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Somaliland

Unterstützung für Eltern mit unterernährten Kindern

Wegen der anhaltenden Dürre sind immer mehr Säuglinge und Kleinkinder in Somaliland mangel- oder unternährt. Doch überall fehlt es an der passenden Gesundheitsversorgung. Die Caritas sorgt mit dafür, dass die Kinder Zugang zu einem Stabilisierungszentrum in der Stadt Berbera erhalten, dessen Personal von der Caritas geschult wird. Während ihres Aufenthalts im Stabilisierungszentrum stellt die Caritas Unterkunft und Nahrungsmittelhilfe für die Eltern bereit und führt Trainings in den Bereichen Hygiene und Ernährung durch.  

 

Land / Region / Ort
Sahil-Region, Stadt Berbera in Somaliland


Zielgruppe
Unterernährte Kinder unter 5 Jahren und ihre Mütter (1469 direkt begünstigte Menschen)


Mittelbedarf
409‘424 Franken


Projektdauer
01.04.2018 bis 31.03.2019 


Projektnummer
P170086


Projektziel
Mütter von unterernährten Kinder sind im Bereich Ernährung und Prävention von Unterernährung geschult, und teilen dieses Wissen in ihren Gemeinden.


Projektverantwortliche
Olivia Mathys, Tel: 041 419 23 81, omathysnot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Katastrophenhilfe Ausland

 
 

Worum geht es?

Somaliland ist eine autonome Region im Nordwesten von Somalia. Die Ernährungssituation im gesamten Somaliland hat sich aufgrund von schweren und wiederkehrenden Dürren im vergangenen Jahr rapide verschlechtert. Es gab kaum Ernteertrag. Zudem haben viele Hirten ihr Vieh als einzige Lebensgrundlage für sich und ihre Familien verloren und sind nun auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Unter der prekären Ernährungssituation leiden insbesondere Babys, Kleinkinder und ihre Mütter. Sie verfügen wegen hoher Mangel- und Unterernährung nur noch über sehr begrenzte Widerstandsfähigkeit und sind körperlich geschwächt. Die Zahl der Kinder, die mangelernährt oder von Mangelernährung gefährdet sind, hat gemäss Schätzungen seit 2017 massiv zugenommen: UNICEF prognostiziert, dass mittelfristig 275'000 Kinder in Somalia von akuter Unterernährung betroffen sein werden. Gerade in den ersten 1000 Lebenstagen wirkt sich Unterernährung gravierend auf die kognitive Entwicklung und auf das kindliche Immunsystem aus. 35 Prozent der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren in Somalia stehen im Zusammenhang mit Unterernährung. Durchfall, verursacht durch fehlenden Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen sowie einer mangelnden Hygienesituation, ist Ursache von weiteren 10 Prozent der Todesfälle unter Kindern.

Die Nothilfe von Hilfsorganisationen konnte bislang die schlimmen Folgen der Dürren vermindern. Immer mehr Hilfsorganisationen ziehen sich jedoch mangels finanzieller Mittel zurück. Prognosen für die Zukunft betonen das hohe Risiko einer Hungersnot, sollten weitere Hilfsorganisationen ihre Ernährungsprogramme einstellen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass das humanitäre Engagement aufrechterhalten wird. 

 

Was tun wir?

Der Fokus des Projekts liegt auf der Behandlung unterernährter Kinder, Vermittlung von Ernährungswissen sowie der Mutter-/Kind-Gesundheit einschliesslich einer psychosozialen Komponente. Dabei verbindet das Projekt akute Nothilfe in Form der Behandlung schwer unterernährter Kinder mit einem längerfristigen Ansatz, welcher die Selbsthilfekapazitäten der Mütter durch Trainingsmassnahmen in den Bereichen Ernährung und Hygiene nachhaltig erhöht.

Die grosse Mehrheit der Menschen in der Projektregion lebt in zerstreuten Siedlungen ohne Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen. Viele von ihnen sind intern Vertriebene. Den vorhandenen Gesundheitseinrichtungen fehlt es an der notwendigen Infrastruktur und Medikamenten. Auch fehlt es an einem funktionierenden Überweisungssystem bei medizinischen Notfällen. Der Projektpartner von Caritas Schweiz, «Health Poverty Action», ist die einzige internationale Nicht-Regierungs-Organisation, welche in der Region die notwendige Unterstützung im Gesundheitsbereich leistet. Dazu gehören unter anderem Notfall-Krankentransporte sowie die Untersuchung auf Anzeichen von Mangelernährung und entsprechende Behandlung. Im Kontext dieses Projektes wird ein Überweisungssystem aufgebaut, das sicherstellt, dass unterernährte Kinder zur Behandlung ins Stabilisierungszentrum in der Stadt Berbera gebracht werden. Sensibilisierungskampagnen in den Dörfern machen auf die Problematik der Unterernährung wie auch auf die vorhandenen Hilfemassnahmen und den kostenlosen Transport im Stabilisierungszentrum in Berbera aufmerksam. Ferner wird das Personal im Stabilisierungszentrum durch Schulungsmassnahmen gestärkt. Darüber hinaus werden Unterkunft und Nahrungsmittelhilfe für Eltern bereitgestellt, während sie sich mit ihren Kindern im Stabilisierungszentrum aufhalten.

Die im Berbera-Stabilisierungszentrum behandelten Kinder sind in der Regel unter fünf Jahren alt und werden während ihrem Aufenthalt von ihren Eltern (oder anderen Erziehungsberechtigten) begleitet. Die Eltern erhalten während dieser Zeit Schulungen zu Hygiene und Ernährung. Die Hygieneschulungen zeigen praktische Methoden zur Verbesserung der persönlichen Hygiene beispielsweise durch Händewaschen und Latrinengebrauch, aber auch zu Lebensmittelhygiene wie angemessene Lagerung von Lebensmitteln. Die Ernährungsschulungen beinhalten Themen wie angemessene Ernährung von Schwangeren und Müttern von Kleinkindern, die Bedeutung der Ernährung für die Kinder, die Wichtigkeit des Stillens für die Kleinkindentwicklung, sowie Erkennen der Symptome von Mangel- und Unterernährung und entsprechende Interventionen. Studien zeigen, dass die Kombination aus Nahrungsmangel und dem Ausbleiben von sozialer und emotionaler Anregung oftmals langfristige mentale und kognitive Behinderungen, aber Wachstumsstörungen nach sich ziehen. Daher sensibilisieren die Schulungen zu «Loving Care» die Eltern auch bezüglich der Bedeutung der sozialen und emotionalen Stimulation von Kindern.

Das gestärkte Wissen der Eltern trägt wiederum zur Verbesserung der Situation der Bevölkerung im Projektgebiet bei. Sie sind Multiplikatoren, die nach Rückkehr in ihre Heimatregion ihr Wissen weitergeben und Akteure der Veränderung in der eigenen Gemeinschaft werden. In Ergänzung zu den theoretischen Schulungsblöcken finden auch praktische Trainings statt. So hat das Projekt eine Küche eingerichtet, in der Kochdemonstrationen für die Eltern stattfinden. Dabei nutzen die Projektmitarbeitenden lokal verfügbare Lebensmittel und stellen sicher, dass die Eltern in der Lage sind, die erlernten Kochpraktiken nach ihrer Rückkehr nach Hause anwenden zu können.

 

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