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Äthiopien

Von El Niño betroffene Gemeinden erhalten Zugang zu Nahrungsmitteln, Wasser und Weideland

Äthiopien leidet unter der schlimmsten Dürre der letzten 50 Jahre, verursacht durch das Wetterphänomen El Niño. Sie hat zu grossen Ernteausfällen, Trinkwassermangel und verdorrten Weideflächen geführt. In der Borana-Zone im Süden des Landes leistet Caritas Nahrungsmittelhilfe. Damit die Menschen ihr Verdienst aufbessern können, rehabilitiert Caritas zudem Weideflächen, Teiche und Flachbrunnen. Sie verbessert den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sensibilisiert die Bevölkerung auf die Zusammenhänge von Gesundheit und Hygienepraktiken, um das Risiko der Ausbreitung von Krankheiten zu reduzieren. 

 

Land/Region/Ort:
Äthiopien, Region Oromia (Borana Zone, Distrikte Dhas und Moyale)


Zielgruppe:
Das Projekt kommt 57'675 Menschen und ihren Nutztieren zugute


Mittelbedarf:
488'466 CHF


Projektdauer:
01.11.2016 - 31.08.2017


Projektnummer:
P160075


Projektziel:
Ziel des Projekts ist es, auf dringende humanitäre Bedürfnisse der von Dürre betroffenen Menschen zu reagieren, indem sauberes Trinkwasser und dringend benötigte Nahrungsergänzungsmittel bereitgestellt werden sowie Krankheiten durch verbesserte Aufklärung vorgebeugt wird. Weideflächen sollen nachhaltig wiederhergestellt werden.


Projektverantwortliche:
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27; ngrossento make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Äthiopien, eines der grössten und bevölkerungsreichsten afrikanischen Länder, wurde seit der Hungersnot 1983/84 von wiederkehrenden klimatischen Extremen heimgesucht. Seit dem vergangenen Jahr breitete sich, verursacht durch El Niño - einem weltweiten Wetterphänomen, das in unregelmässigen Zyklen zu Dürren und Überflutungen führt - die schlimmste Dürre der letzten 50 Jahre aus. Die Lebensbedingungen der Menschen in den meist trockenen Gebieten wurden dadurch stark beeinträchtigt. Das Ausfallen von zwei aufeinander folgenden Regenzeiten im Jahr 2015 führte zu Ernteausfällen, Wassermangel und verdorrten Weideflächen. Nahrungsmittelknappheit und Viehsterben waren die unmittelbaren Folgen. Knapp 10 Millionen Menschen sind zurzeit auf externe Hilfe angewiesen.

Auch im Jahr 2016 fielen die Regenfälle zum Teil verspätet und geringer aus als in bisherigen Jahren. Und auch für die weitere Zukunft ist bezüglich Regen nur bedingt Entspannung in Sicht: Die Weltorganisation für Meteorologie rechnet mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% damit, dass La Niña Ende 2016 Rekordtemperaturen und weitere Dürren auslösen könnte. Für pastorale und agropastorale geprägte Gebiete ist das besonders schlimm, da die lokale Bevölkerung zu hohem Masse von den Weideflächen abhängt. Durch die starke Trockenheit sind diese verdorrt und dienen nicht mehr als Futterquellen für die lebenswichtigen Nutztiere der Haushalte. Der Mangel an Grasland und die Knappheit an Wasser führt zum Wegesterben der Nutztiere, während flutartige Regenfälle das verdorrte Weideland teilweise vollständig wegspülen, Trinkwasserquellen verschmutzen und ausserdem das Risiko für die Ausbreitung von Krankheiten steigen lässt. Der Mangel an sauberem Trinkwasser beeinträchtigt Gesundheit, Hygiene und Körperpflege. Cholera und Parasiten, aber auch Hautkrankheiten sind weit verbreitet. Die meisten Menschen in den ländlichen Gegenden kennen die unmittelbaren Zusammenhänge von ungenügender Hygiene, verschmutztem Trinkwasser und Gesundheitsproblemen nur ungenügend.

