Jordanien

Cash-Nothilfe für von der Covid-19-Pandemie betroffene Familien

Seit die Corona-Pandemie im März 2020 das strukturschwache Jordanien erreichte, haben viele der Ärmsten Einkommensmöglichkeiten und den Zugang zu sonstiger sozialer Sicherung komplett verloren haben. Mit diesem Projekt erhalten besonders verletzbare Familien Nothilfe in Form von Geldzahlungen, damit sie ihr Grundbedürfnisse sichern können.

 

Land / Region / Ort
Amman, Irbid, Mafraq, Madaba, Zarqa / Jordanien


Zielgruppe
758 bedürftige syrische und jordanische Familien (3790 Personen)


Mittelbedarf
514 482 Schweizer Franken


Projektdauer
15.07.2020 bis 15.02.2021


Projektnummer
P200067


Projektziel
In Folge der Covid-19-Pandemie erhalten 758 Familien Nothilfe in Form von Geldtransfers und werden somit dabei unterstützt, ihre Grundbedürfnisse zu sichern. 


Projektverantwortlicher
Richard Asbeck, Tel: +41 41 419 22 29; rasbecknot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Das Jahr 2020 steht weltweit im Zeichen der Covid-19-Pandemie. Im März 2020 erreichte das Virus Jordanien. Um seine Verbreitung einzudämmen erlies die jordanische Regierung strenge Restriktionsmassnahmen, die tiefgreifende sozio-ökonomische Auswirkungen in dem ohnehin strukturschwachen Land zur Folge hatten. Neben der jordanischen Bevölkerung sind die vielen syrischen Flüchtlinge besonders betroffen. Im neunten Jahr der Syrienkrise leben in Jordanien 655 000 registrierte sowie schätzungsweise weitere 650 000 nicht registrierte Flüchtlinge, die vor Krieg und Zerstörung in Syrien geflohen sind. Jordanien weist damit eine der weltweit höchsten Pro-Kopf-Raten an Flüchtlingen auf. Die Kapazitäten Jordaniens, die Bedürfnisse der syrischen Flüchtlinge sowie der jordanischen Bevölkerung zu decken, stossen seit langem an ihre Grenzen und sind in der derzeitigen Situation gänzlich erschöpft.

Laut Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen verschlechtert sich die Situation im Land zunehmend als Folge der Restriktionsmassnahmen. Die Bewegungsfreiheit und Einkommensmöglichkeiten sind enorm eingeschränkt, die Ersparnisse der jordanischen und syrischen Bevölkerung längst aufgebraucht und die Grundbedürfnisse können kaum gedeckt werden. 78% der syrischen Flüchtlinge leben unterhalb der Armutsgrenze und es wird davon ausgegangen, dass diese Zahl nun weiter steigen wird. In einer Umfrage gaben 70% der Befragten an, Schulden aufzunehmen und 35% erklärten, weniger Mahlzeiten zu sich zu nehmen, um die Situation zu überbrücken. Die Kosten für Nahrungsmittel und Miete sind eine enorme Belastung für die Familien und derzeit kaum zu decken. Gleichzeitig gehen mehr als ein Drittel der Befragten nicht davon aus, dass sie nach der Aufhebung der Restriktionen ihre Arbeit wieder aufnehmen können. Hilfeleistungen erreichen die jordanische Bevölkerung und syrischen Flüchtlinge kaum aufgrund der landesweiten Restriktionen.

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz setzt gemeinsam mit der nationalen Partnerin Caritas Jordanien ein Nothilfeprojekt zur Unterstützung von 758 Haushalten in Jordanien um. Über einen zweimonatigen Zeitraum erhalten die Haushalte Geldtransfers, um sie dabei zu unterstützen, ihre Grundbedürfnisse zu decken, nachdem sie Einkommens­möglichkeiten und Zugang zu sonstiger sozialer Sicherung verloren haben. Das Projekt begünstigt sowohl syrische Flüchtlinge (70% der Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer) als auch jordanische Haushalte (30% der Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer).

Die Auswahl der Projektbegünstigten erfolgt über festgelegte Kriterien und berücksichtigt besonders schutzbedürftige Haushalte, unter anderem Personen mit Behinderung und von Frauen geführte Haushalte, die von den sozio-ökonomischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie besonders betroffen sind. Die Geldtransfers werden durch den jordanischen Dienstleister «Mahfazti» über die Mobiltelefone der Menschen an darauf eingerichtete Onlinekonten übermittelt. Mit diesem Konto erhalten sie einfachen und gesicherten Zugang zu Finanzdienstleistungen und können die Geldtransfers unter anderem bei Bankautomaten und ausgewählten Geschäften abheben. Die Begünstigten werden in der Eröffnung und Funktionalität des Onlinekontos beraten und durch ein eigens produziertes Video geschult. Sollte die Kontoeröffnung einzelnen Projektteilnehmerinnen und -teilnehmern nicht möglich sein, werden alternative Auszahlungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. 

Insgesamt erhalten die Begünstigten zwei Geldtransfers innerhalb von zwei Monaten. Nach den Auszahlungen führt das Projektteam jeweils Umfragen per Telefon mit den Haushalten durch, um Rückmeldungen zur Transfermodalität und Zufriedenheit mit den Projektleistungen zu sammeln und auszuwerten. Haushalte, die weitere Bedarfe in anderen Bereichen aufweisen, die durch das Projekt nicht abgedeckt werden können, werden innerhalb der Caritas an andere Projekte oder extern an entsprechende Hilfsorganisationen vermittelt. Dadurch sollen die Haushalte bestmöglichen Zugang zur insgesamt benötigten Unterstützung erhalten. 

In Jordanien ist Caritas Schweiz seit 2012 in der Humanitären Hilfe für syrische Flüchtlinge aktiv und arbeitet eng mit Caritas Jordanien zusammen, welche für das vorliegende Projekt die operative Verantwortung übernimmt. Das Projekt folgt mehreren erfolgreich durchgeführten Vorgängerprojekten, auf dessen Erkenntnissen und Erfahrungen aufgebaut wird. Finanziert wird das Projekt durch das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen.

 

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