Libanon

Besserer Zugang zum Arbeitsmarkt durch Bildungsangebote für Jugendliche (YES)

Hohe Arbeitslosigkeit und weit verbreitete Schwarzarbeit bestanden zwar schon vor dem Konflikt; nach dem Zuzug von Geflüchteten steht der Libanon jedoch vor grossen Herausforderungen. Viele Jugendliche verfügen über ein sehr niedriges Bildungsniveau und treten in den Arbeitsmarkt mit unzureichenden Kenntnissen ein. Dieses Projekt hat deshalb zum Ziel, Jugendliche in den Arbeitsmarkt zu integrieren durch effektives Coaching. Die qualifizierten Coaches betreuen die Jugendlichen individuell und in Gruppen, um diese für den Arbeitsmarkt und die Aufnahme von bezahlten Erwerbsmöglichkeiten zu qualifizieren.

 

Land / Region / Ort
Libanon / Beirut, Mount-Lebanon, North Libanon


Zielgruppe
60 syrische und libanesische Jugendliche


Mittelbedarf
172'109 Schweizer Franken


Projektdauer
01.02.2020 – 31.01.2021


Projektnummer
P200020


Projektziel
Steigerung der Resilienz von syrischen geflüchteten und libanesischen Jugendlichen im Libanon durch verbesserten Zugang zum Arbeitsmarkt


Projektverantwortlicher
Richard Asbeck, Tel: 041 419 22 29, rasbecknot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Der Konflikt in Syrien hat weitreichende Auswirkungen auf die politische, soziale und wirtschaftliche Lage im Libanon. Seit Beginn des Konfliktes sind Armutsrisiko und humanitäre Bedürfnisse rasant gestiegen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 3,3 der 5,9 Millionen (56%) im Libanon ansässigen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Dazu gehören 1,5 Millionen Libanesen, 1,5 Millionen Syrer und 0,3 Mio. Palästinenser. Der plötzliche Bevölkerungsanstieg hat den Druck auf das öffentliche Schul- und Gesundheitswesen erhöht. Hohe Arbeitslosigkeit und weit verbreitete Arbeit im informellen Sektor bestanden zwar schon vor dem Konflikt; nach dem Zuzug von Geflüchteten steht der Libanon jedoch vor grossen Herausforderungen.

Inzwischen hat sich die Situation von syrischen Geflüchteten und armutsbedrohten Libanesen verschlimmert. 87% der Syrer im Libanon haben sich verschuldet und 76% leben unter der Armutsgrenze. Ihre Ersparnisse sind aufgebraucht und die Grundversorgung an Nahrungsmitteln, Unterkunft, Gesundheit und Bildung kann nur mit Mühe decken. Die stetig abnehmende internationale Hilfe und der fehlende Zugang zu Erwerbsmöglichkeiten haben ihre Situation verschärft.

Hinzu kommen die anhaltenden Proteste im Land, die im Oktober 2019 in Beirut begannen und sich gegen die Regierungsführung, Korruption und schlechte Wirtschaftslage richten. Der Libanon ist dadurch zunehmend gelähmt und die Wirtschaftskrise spitzt sich weiter zu.
Das vorliegende Projekt wird in den Regionen Beirut, Mount-Libanon und Nord-Libanon umgesetzt, in denen Caritas Libanon über ihre Sozialzentren Zugang zu vulnerablen syrischen und libanesischen Jugendlichen verfügt. Jugendliche aus der libanesischen Bevölkerung sowie junge syrische Geflüchtete sind von der Krise in besonderem Masse dahingehend betroffen, dass Bildungsinstitutionen weitgehend überlastet sind in der Aufnahme der hohen Zahl an Geflüchteten und die Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse, was zu schlechten Bildungsergebnissen und hohen Schulabbrecherquoten führt. Viele Jugendliche verfügen deshalb über ein sehr niedriges Bildungsniveau und treten in den Arbeitsmarkt mit unzureichenden Kenntnissen ein.