Die Projektregion in der Borana Zone in der Oromia Region liegt im Trockengürtel Äthiopiens und war bereits 2010/11 von der grossen Dürre betroffen, die sich am Horn von Afrika ausbreitete. Zugang zu Wasser für den menschlichen Gebrauch als auch für landwirtschaftliche Zwecke stellt eine der grössten Herausforderungen dar. Ziel dieses Projekts ist es, die negativen Auswirkungen der Dürre und der Überflutungen auf die Lebensbedingungen der Menschen in den Distrikten Moyale und Dhas durch die Unterstützung im Bereich Trinkwasserversorgung und Hygiene, die Versorgung mit grundlegenden Lebensmitteln und der nachhaltigen Wiederherstellung von Weideflächen und Wasserquellen zu sichern.

 

Was tun wir?

Das Leben von rund 59’805 von der Dürre und von Fluten betroffenen Menschen in den Distrikten Moyale und Dhas soll geschützt und deren Lebensgrundlage in Zusammenarbeit mit der lokalen Organisation ACORD gesichert werden. Nebst der sofortigen Nothilfe profitiert die lokale Bevölkerung auch von Sensibilisierungsmassnahmen durch das spezialisierte WASH-Team der Caritas Schweiz. Um die Eigenverantwortlichkeit der Menschen zu stärken, werden die begünstigten Gemeinden möglichst aktiv in Entscheidungsprozesse und die Umsetzung der Massnahmen eingebunden.

Das Projekt umfasst die folgenden Aktivitäten:

Die Dürre hat zu grossen Ernteausfällen und Nahrungsmittelknappheit geführt. Um die dringendsten Bedürfnisse zu decken, erhalten 245 besonders stark betroffene Haushalte Bargeld für den Kauf von dringend benötigten Lebensmittel. Ausserdem werden an 397 schwangere Frauen und stillende Mütter sowie an 299 mangelernährte Kinder unter fünf Jahren spezielle Nahrungsergänzungsmittel verteilt. Frauen und Mädchen, die meist für das Kochen zuständig sind, werden zudem über die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung aufgeklärt.

Auch die wirtschaftliche Situation der meisten Haushalte ist prekär. Mit dem Ziel, 348 Haushalten zugleich eine Möglichkeit zur Aufbesserung ihres bescheidenen Verdienstes zu bieten und langfristig verbesserte Lebensbedingungen für rund 13'500 Haushalte herzustellen, sollen rund 475 Hektar Weideflächen sowie drei Teiche und Flachbrunnen rehabilitiert werden.

Aufgrund der Dürre und den flutartigen Regenfällen fehlt es vielerorts an sauberen Trinkwasser. Offenen Teiche und Brunnen, die lange als Trinkwasserquellen dienten, sind meist verschmutzt. Das Projektteam verteilt deshalb vor Ort Wasserreinigungschemikalien an 9'535 Haushalte beziehungsweise 47'675 Personen, die damit für die nächsten Monaten Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten. Um den sachgemässen Gebrauch der Wasserreinigungschemikalien zu gewährleisten, werden die Empfänger in der richtigen Anwendung geschult. Zur Kontrolle der richtigen Anwendung und somit der Wasserqualität führt das Projektteam Wassertests durch.

Ausserdem saniert Caritas sechs Handpumpen vor Ort. Damit erhalten 2'000 Haushalte und damit insgesamt 10'000 Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Um die nachhaltige Funktionsfähigkeit der Trinkwasserquellen zu gewährleisten, werden auf Gemeindeebene Komitees gegründet. Diese werden einerseits in der Instandhaltung geschult, andererseits aber auch bezüglich der korrekten Hygiene- und Sanitärpraktiken instruiert, um das Trinkwasser vor Verschmutzung zu schützen.

Um Durchfallerkrankungen wie der Cholera vorzubeugen und die Hygiene- und Sanitär-Praktiken der lokalen Bevölkerung zu verbessern, bildet Caritas 22 lokale Gesundheitshelfer aus. Sie unterstützen das Projektteam dabei, die lokale Bevölkerung über die Zusammenhänge von Gesundheit und Hygiene-Praktiken aufzuklären und damit das Risiko der Ausbreitung von Krankheiten zu reduzieren. Die Gemeinden werden durch die Mitarbeiter ausserdem darin unterstützt, eigene Aktionspläne zur Verbesserung der Hygienesituation und der Sanitäranlagen auszuarbeiten, um die erreichten Verbesserungen auch nachhaltig zu verankern.

 

Die Nothilfe in Äthiopien in Bildern

 

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