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Jordanien

Abfallwirtschaft als Chance für Mensch und Umwelt

Über 650'000 Syrerinnen und Syrer leben zusätzlich zur lokalen Bevölkerung seit Ausbruch der Krise in Jordanien. Dieser Bevölkerungsanstieg stellt die Infrastruktur des Landes vor riesige Herausforderungen. Das Abfallvolumen beispielsweise hat massiv zugenommen. Je länger die Syrienkrise andauert, desto wichtiger wird es deshalb, dass langfristige Lösungen gefunden werden. Die Caritas unterstützt in Jordanien die Gemeinde Jerash beim Aufbau eines Abfallmanagementsystems und bietet dabei bedürftigen Menschen Einkommensmöglichkeiten.

 

Land / Region / Ort
Jordanien / Gemeinde Jerash


Zielgruppe
105 Haushalte von syrischen Geflüchteten und Jordanierinnen und Jordaniern, insgesamt 525 von Armut bedrohte Personen; die Gemeinde Jerash und ihre Einwohnerinnen und Einwohner (108‘500 Personen)


Mittelbedarf
599'328 Franken 


Projektlaufzeit
01.02.2018 bis 31.01.2019


Projektnummer
P180039


Projektziel
Stärkung des lokalen Dienstleistungssektors in der Abfallentsorgung in Jerash (Beitrag zum Resilienz-Ziel des Regionalen Plans für Resilienz für Flüchtlinge) und Schaffung von Einkommensmöglichkeiten für Geflüchtete und die lokale Bevölkerung.


Projektverantwortlicher
Richard Asbeck, Tel: 041 419 22 29, rasbecknot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Katastrophenhilfe Ausland

 
 

Worum geht es?

Seit dem Ausbruch der Syrienkrise gehört Jordanien zu den Ländern mit den höchsten Pro-Kopf-Raten an Flüchtlingen der Welt. Der drastische Bevölkerungsanstieg hat sich auf die soziale und wirtschaftliche Situation des ganzen Landes ausgewirkt. Wasserinfrastruktur, sanitäre Einrichtungen, Gesundheit oder Bildung geraten immer mehr unter Druck. Unter anderem gefährdet der Anstieg des Abfallvolumens die Umwelt und bedroht die kargen natürlichen Ressourcen. In manchen Gemeinden hat sich das Abfallvolumen in den letzten Jahren gar verdoppelt. Die Behörden sind diesem Anstieg nicht gewachsen und brauchen Unterstützung, um die Abfallentsorgung zu bewältigen.

Eine der Gemeinden, die mit einem massiven Anstieg des Abfallvolumens zu kämpfen haben, ist Jerash im Norden Jordaniens. Sie zählt rund 108‘500 Einwohnerinnen und Einwohner. Zusätzlich leben in Jerash geschätzte 80‘000 syrische Flüchtlinge oder pendeln täglich dorthin, um im Bau- und Dienstleistungssektor einen Tageslohn zu verdienen. Jerash hat kein effizientes Abfallmanagementsystem, das die Wiederverwertung von Wertstoffen fördert. Das gestiegene Abfallvolumen beeinträchtigt somit die lokale Umwelt, das Gemeindebudget sowie den Tourismus im Umkreis der bedeutenden antiken Stätten der Gemeinde.

Gleichzeitig haben die schon lange andauernde Flüchtlingskrise, die abnehmende internationale Unterstützung und die mangelnden Erwerbsmöglichkeiten die über 650'000 registrierten Geflüchteten in ganz Jordanien, so auch in Jerash, in eine äusserst prekäre Lage gebracht. «Wir haben kein Geld, und nun kürzt die Uno die Lebensmittelgutscheine. Wovon sollen meine Kinder leben?» sagte Muhamed, der mit seinen Kindern aus Syrien nach Jordanien geflohen ist, bereits 2015. 

 

Was tun wir?

Damit die Menschen Perspektiven haben und nachhaltig gestärkt werden, reicht Nothilfe alleine nicht. Die anhaltende Krise erfordert einen langfristigeren Ansatz, um die Betroffenen systemisch und individuell zu stärken. Vorliegendes Projekt leistet daher sowohl einen Beitrag für die Stärkung des öffentlichen Dienstleistungssektors als auch bei der für die Einkommensbeschaffung von Flüchtlingen und bedürftigen Jordaniern.

Nach Abschluss eines erfolgreichen Cash-for-Work-Projektes zur Abfallbeseitigung in mehreren jordanischen Gemeinden konzentrieren sich Caritas Schweiz und Caritas Jordanien nun auf die Inbetriebnahme einer Sortieranlage in der Gemeinde Jerash. Abfalltrennung und -wiederaufbereitung schaffen die Voraussetzung für ein effizientes Recycling und die Vermarktung der wiedergewonnenen Wertstoffe. Das sinkende Müllaufkommen entlastet Umwelt und die Finanzen der Gemeinde durch geringere Transportkosten. Der Verkauf von Wertstoffen ermöglicht zudem eine teilweise Rückfinanzierung, die aus einer effizienteren Abfallentsorgung resultiert.

Gleichzeitig schafft die Abfallsammlung und -sortierung Arbeitsplätze für wenig qualifizierte Arbeitssuchende, die schwerer Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Im Laufe des Projekts werden 105 Arbeitende mit befristeten Verträgen angestellt. Dies ermöglicht insgesamt 470 Monatseinkommen für syrische Flüchtlinge und bedürftige Jordanierinnen und Jordanier. Zudem schult die Caritas die Begünstigten in einzelnen Aufgaben im Abfallmanagementbereich, führt sie in Aspekte des jordanischen Arbeitsrechts ein und sensibilisiert in Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. Indirekt versorgen die Begünstigten ebenfalls ihre Familien (etwa 525 Personen) und beugen einem weiteren Abgleiten in der Armutsspirale und schädigendem Verhalten vor. Hierzu zählen Kinderarbeit anstelle von Schule, Mangelernährung durch Auslassen von Mahlzeiten und ganz allgemein die Verschuldung. Das Vorläuferprojekt hat gezeigt, dass die unterstützten Familien dank unserer Hilfe entsprechende Bewältigungsstrategien im Durchschnitt 20 Prozent weniger anwendeten als zuvor.

Mittels Öffentlichkeitsarbeit sensibilisiert die Caritas die Einwohnerinnen und Einwohner von Jerash für die Abfalltrennung. Dazu werden Informationen zur Abfalltrennung/-vermeidung vermittelt und Abfalltonnen aufgestellt. Das Ziel ist dabei auch, einen besseren Umgang mit Hausmüll langfristig in der Gesellschaft zu verankern.

Parallel zur Arbeit in Jerash wird die Caritas die Zusammenarbeit mit lokalen, nationalen und internationalen Akteuren fortsetzen, damit ihr Engagement in Jerash zu landesweiten Initiativen und zur Professionalisierung des Abfallsektors insgesamt beitragen kann.

 

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