut. Schätzungen zufolge leben heute 78 Prozent der libanesischen Bevölkerung in Armut und 89 Prozent der syrischen Geflüchteten in extremer Armut. Rund ein Drittel der Libanesinnen und Libanesen ist arbeitslos und ohne Einkommen.

Infolgedessen reichen vor allem bei den sozial schwachen Familien die finanziellen Mittel nicht mehr aus, um ihren Kindern eine qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen, damit diese in einem hart umkämpften Arbeitsmarkt bestehen können. Somit dürfte die Zahl der Jugendlichen, die weder in den Genuss einer Ausbildung kommen noch eine Arbeit finden erheblich steigen. Derweil ist es Arbeitgebern kaum möglich, neue Arbeitsplätze zu schaffen oder insbesondere jungen Menschen Praktikumsstellen anzubieten.

Der Kampf um Arbeitsplätze wird als häufigster Grund für Spannungen zwischen Geflüchteten und Gastgesellschaft genannt, was ebenfalls Anlass zur Sorge gibt.

 

Unsere Ziele

Ziel des Projekts ist es, die Einkommensmöglichkeiten sowie die sozio-ökonomische Teilhabe von 900 schutzbedürftigen syrischen Geflüchteten und libanesischen Jugendlichen (50 % Frauen, 50 % Männer) zu stärken, indem einige der Haupthemmnisse für die Beschäftigung von Jugendlichen im Libanon angegangen werden. Auf diese Weise soll langfristig die Eigenständigkeit benachteiligter Jugendlicher gefördert werden.

 

Unsere Wirkung

Im Rahmen eines gezielt auf Jugendliche ausgerichteten Empowerment-Modells unterstützt das Projekt junge syrische Geflüchtete sowie Libanesinnen und Libanesen beim Übergang ins Erwerbsleben durch Aufnahme einer Anstellung oder Selbstständigkeit. Die Jugendlichen sollen so ein stabiles Haushaltseinkommen generieren und ihre Eigenständigkeit erhöhen können.

Um fit für den Arbeitsmarkt zu werden, erhalten die Jugendlichen systematisch Unterstützung durch ein massgeschneidertes Paket an Schulungen zum Erwerb lebenspraktischer Fähigkeiten und zum Aufbau beruflicher und technischer Kompetenzen. Ferner wird ihnen mit der Gründung von Kleinstunternehmen, der Vermittlung von Praktika und regelmässigem Mentoring geholfen. In einem persönlichen Entwicklungsplan werden die wichtigsten Ziele der jeweiligen Projektteilnehmenden definiert sowie ein Zeitplan für die verschiedenen Etappen im Unterstützungsprozess festgelegt. Arbeitgeber, die Jugendlichen Praktika anbieten, erhalten finanzielle Zuschüsse und strategische Unterstützung über ein direktes Hilfspaket, das auch fachliche Beratung und Sachleistungen in Form von Arbeitsausrüstung beinhaltet. Das Projekt umfasst folglich Aktivitäten, die sowohl auf die Arbeitgeber- als auch auf die Arbeitnehmerseite ausgerichtet sind, und möchte so der sozio-ökonomischen Teilhabe der Jugendlichen einen Impuls verleihen.

Das Projekt legt den Fokus auf die drei folgenden vorab festgelegten Beschäftigungsbereiche, die bei Projektstart mittels eingehender Analyse beleuchtet werden:

  1. Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie,
  2. Bauwesen und Innenausbau,
  3. Informations- und Kommunikationstechnologie.
 

Themen und Ansätze

Das Projekt ist im thematischen Wirkungsfeld «Einkommen» verortet und baut auf die Erkenntnisse aus früheren Projekten zur Sicherung des Lebensunterhalts. Es zielt darauf ab, das vorgeschlagene Modell zur Selbstermächtigung (Empowerment) von Jugendlichen auf seine Umsetzbarkeit zu überprüfen und konzentriert sich daher vor allem auf die Gewinnung und Weitergabe neuer Erkenntnisse. So soll sichergestellt werden, dass bewährte Praktiken dokumentiert und mit anderen Akteuren im Libanon geteilt werden und das Modell schliesslich weitere Verbreitung finden kann.

 

Projekt P220023

Thema
Einkommen


Projektdauer
01.02.2022 bis 31.03.2024 (26 Monate)


Budget
2'632'538 Schweizer Franken


Projektgebiete
Beirut, Bekaa-Ebene, Mount Libanon, Libanon


Zielgruppen
900 Jugendliche und ihre Familien, wodurch indirekt rund 3600 Personen erreicht werden.


Finanziert durch
Novo Nordisk Foundation
DEZA, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit

 

Ihre Spende

 

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