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Südsudan

Nothilfe für von der Dürre betroffene Familien

Eine verheerende Kombination aus Krieg, Gewalt und Dürre zwang Millionen Menschen im Südsudan zur Flucht. Fast die Hälfte der Bevölkerung hat nicht genug Lebensmittel. Caritas Schweiz verteilt Saatgut und Nahrungsmittel an von der Dürre und vom Krieg betroffene Personen. Zudem repariert sie Bohrlöcher und baut grosse Wasserreservoirs, wodurch während der Regenzeit mehr Wasser gespeichert werden kann. Lokale Wasserkomitees lernen, wie man die Bohrlöcher und Reservoirs richtig benutzt und instand hält.

 

Land / Region / Ort
Ikwoto, Geria und Kidepo Valley in Imatong State, Region Ost-Äquatoria, Südsudan 


Zielgruppe
Etwa 70'000 Personen in ländlichen Gebieten, die von Ernährungsunsicherheit und Wasserknappheit betroffen sind


Mittelbedarf
740’080 Franken


Projektdauer
1.11.2017 bis 30.4.2018 (6 Monate)


Projektnummer
P170064


Projektziel
Für die Bevölkerung in den von der Dürre und vom Krieg betroffenen Gebieten die Lebensmittelversorgung verbessern und den Zugang zu sicherem Wasser sicherstellen


Projektverantwortliche
Pamela Stathakis, Tel: 041 419 22 88; pstathakisto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Katastrophenhilfe Ausland

 
 

Worum geht es?

Seit im Dezember 2013 bewaffnete Kämpfe zwischen Anhängern des Präsidenten und des zuvor abgesetzten Vize-Präsidenten ausgebrochen sind, ist der Südsudan von grossen politischen und sozialen Unruhen betroffen. Auch wenn im Jahr 2014 zwei Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet wurden, gehen die Kämpfe in einigen Regionen des Landes unvermindert weiter. Die Zivilbevölkerung ist von diesen Kampfhandlungen stark betroffen, was sich in rasant anwachsenden Zahlen intern Vertriebener auszeichnet. Im Mai 2017 waren mehr als 5,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Die verheerende Kombination aus Krieg, Gewalt und Dürre hat mehr als 3,8 Millionen Menschen in die Flucht getrieben, viele davon ins benachbarte Ausland. Die ausbleibenden Regenfälle in 2016 und 2017 haben weiter dazu beigetragen, dass die Situation sich verschlechtert und immer mehr Menschen sich nicht ausreichend ernähren können. Aufgrund des Konfliktes haben viele Bäuerinnen und Bauern Angst davor, ihre Felder zu beackern; auch die lokalen Märkte werden wegen ausbleibender Ernten und der politischen Unsicherheit nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt. Im Projektgebiet sind viele Marktstände leer; die Geschäfte sind geschlossen. Die wirtschaftliche Krise und der Wertverlust des südsudanesischen Pfunds haben dazu beigetragen, dass die Bevölkerung sich keine Lebensmittel leisten kann, um die ausfallende Ernte zu kompensieren und damit ihre Grundbedürfnisse zu sichern. Im Februar 2017 waren gemäss UN–Angaben eine Million Menschen im Südsudan nahe einer Hungersnot und die Zahl unterernährter Kinder und Erwachsener erreichte Höchstwerte. In manchen Teilen des Landes hat die Regierung gar die Hungersnot ausgerufen. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist von der Lebensmitteknappheit betroffen und kaum dazu fähig, die eigene Ernährung sicherzustellen. Viele Bauernfamilien haben deshalb angefangen, verteiltes Saatgut zu essen, was wiederum dazu führt, dass kein Saatvorrat vorhanden ist für die nächste Pflanzsaison.

