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Demokratische Republik Kongo

Nothilfe für südsudanesische Flüchtlinge

Täglich kommen mehr Menschen aus dem Südsudan in der Demokratischen Republik Kongo an. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt und Dürre. Die Demokratische Republik Kongo befindet sich selbst in der Krise und kann die Versorgung und Sicherheit der Ankömmlinge nicht sicherstellen. Im Rahmen dieses Projekts erhalten Flüchtlinge Nahrungsmittel und energieeffiziente Holzöfen, damit sie den Brennholzbedarf senken können. Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf dem Schutz und der Betreuung von Frauen. Dank der Öfen müssen die Frauen weniger oft allein Holz sammeln und setzen sich so weniger der Gefahr sexueller Übergriffe aus. Frauen erhalten zusätzlich Hygieneartikel und Spitalpersonal und Flüchtlinge werden sensibilisiert für die Gefahren sexueller und anderer Gewalt und lernen den Umgang mit Opfern.

 

Land/Region:
Demokratische Republik Kongo, Ituri Provinz, Biringi Flüchtlingslager


Zielgruppe:
2'000 Flüchtlinge (1'300 Frauen und 700 Männer) aus dem Südsudan sowie etwa 100 Frauen aus der lokalen Bevölkerung


Gesamtprojektkosten:
CHF 487'291


Projektdauer:
14.05.2017 - 14.12.2017 (7 Monate)


Projektnummer:
P170057


Projektziel:
Flüchtlinge im Biringi-Flüchtlingslager erhalten humanitäre Hilfe


Projektverantwortliche:
Pamela Stathakis, Tel: 041 419 22 88; E-Mail: pstathakisto make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Im Verlauf des letzten Jahres hat sich die humanitäre Krise im Südsudan verschärft. Drei Jahre nach dem Ausbruch des gewalttätigen Konflikts im Dezember 2013 sind im Land mehr als fünf Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die verheerende Kombination aus Krieg, Gewalt und Dürre hat mehr als drei Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Rund 65’000 südsudanesische Menschen sind in die Demokratische Republik Kongo geflüchtet. Täglich kommen neue Flüchtlinge hinzu – vor allem Frauen und Kinder. Die meisten von ihnen werden im Flüchtlingslager Biringi in der Provinz Ituri oder in anderen Flüchtlingslagern untergebracht.

Die Demokratische Republik Kongo befindet sich selber in einer komplexen und langwierigen Krise. Die Aufnahme der südsudanesischen Flüchtlinge sowie die Rückkehr der im Südsudan lebenden Kongolesinnen und Kongolesen stellt die lokale Bevölkerung vor eine kaum zu bewältigende Belastungsprobe. Die Flüchtlinge befinden sich ebenso in einer prekären Situation. Grosse Nahrungsmittelknappheit in den Flüchtlingslagern, aber auch sexuelle und andere Gewalt gegenüber Frauen und Kindern während der Flucht wie auch nach der Ankunft im Flüchtlingslager stellen ein grosses Problem dar. Vor allem Frauen und Kinder, die auf den Feldern und in den umliegenden Wäldern nach Nahrung und Brennholz suchen müssen, sind der Gefahr von sexuellen Übergriffen ausgesetzt.

 

Was tun wir?

Das Projekt hat zum Ziel, den südsudanesischen Flüchtlingen bedarfsgerechte humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen. Implementiert wird das Projekt von der lokalen Caritas-Organisation «Caritas Mahagi». Trócaire (Caritas Irland), die schon länger vor Ort sind und mehrere Jahre Erfahrung im Projektgebiet mit sich bringen, und Caritas Schweiz unterstützen Caritas Mahagi und begleiten sie bei der Projektumsetzung.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) leistet für die Flüchtlinge eine Unterstützung von 12 US-Dollar pro Monat als Nahrungsmittelhilfe. Dies genügt aber bei weitem nicht: die minimalen Kosten zur Deckung des Ernährungsbedarfs einer Person für einen Monat belaufen sich auf 30 US-Dollar. Mit diesem Projekt werden 2'000 Flüchtlingen während sieben Monaten zusätzliche Nahrungsmittel zur Verfügung gestellt, damit sie ihren Nahrungsmittelbedarf vollständig decken können. Diese Hilfe soll den Flüchtlingen wenigstens bis zur nächsten Ernte Zugang zu den notwendigen Nahrungsmitteln ermöglichen und verhindern, dass die Flüchtlinge das Saatgut, welches sie bei Ankunft im Lager erhalten haben, nicht aus Notwendigkeit heraus sofort weiterverkaufen um Essen zu kaufen, sondern es für den Anbau von Gemüse verwenden.

Durch die hohe Zahl von Flüchtlingen in der Region und dem damit einhergehenden erhöhten Bedarf an Brennholz werden auch die umliegenden Wälder abgeholzt. Als zusätzliche Komponente dieses Projekts werden deshalb 650 Flüchtlingsfamilien mit energieeffizienten Öfen versorgt, die wesentlich weniger Holz benötigen. Die kleinen Öfen sind einfach zu bedienen und werden aus lokalen Materialien gefertigt. Durch den verringerten Bedarf an Brennholz sinkt die Notwendigkeit für die Menschen, in den Wäldern Bäume zu fällen. Frauen und Kinder verbringen dadurch wesentlich weniger Zeit mit der Suche nach Holz, wodurch wiederum das Risiko sinkt, Opfer von sexuellen Übergriffen zu werden. Zusätzlich erhalten 1'300 Flüchtlingsfrauen und Mädchen im gebärfähigen Alter sowie 100 Frauen der lokalen Bevölkerung sogenannte Dignity Kits mit Artikeln, die sie für ihre tägliche Hygiene dringend brauchen.

Zum Schutz von Frauen und Mädchen sind ebenfalls Massnahmen zur Prävention von sexueller Gewalt Teil des Projektes. Untersuchungen haben gezeigt, dass mehr als 70 Prozent aller Frauen und Kinder unter den südsudanesischen Flüchtlingen seit Beginn des Konfliktes direkt oder indirekt Opfer von sexueller oder anderer Gewalt waren. Das lokale Spital in Biringi ist die erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge, die vor oder während der Flucht Gewalt erlebt haben. Damit die von Übergriffen betroffenen Frauen und Kinder im Flüchtlingslager angemessene Unterstützung erhalten, wird das Personal im Biringi Spital sensibilisiert und in psychosozialer Unterstützung und klinischem Management aus- und weitergebildet. Zwei Schulungen werden durch die kongolesische, von Frauen geleitete Organisation SOFEPADI (Solidarité Féminine pour la Paix et le Développement Intégral) durchgeführt, in denen das Spitalpersonal lernen soll, mit den Opfern von Gewalt sorgsam und respektvoll umzugehen. Zusätzlich werden mit den Flüchtlingen im Lager mehrere Gruppenübungen durchgeführt, in denen die verschiedenen Risiken von Gewalt identifiziert und vor allem die Frauen auf die Gefahren sensibilisiert werden.

 

Eindrücke aus dem Flüchtlingslager in Biringi

 

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