Libanon

Nachhaltige Armuts­bekämpfung für syrische Flüchtlinge und libanesische Familien dank Sozialwohnungsbau

Im Rahmen dieses Projekts wird sozialer Wohnungsraum renoviert und gleichzeitig dafür syrische Flüchtlinge und benachteiligte Libanesinnen und Libanesen angestellt. So schafft das Projekt menschenwürdige und bezahlbare Unterkünfte und bietet Einkommens- und Berufsbildungsmöglichkeiten. Die Mieteinnahmen fliessen in einen Sozialfonds, mit dem wiederum soziale Projekte unterstützt werden.

 

Land / Region / Ort
Mount Libanon, Dekwaneh / Libanon


Zielgruppe
1120 syrische Flüchtlinge und bedürftige Libanesinnen und Libanesen


Mittelbedarf
1’345’699 Schweizer Franken


Projektdauer
01.07.2020 bis 30.06.2022


Projektnummer
P200050


Projektziel
Einen Beitrag leisten zur nachhaltigen Armutsbekämpfung von bedürftigen libanesischen Familien und syrischen Flüchtlingen im Libanon


Projektverantwortlicher
Richard Asbeck, Tel: +41 41 419 22 29; rasbecknot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Der Konflikt in Syrien hat weitreichende Auswirkungen auf die politische, soziale und wirtschaftliche Lage im Libanon. Seit Beginn des Syrienkrieges haben den Libanon mehr als 1.5 Millionen Flüchtlinge erreicht. Dabei ist das ohnehin strukturschwache Land bereits jetzt überfordert und der öffentliche Sektor vollkommen überlastet. Die Arbeitslosigkeit ist nach dem rasanten Bevölkerungsanstieg höher denn je, das Wirtschaftswachstum entwickelt sich schwächer und interne Spannungen zwischen Flüchtlingen und Gastgesellschaft steigen. Im Oktober 2019 begannen landesweite Proteste gegen die Regierungsführung, Korruption und die schlechte Wirtschaftslage. Der Libanon ist zunehmend gelähmt und die Wirtschaftskrise spitzt sich weiter zu.

Schätzungen zufolge lebt ein Drittel der libanesischen Bevölkerung und 69% der syrischen Flüchtlinge im Libanon unterhalb der Armutsgrenze. Der fehlende Zugang zu Erwerbsmöglichkeiten verschärft die Situation stetig; Ersparnisse sind aufgebraucht und die Grundbedürfnisse an Unterkunft, Nahrungsmitteln, Gesundheit und Bildung können nur mit Mühe gedeckt werden. Die hohen Kosten für eine Unterkunft schlagen besonders zu Buche: Viele Familien geben bis zu 45% ihres Einkommens für das Wohnen aus; die internationale Obergrenze sieht einen Anteil von maximal 30% vor. Zudem befinden sich viele Wohnungen in einem miserablen Zustand. Der Mangel an bezahlbarem und adäquatem Wohnraum gekoppelt mit unzureichenden Einkommensmöglichkeiten zwingt viele Familien in menschenunwürdige Wohnsituationen ohne ausreichende Sicherheit und Grundversorgung mit Wasser und Strom.

Die internationale Hilfe konzentrierte sich zu Anfang der Syrienkrise ausschliesslich auf eine direkt überlebenswichtige Unterstützung von Flüchtlingen und von schutzbedürftigen Mitgliedern der aufnehmenden Gemeinden. Die internationalen Gelder und Spenden nehmen nun stetig ab und die anhaltende Krise erfordert einen langfristigeren Ansatz.

Dieses Projekt hat deshalb zum Ziel, nachhaltig zur Armutsbekämpfung von bedürftigen libanesischen Familien und syrischen Flüchtlingen im Libanon beizutragen. Einkommen werden durch die Renovierung von Wohnungen und die Eröffnung eines Sozialfonds geschaffen. Das Projekt wird in Dekwaneh, nördlich der Hauptstadt Beirut, in Kooperation mit Caritas Libanon umgesetzt.

 

Was tun wir?

Das Projekt leistet einen Beitrag zur nachhaltigen Armutsbekämpfung von insgesamt 1'120 bedürftigen libanesischen Familien und syrischen Flüchtlingen im Libanon. Durch das Projekt wird sozialer Wohnungsraum renoviert, Einkommensmöglichkeiten im Bauwesen geschaffen und ein Sozialfonds für die Mieteinnahmen eingerichtet. Der Fonds wird auf Grundlage von eigens ausgearbeiteten Fonds-Richtlinien für soziale Unternehmungen verwendet. 

Die Wohnungsgebäude befinden sich im Eigentum von Caritas Libanon in Dekwaneh und sind Teil ihres Sozialwohnungs­programms. Die Wohnungen werden instandgesetzt, um Zugang zu sicheren und menschenwürdigen Unterkünften für bedürftige libanesische Familien zu bieten. Dafür werden pro Wohnung Renovierungspläne erstellt, in denen Massnahmen für höhere Energieeffizienz besondere Berücksichtigung erhalten. Je nach Bedarf werden in den Wohnungen Türen und Fenster abgedichtet oder ersetzt, Decken versiegelt, Bäder renoviert und energieeffiziente Boiler und Lichter installiert. Ausserdem wird die Hausfassade ausgebessert sowie die Gebäudestruktur verstärkt. 

Für den Bezug der Sozialwohnungen werden Kriterien festgelegt, nach denen bedürftige Familien vorrangig vergünstigten Wohnraum erhalten. Mietverträge werden dafür mit den Familien geschlossen bzw. bestehende Verträge aktualisiert. Ausserdem werden die Familien durch Sozialarbeiterinnen und -arbeiter in den nahegelegenen Gemeindezentren von Caritas Jordanien beraten und bei weiterem Bedarf intern oder extern an andere Organisationen vermittelt. Für die Reparaturarbeiten wird ein Cash-for-Work-Beschäftigungsprogramm durchgeführt, bei dem syrische Flüchtlinge und bedürftige Libanesinnen und Libanesen angestellt werden und Zugang zu legalem Einkommenserwerb erhalten. Neben der Generierung von Einkommen werden dadurch die Fähigkeiten der Mitarbeitenden im Bauwesen erweitert. 

Die Mieteinnahmen aus den Sozialwohnungen fliessen in einen Sozialfonds von Caritas Libanon, der dafür im Rahmen des Projekts eröffnet wird. Durch den Sozialfonds werden weitere soziale Projekte unterstützt, wodurch ein Beitrag zur längerfristigen Finanzierung von Sozialunternehmungen entsteht. Die Verwendung des Sozialfonds wird durch Richtlinien geregelt, die mit Unterstützung eines Experten ausgearbeitet wurden. 

Das Projekt ermöglicht eine praktische Umsetzung von sowohl humanitärer Hilfe als auch Entwicklungs­zusammenarbeit und entspricht daher in hohem Mass den Bedürfnissen in einer langanhaltenden Krise. Insbesondere trägt die Schaffung eines langfristigen und skalierbaren Finanzierungsmechanismus von Sozialprojekten zur nachhaltigen Armutsbekämpfung auch weit nach Projektende bei. Angesichts des Rückgangs an internationalen Hilfsgeldern für die Region und der gleichzeitig andauernden Krise erfüllt dieses Projekt somit die Bestrebungen von Caritas Schweiz zur Lokalisierung von Hilfe und Verknüpfung von kurzfristiger humanitärer Hilfe mit langfristig ausgerichteter Entwicklungszusammenarbeit (Nexus).

 

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