Im Projektgebiet stellt zusätzlich zur Lebensmittelknappheit auch der mangelnde Zugang zu Wasser ein grosses Problem dar. Viele Frauen in den ländlichen Gebieten müssen täglich 3 bis 5 Stunden zu Fuss gehen, um schmutziges Wasser zu holen. Viele der bestehenden Bohrlöcher und Wasserversorgungssysteme sind veraltet und funktionieren nicht mehr. Manche Dörfer haben von Caritas Schweiz gebaute Auffangbecken zum Sammeln von Regenwasser, aber oft fehlt ein zweiter Tank, um genügend Wasser für die Versorgung der gesamten Bevölkerung sicherzustellen.

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz ist seit mehr als 40 Jahren im Südsudan aktiv tätig. Seit 1999 konzentrieren sich die Aktivitäten im Bereich Entwicklung und Nothilfe auf die Region Ost-Äquatoria. Das vorliegende Nothilfe-Projekt hat zum Ziel, der von Dürre und Krieg betroffenen Bevölkerung im Bundesstaat Imatong in Ost-Äquatoria einen verbesserten Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen und die Ernährungssicherheit in den Projektgebieten zu verbessern.

Um in den ländlichen Gebieten den Zugang zu Trinkwasser zu erleichtern, sollen in verschiedenen Dörfern etwa 20 nicht mehr funktionierende Bohrlöcher repariert und neue Handpumpen installiert werden. Bei zwei Bohrlöchern soll auch eine von einer Solaranlage betriebene elektrische Pumpe installiert werden um sicherzustellen, dass eine genügend grosse Menge an Wasser an die Oberfläche gepumpt werden kann, um den hohen Bedarf der Bevölkerung abzudecken. Zusätzlich sollen in zwei Dörfern 150 Kubikmeter grosse Wasserreservoirs gebaut werden, um während der Regenzeit bei bereits gebauten Regenwasserauffangbecken («rock catchments») mehr Wasser auffangen und stauen zu können. Die Reparaturarbeiten an den Bohrlöchern und Handpumpen werden mit Expertinnen und Experten des lokalen Wasserdepartements koordiniert und durchgeführt. Die Bohrlöcher und Wasserreservoirs werden von lokalen Wasserkomitees auf der Gemeindeebene verwaltet. Um die richtige Handhabung sicherzustellen, werden alle Mitglieder dieser Komitees ein 5-tägiges Training erhalten. Neben der richtigen Benutzung und Instandhaltung der Anlagen lernen sie dabei auch, im Alltag richtiges Hygieneverhalten anzuwenden. Zusätzlich zu diesen Aktivitäten soll das lokale Wasserdepartement Werkzeuge, Material und technische Unterstützung erhalten, um das lokale Wasserversorgungssystem der Stadt Ikwoto und der umliegenden Dörfer zu reparieren und instand zu halten. Durch die genannten Massnahmen wird die Infrastruktur für die Wasserversorgung der Bevölkerung verbessert und den Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht. 

Um die Ernährungssicherheit in den Projektgebieten zu verbessern, sieht das Projekt vor, an 2'000 Familien Saatgut zu verteilen, damit sie ihre landwirtschaftliche Betätigung wieder aufnehmen und bei der Ernte im April / Mai nächsten Jahres wieder einen Ertrag haben können. Bei Bedarf werden auch landwirtschaftliche Geräte an die Bauern verteilt. Um zu verhindern, dass die Begünstigten aus der Not heraus das Saatgut direkt als Lebensmittel gebrauchen, sollen insgesamt etwa 1'200 Familien direkt Lebensmittel erhalten. Beispielsweise werden Familien, die sich an den Arbeiten für die neuen Wasserreservoirs beteiligen, mit wichtigen Lebensmitteln (Erdnuss und Sorghum) entschädigt (food for work). In der Region der Stadt Ikwotos sollen ebenfalls etwa 500 Familien für gemeinnützige Arbeiten mit Lebensmitteln bezahlt werden. Für zwei Wochen Arbeit erhält jede Familie Lebensmittel für zwei Monate. Dabei sollen arme und bedürftige Familien besonders berücksichtigt werden. Da die lokalen Märkte nur bedingt funktionieren, werden die Lebensmittel von Caritas Schweiz direkt an die Familien verteilt, wodurch eine sofortige Wirkung erzielt werden kann.

 

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