Die Qualität der Berufsausbildungen, die von staatlichen Einrichtungen angeboten werden, ist zumeist inadäquat und obwohl verschiedene Berufsbildungskurse von nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen angeboten werden, gehen diese zumeist nicht mit konkreten Massnahmen zur Arbeitsmarktintegrierung einher.

Das vorliegende Projekt hat deshalb zum Ziel, Jugendliche in den Arbeitsmarkt zu integrieren durch effektives Coaching, Zugang zu Informationen zu verfügbaren Bildungsangeboten & Unterstützung diese Angebote wahrzunehmen, sowie Orientierungshilfe auf dem Arbeitsmarkt, unter anderem durch die Vermittlung von Praktika.                         

 

Was tun wir?

Zu Beginn der Syrienkrise konzentrierte sich die internationale Hilfe ausschliesslich auf eine direkte überlebenswichtige Unterstützung von Geflüchteten und von schutzbedürftigen Mitgliedern der aufnehmenden Gemeinden. Diese Art von Unterstützung umfasste Geldzahlungen, Nahrungsmittelpakete und die Bereitstellung von Unterkünften. Die anhaltende Krise erfordert jedoch zusätzlich einen langfristigeren Ansatz, um die Resilienz der Betroffenen systemisch und individuell zu stärken. Vorliegendes Projekt leistet daher einen Beitrag zur Stärkung der Resilienz von vulnerablen syrischen und libanesischen Jugendlichen im Libanon durch die Integration in den Arbeitsmarkt.

Das Projekt wird mit technischer Unterstützung von Swisscontact und Caritas Libanon als implementierender Partner innerhalb von 12 Monaten durchgeführt. Um das Projektziel zu erreichen, wird ein Coaching Ansatz angewandt, der von Swisscontact bereits in mehreren Ländern seit 10 Jahren erfolgreich umgesetzt und nun erstmalig im Libanon pilotiert wird. Der Coaching Ansatz wird dafür auf den libanesischen Kontext angepasst; fünf Sozialarbeiter von Caritas Libanon werden in der Umsetzung des Ansatzes als Coaches ausgebildet.

Die qualifizierten Coaches werden daraufhin insgesamt 60 Jugendliche individuell und in Gruppen betreuen, um diese für den Arbeitsmarkt und die Aufnahme von bezahlten Erwerbsmöglichkeiten zu qualifizieren.
Zusammen mit den ausgebildeten Coaches erstellen die Jugendlichen individuelle Entwicklungspläne, um entlang der persönlichen Ziele und Potentiale der Projektteilnehmer, gemeinsam Massnahmen zur Zielerreichung zu definieren. Dabei werden Jugendliche von ihren Coaches unterstützt, bestehende Bildungsangebote wahrzunehmen. Jeder Jugendliche erhält die Möglichkeit an zwei Bildungsmassnahmen teilzunehmen, die aus dem Projekt finanziert werden.

Die Jugendlichen werden ausserdem an Praktika herangeführt, um praktisches Lernen als Ergänzung zu den formellen Bildungsangeboten und die Anbindung an den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Coaches identifizieren dafür passende Praktikumsmöglichkeiten und beraten die Jugendlichen in ihrer Stellenauswahl und Bewerbung.

Die Weiterentwicklung von persönlichen und sozialen Fähigkeiten der Jugendlichen wird ausserdem durch die Ausarbeitung und Durchführung von Gemeinschaftsaktivitäten durch die Projektbeteiligten selbst gefördert. In Gruppen veranstalten die Jugendlichen beispielsweise Handarbeitskurse für Kinder oder Senioren, Fussballturniere, oder kleine Volksfeste.

Im Rahmen des vorliegenden Projekts wird der Coaching Ansatz im Libanon getestet, angepasst und bei Erfolg und Möglichkeit skaliert werden um weitere Jugendliche zu erreichen. Für die Projektpartner generiert das Vorhaben daher einen grossen Mehrwert im Sammeln von Erfahrung und Wissen zu dem neuen Ansatz. Insbesondere durch die Zusammenarbeit mit der Schweizer Nichtregierungsorganisation Swisscontact können zudem Synergieeffekte erzeugt und Erfahrungswerte ausgetauscht werden.

 

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