Jordanien

Gesicherte und bessere Wohnbedingungen für syrische Geflüchtete und bedürftige jordanische Familien

In Jordanien leben unzählige syrische Flüchtlingsfamilien und bedürftige jordanische Familien in menschenunwürdigen Unterkünften, ständig von Zwangsräumung bedroht. Die Caritas hilft besonders gefährdeten Menschen dabei, ihre Unterkünfte vor Niederschlag zu schützen und winterfest zu machen, und berät und unterstützt sie im Bereich Miet- und Wohnrecht.

 

Land / Region / Ort
Eastern Amman, Irbid, Mafraq and Zarqa / Jordanien


Zielgruppe
3235 bedürftige syrische und jordanische Familien (1175 Personen)


Mittelbedarf
344'209 Schweizer Franken


Projektdauer
15.02.2020 - 14.09.2020


Projektnummer
P200004


Projektziel
Die Unterkünfte von 235 Familien werden ausgebessert und in ihrer Energieeffizienz gesteigert, sowie Mieterschutz für mindestens ein Jahr mit dem Vermieter vereinbart.


Projektverantwortlicher
Richard Asbeck, Tel: 041 419 22 29, rasbecknot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Der Konflikt in Syrien dauert nun bereits neun Jahre an. Innerhalb kürzester Zeit kamen nach Kriegsbeginn 2011 über eine halbe Million syrische Flüchtende in das ohnehin schon strukturschwache Jordanien. Bis Januar 2020 ist diese Zahl auf 655 000 registrierte Flüchtlinge gestiegen, womit das Land eine der weltweit höchsten Pro-Kopf-Raten an Flüchtlingen aufweist. Schätzungen zufolge leben ohne Registrierung weitere 650 000 Syrer in Jordanien, die vor Krieg und Zerstörung geflohen sind. Die Kapazitäten Jordaniens die Bedürfnisse der syrischen Geflüchteten sowie der jordanischen Bevölkerungen zu decken ist erschöpft.

Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge leben 80% der Geflüchteten in urbanen Räumen unterhalb der Armutsgrenze. Über 27% der Jordanier und 48% der syrischen Geflüchteten verfügen über keine adäquate Unterkunftsmöglichkeit, welche genügend Schutz vor Niederschlag bietet. Stadtteile mit hoher Bevölkerungsdichte beherbergen die ärmsten Bevölkerungsgruppen, denen oftmals keine Alternative als überfüllte und/oder minderwertige Unterkünfte bleibt. Um auch nur kleinste Reparaturarbeiten vorzunehmen und die Unterkünfte eigenständig auszubessern, fehlt es den Haushalten an Mitteln. Im Laufe der Jahre wurde ihr Erspartes aufgebraucht; Einkommensmöglichkeiten bestehen nur unzureichend.

Der Wohnungsmarkt in Jordanien ist längst an seinen Grenzen, viele geflüchtete und jordanische Familien leben zu überhöhten Preisen in minderwertigen Wohnungen und darüber hinaus oftmals ohne formelle Mietverträge und entsprechendem Mieterschutz. Viele geflüchtete Haushalte sehen sich von Zwangsräumung bedroht und somit erneuter Vertreibung.

 

Was tun wir?

Im Rahmen des Projekts verbessert Caritas Schweiz gemeinsam mit dem lokalen Partner Caritas Jordanien die Unterkünfte von 235 Haushalten, um die Familien vor Niederschlag, Feuchtigkeit und Kälte im kommenden Winter zu schützen, sowie die Energieeffizienz der Wohnungen zu steigern. Dazu werden je nach Bedarf Türen und Fenster abgedichtet oder ersetzt, Dächer ausgebessert und Decken versiegelt, energieeffiziente Boiler installiert und Schimmel behandelt.
Ein Team von Ingenieuren ermittelt die spezifischen Bedarfe jeder Unterkunft gemeinsam mit den Haushalten und den Vermietern und begleitet die erforderlichen Arbeiten. Dies führt nicht nur dazu, dass die Bewohner besser vor Kälte und Unwetter geschützt sind, sondern trägt auch zu mehr Sicherheit für die Familien in den Wohnungen bei und reduziert Gesundheitsrisiken.

Darüber hinaus werden Haushalte über das Miet- und Wohnrecht informiert und somit in ihren Rechten als Mieter gestärkt. Sie werden von Sozialarbeitern und Juristen unterstützt, mit den Vermietern rechtlich bindende Mietverträge mit mindestens einjähriger Laufzeit abzuschliessen, um sicherzustellen, dass sie zu fairen Bedingungen sowie auch nach den Ausbesserungsarbeiten in den Wohnungen verbleiben können. Wo möglich werden ausserdem Mietpreisreduktionen in Höhe von 10% mit dem Vermieter verhandelt werden.

Haushalte, die weitere Bedarfe in anderen Bereichen aufweisen, die durch das Projekt nicht abgedeckt werden können, werden innerhalb der Caritas an andere Projekte oder extern an entsprechende Hilfsorganisationen vermittelt. Dadurch sollen die Haushalte bestmöglichen Zugang zu benötigter Unterstützung erhalten.

In Jordanien ist Caritas Schweiz seit 2012 in der Humanitären Hilfe für syrische Flüchtlinge aktiv und arbeitet eng mit Caritas Jordanien zusammen, welche für das vorliegende Projekt die operative Verantwortung übernimmt. Das Projekt folgt zwei erfolgreich durchgeführten Vorgängerprojekten, auf dessen Erkenntnissen und Erfahrungen aufgebaut wird. Finanziert wird das Projekt zudem durch das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen.

 

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