Jordanien

Einkommensförderung für syrische und jordanische Frauen in der Milchverarbeitung

Im Gebiet Irbid, das über 140'000 syrische Flüchtlinge beherbergt, kämpfen besonders viele syrische und jordanische Familien mit Armut. Gleichzeitig ist Irbid ist für seine Milchprodukte bekannt und geschätzt, welche in Heimarbeit und im Direktvertrieb hergestellt werden. Dieses Projekt unterstützt syrische und jordanische Frauen in Irbid dabei, mit der Milchverarbeitung ein Einkommen zu generieren und so ihre Lebenssituation zu verbessern.
 

 

Land / Region / Ort
Jordanien / Irbid


Zielgruppe
60 Frauen (50% Syrerinnen / 50% Jordanierinnen) und ihre Haushalte (etwa 300 Menschen)


Mittelbedarf
306'530 Schweizer Franken


Projektdauer
01.10.2018 bis 31.07.2019 


Projektnummer
P180074


Projektziel
60 Frauen werden dabei unterstützt, eine Einkommensquelle in der Milchverarbeitung auf- oder auszubauen, was ihre Lebenssituation stabilisiert und ihre Resilienz stärkt.


Projektverantwortlicher
Richard Asbeck, Tel: 041 419 22 29, rasbecknot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Katastrophenhilfe Ausland

 
 

Worum geht es?

Innert kürzester Zeit kamen ab Anfang 2012 über eine halbe Million syrische Flüchtende in das ohnehin schon strukturschwache Jordanien. Bis September 2018 ist diese Zahl auf 670‘000 registrierte Flüchtlinge gestiegen, womit das Land eine der weltweit höchsten Pro-Kopf-Raten an Flüchtlingen aufweist. Es wird geschätzt, dass zusätzlich weitere 650‘000 Syrerinnen und Syrer, die vor Krieg und Zerstörung geflohen sind, ohne Registrierung im Land leben. Diese hohe Anzahl an Geflüchteten und die Schliessung von Exportmöglichkeiten nach Syrien und in die Türkei bedeuten für Jordanien hohe wirtschaftliche und soziale Herausforderungen.

Wachsende Armut wird landesweit eine zunehmende Herausforderung für Jordanierinnen und Jordanier und syrische Flüchtlinge. 80% der Geflüchteten in urbanen Räumen leben unterhalb der Armutsgrenze. Im Laufe der Jahre haben sie ihr Erspartes aufgebraucht und können nur noch mit Mühe ihre Grundbedürfnisse an Nahrungsmitteln, Unterkunft, Gesundheitsversorgung und Bildung decken.

Das Projektgebiet im Governorat Irbid beherbergt etwa 140'000 syrische Geflüchtete und weist im nationalen Vergleich eine besonders hohe Rate an schutzbedürftigen und von Armut betroffenen Menschen auf. Fehlende Erwerbsmöglichkeiten erschweren die Situation für syrische und jordanische Familien. 
Irbid ist aber auch für seine Milchprodukte bekannt und geschätzt, welche oft in Heimarbeit und im Direktvertrieb hergestellt werden. Trotz hoher Nachfrage nach Käse, Joghurt oder anderen Milcherzeugnissen aus Irbid kämpfen die zumeist von Frauen geführten Kleinstbetriebe gegen Armut. Laut einer Studie zur Milch-Wertschöpfungskette, welche vom International Center for Agricultural Research in the Dry Areas (ICARDA) im Auftrag der Caritas durchgeführt wurde, liegen die Gründe dafür in überholten Verarbeitungsmethoden, veraltetem Gerät und Schwierigkeiten bei der Vermarktung der Produkte.

Unabhängig vom Konflikt in Syrien weist Jordanien eine der weltweit niedrigsten Arbeitsmarktpartizipationsraten von Frauen auf. Gründe hierfür sind Arbeitsbedingungen, welche die Vereinbarkeit von Arbeit im Haushalt und im Beruf erschweren, aber auch fehlende Weiterbildungsmöglichkeiten und das Überwinden gesellschaftlich verankerter Hürden. Die Gründe sind somit sowohl kulturell als auch strukturell bedingt, welche in der Ausarbeitung dieses Projekts berücksichtigt wurden.

