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Jordanien

Ein Einkommen erwirtschaften mit Abfall

Je länger die Syrienkrise andauert, desto wichtiger wird es, dass die Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung in den Nachbarländern nachhaltige Einkommensmöglichkeiten finden. Deshalb beschäftigt Caritas in Jordanien täglich 900 Menschen im Abfallsektor und hilft ihnen so, ein Einkommen zu generieren. 

 

Die schon lange andauernde Flüchtlingskrise, die limitierte internationale Unterstützung und die mangelnden Erwerbsmöglichkeiten haben die über 650'000 Flüchtlinge in Jordanien in eine äusserst prekäre Lage gebracht. «Wir haben kein Geld, und nun kürzt die Uno die Lebensmittelgutscheine. Wovon sollen meine Kinder leben?» sagte Muhamed, der mit seinen acht Kindern aus Syrien nach Jordanien geflohen ist, bereits 2015. Damit die Menschen Perspektiven haben und nachhaltig gestärkt werden, reicht Nothilfe alleine nicht

Wie in vielen Nachbarländern von Syrien wirkt sich die Krise in Jordanien – dem Land mit einer der höchsten Flüchtlingszahlen pro Kopf weltweit - auf die wirtschaftliche und soziale Situation des ganzen Landes aus. Auch bedürftige Jordanierinnen und Jordanier spüren den zunehmenden Druck auf Dienstleistungen und nationale Infrastrukturen wie Wasser, sanitäre Einrichtungen, Gesundheit oder Bildung. Dies gefährdet den Zusammenhalt zwischen Flüchtlingen und Einheimischen. Auch Ökosysteme und die Biodiversität leiden unter der engen Besiedlung und der Abfallproduktion.

Abfallwirtschaft als Chance für Mensch und Umwelt
Caritas Schweiz und ihre lokale Partnerin Caritas Jordanien schaffen mit Abfallbewirtschaftung Einkommensmöglichkeiten sowohl für syrische Flüchtlinge als auch für jordanische Familien, die akut von Armut betroffen sind. Syrierinnen und Syrier, die ausserhalb der Lager leben, sowie Jordanierinnen und Jordanier in zehn Gemeinden in den nordwestlichen Gouvernements Irbid, Jerash und Ajloun erhalten befristete Arbeitsverträge über drei bis sechs Monate. Das Projekt beschäftigt täglich rund 900 Menschen. Während ihrer Anstellung sammeln sie wiederverwertbare Abfälle und verarbeiten sie weiter. Für diese Arbeiten sind keine hohen Qualifikationen nötig. So bietet das Projekt Chancen für Menschen, die schwerer Zugang zum Arbeitsmarkt haben.

Gleichzeitig fördert das Projekt die Gesundheit der Gemeinschaften und hat einen positiven Einfluss auf die Umwelt. Die Arbeitseinsätze sind eingebunden in öffentliche Aufräumkampagnen und umfassende Entsorgungsstrategien.

Nachhaltig auch für die Menschen, die bereits als Abfallsammler ein Einkommen verdienen
Viele Menschen verdienen bereits informell durch das Sammeln und Recycling von Abfall ein Einkommen. Damit sich das Abfallprojekt der Caritas nicht negativ auf sie auswirkt, informiert sich Caritas in allen zehn Gemeinden substanziell über die Funktionsweise der Abfallwertschöpfungskette, ermittelt alle Beteiligten und knüpft Kontakte mit ihnen. Mittels Öffentlichkeitsarbeit sollen die bisherigen Abfallsammler über das Projekt informiert und im Projekt beschäftigt werden, um ihnen eine regelmässige, formalisiert und anerkannte Arbeit zu bieten.

Das Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt und ist Teil eines grösseren Engagements in der Abfallwirtschaft in Jordanien.

 

Region/Ort:
Gouvernements Irbid, Jerash und Ajloun / Jordanien


Zielgruppe:
1'150 syrische Flüchtlinge und schutzbedürftige Jordanier (je 50 %), entspricht 6'900 Arbeitsmonaten bezahlter Arbeit


Benötigte Finanzmittel:
CHF 4'924'546


Projektlaufzeit:
01.07.2016 bis 31.12.2017


Projektnummer:
P160057


Projektziel:
Schutzbedürftige syrische Flüchtlinge sowie schutzbedürftige Einwohner der jordanischen Gastgemeinden werden im Sektor Abfallwirtschaft beschäftigt. Auf Grundlage befristeter Verträge und eines Cash-for-Work-Modells als Anreiz leisten sie 6'900 bezahlte Arbeitsmonate.


Projektverantwortliche:
Mandy Zeckra, Tel.: 041 419 23 91;  mzeckrato make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Katastrophenhilfe Ausland

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