 

Was tun wir?

Durch dieses Projekt unterstützen Caritas Schweiz und ihre lokale Partnerin Caritas Jordanien 60 Frauen über einen Zeitraum von neun Monaten beim Auf- oder Ausbau einer soliden Einkommensquelle im Bereich der Milchverarbeitung. Die Teilnehmerinnen sind je zur Hälfte syrische Geflüchtete und Jordanierinnen, welche gerne eine zusätzliche Einkommensquelle in der Milchverarbeitung erschliessen möchten oder trotz einer kleinen Eigenproduktion und Vertrieb von Milchprodukten von Armut bedroht sind. Die mittelfristige Stabilisierung der Einkünfte hilft indirekt auch deren Familien, also etwa 300 Menschen, darunter etwa 50% Kinder und ältere Menschen.

Primär setzt die Zusammenarbeit mit den Teilnehmerinnen bei der Verbesserung der Produktionsmethoden an, um die Qualität und Quantität der produzierten Käsesorten, des Joghurts oder des Butterfetts zu erhöhen. So wird in einem aus verschiedenen Modulen bestehenden Kurs Wissen zu Milchtransport und -aufbewahrung, effizienter Pasteurisierung und hygienischen Verpackungsmethoden weitergegeben. Der Kurs besteht aus theoretischen und praktischen Elementen und Anschauungsunterricht in bestehenden Betrieben. 

Das erlangte Wissen können die Frauen in ihrer eigenen Heimproduktion einsetzen oder, im Fall eines Fremdbetriebs, für eine bessere Anstellung nutzen. Nach Abschluss des Kurses werden 30 der Frauen dabei unterstützt, ihre eigene Produktion aufzubauen oder den eigenen Betrieb rentabler zu gestalten. Dazu gehören nebst Reparaturarbeiten auch regelmässige Besuche von Sozialarbeiterinnen und -arbeitern und einer Milchverarbeitungsspezialistin, welche die Frauen beraten. Des Weiteren lernen sie, ihre Produkte wirksam zu vermarkten und ihren Absatz nachhaltig zu erhöhen. Weitere 30 Frauen werden durch Sozialarbeitende unterstützt, eine Arbeit in einem Milchverarbeitungsbetrieb zu finden und zu behalten.

Alle Frauen entstammen Haushalten, die von Armut betroffen sind. Die medizinische, soziale oder psychische Situation erlaubt ihnen häufig keine geregelte Erwerbstätigkeit oder erfolgreiche Betriebsführung. Um die Familien ganzheitlich zu unterstützen, werden Sozialarbeiterinnen und -arbeiter daher jede Familie regelmässig besuchen, um den Bedarf an Sozialdienstleistungen zu identifizieren und Betroffene an diese weiter zu vermitteln. Dadurch werden die teilnehmenden Frauen entlastet und können sich auf den Erwerb neuer Fähigkeiten konzentrieren, diese anwenden und graduell ihre Rolle als Einkommensbeschaffer sichern. 

Bei diesem Vorhaben handelt es sich um ein Pilotprojekt. Die Ergebnisse werden in der Folge detailliert ausgewertet, um bei Erfolg die Aktivitäten zur Einkommensförderung für Geflüchtete und von Armut betroffenen Menschen aus der lokalen Bevölkerung auszuweiten.

 

Ihre Spende

 
Ersatzinhalt-Startseite-Standard-DE
 
 

Caritas Schweiz
Adligenswilerstrasse 15
Postfach
CH-6002 Luzern

 

PC 60-7000-4
IBAN CH69 0900 0000 6000 7000 4
Spenden können bei den Steuern in Abzug gebracht werden.

 

Spenden­beratung

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir beraten Sie gerne persönlich. 

MEHR