Äthiopien

Von Hunger und Dürre betroffene Gemeinden erhalten Soforthilfe zur Sicherung ihrer Lebensgrundlagen

Das Projektgebiet, der Distrikt Miyo an der Grenze zu Kenia, liegt im Trockengürtel Äthiopiens und zudem an der Grenze eines Konfliktgebietes. Das Zusammenspiel von Trockenheit und Konflikten führte zum Stillstand des lokalen Viehmarkts und somit zum Einbruch einer lebenswichtigen Einkommensquelle. Caritas Schweiz unterstützt mit diesem Projekt im Distrikt Miyo Massnahmen zur Existenzsicherung, einerseits im Bereich der Viehwirtschaft und andererseits durch Zugang zu Trinkwasser sowie Vermittlung von Hygiene- und Sanitärpraktiken.

 

Land / Region / Ort
Oromia, Borana Zone, Miyo Distrikt


Zielgruppe
13‘000 von Hunger und Dürre betroffenen Agro-Pastoralistinnen und Agro-Pastoralisten


Mittelbedarf
300'353 Schweizer Franken


Projektdauer
01.10.2018 bis 31.03.2020


Projektnummer
P180077


Projektziel
Das Projekt zielt auf die Verbesserung der Lebensgrundlagen der von Hunger und Dürre betroffenen Bevölkerung im Grenzgebiet zwischen Äthiopien und Kenia.


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27, ngrossennot shown@caritasto make life hard for spam bots.ch

 
 

Worum geht es?

Mit über 100 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zählt Äthiopien zu den bevölkerungsreichsten Ländern Afrikas. Obwohl das Land in den letzten Jahren einen Wirtschaftsboom verzeichnete, ist ein grosser Teil der Bevölkerung von Armut betroffen. Zudem ist das Land politisch instabil und von internen Konflikten geprägt. Allein im ersten Halbjahr 2018 lebten in Äthiopien 1,4 Millionen Menschen als Binnenflüchtlinge. Diese waren zum einen vor Gewaltausbrüchen geflohen, zum anderen im Zusammenhang mit den Folgen des Klimawandels migriert. 

Im Jahr 2015 herrschte in Äthiopien die stärkste Dürre seit über 50 Jahren, deren Auswirkungen die Bevölkerung im Osten und Süden des Landes bis heute belasten. Neben einer anhaltenden Trockenheit sind weite Teile Äthiopiens zusätzlich von starken Überflutungen betroffen. Die Wetter- und Klimaextreme führten zu einer fortwährend humanitären Krise. Beinahe acht Millionen Menschen sind auf Soforthilfen angewiesen. Davon ist fast die Hälfte von akuter Unterernährung betroffen. Circa sieben Millionen Betroffene haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Pastoral und agropastoral geprägte Gebiete sind von den Rekordtemperaturen und der anhaltenden Dürre besonders betroffen, da die lokale Bevölkerung zu hohem Masse von den Weideflächen abhängig ist. Durch die starke Trockenheit sind diese verdorrt und dienen nicht mehr als Futterquellen für die lebenswichtigen Nutztiere der Haushalte. Viele Tiere verendeten in Folge des Mangels an Grasland und aufgrund der Wasserknappheit, sowie wegen ungenügender tiermedizinischer Versorgung. Zusätzlich zerstörten flutartige Regenfälle das Weideland teilweise vollständig, führten zur Verschmutzung von Trinkwasserquellen und steigerten das Risiko für die Ausbreitung von Krankheiten. Der Mangel an sauberem Trinkwasser beeinträchtigt die Gesundheit, Hygiene und Körperpflege. Zudem kennen die meisten Menschen in den ländlichen Gegenden die Zusammenhänge von unzureichender Hygiene, verschmutztem Trinkwasser und Gesundheitsproblemen nur ungenügend. 

Das Projektgebiet, der Distrikt Miyo in der Borana-Zone in der Oromia-Region liegt im Trockengürtel Äthiopiens und war bereits 2010/11 von der grossen Dürre betroffen, die sich am Horn von Afrika ausbreitete. Miyo liegt an der Grenze zu Kenia und Ressourcen in dem Gebiet werden sowohl von kenianischen als auch äthiopischen Haushalten genutzt. Somit ist der Mangel an Weideland und Wasser in der Region besonders ausgeprägt. Der Hin- und Rückweg zu einer Wasserstelle dauert durchschnittlich fünf bis sechs Stunden. Der Distrikt Miyo liegt zudem auch an der Grenze eines Konfliktgebiets innerhalb Äthiopiens. Das Zusammenspiel von Trockenheit und Konflikten führte zum Stillstand des lokalen Viehmarkts und somit zum Einbruch einer lebenswichtigen Einkommensquelle.

 

Was tun wir?

Ziel des Projekts ist es, die Lebensgrundlagen der von Hunger und Dürre betroffenen Bevölkerung im äthiopisch-kenianischen Grenzgebiet im Distrikt Miyo zu verbessern. Caritas unterstützt hierfür Massnahmen zur Existenzsicherung, einerseits im Bereich der Viehwirtschaft und andererseits im Zugang zu Trinkwasser und richtigen Hygiene- und Sanitärpraktiken. 

Dabei fördert Caritas bereits bestehende Strukturen zur Einkommenssicherung, die «pastoral field schools» genannt werden. Diese Schulen dienen als Lern- und Austauschplattform von Viehhirtinnen und -hirten. Hinzu kommt die Förderung von Spar- und Kreditkooperativen, die sich vor allen an Frauen richten. Die Vereinigungen werden finanziell als auch technisch unterstützt. So erhalten sie nicht nur Mittel zur Verwirklichung einfacher Geschäftsideen, sondern auch Unterstützung in deren Ausarbeitung, zum Beispiel bei der Erstellung von Geschäftsplänen sowie bei deren Umsetzung. Die Massnahme richtet sich an circa 660 Begünstigte. 

Weitere 100 Haushalte profitieren von einem cash for work-Programm zur Rehabilitierung von 150 Hektaren Weideland. Die Begünstigten erlangen hierbei einen doppelten als auch langfristigen Vorteil. Einerseits verdienen sie Geld, beispielsweise für den Kauf von Lebensmitteln, andererseits werden ihre Tiere durch das wiederhergestellte Weideland gestärkt und dienen damit als nachhaltige Einkommensquelle.

Zur Förderung der Viehwirtschaft unterstützt Caritas auch veterinärmedizinische Massnahmen. Tierkrankheiten zählen als eine der grössten Gefahren für die Lebensbedingungen der agropastoralen Haushalte in der Region. Um Krankheiten vorzubeugen bzw. zu heilen, werden im Rahmen des Projekts Impfkampagnen durchgeführt und Medikamente wie Entwurmungsmittel verteilt.

Neben einem ausreichenden Einkommen mangelt es den Menschen in der Projektregion vor allem an Zugang zu sauberem und sicherem Trinkwasser. Bei 80 Prozent der Wasserquellen handelt es sich um offene Wasserstellen, die ein hohes Risiko zur Verbreitung von Krankheiten bergen. Um diesem effizient entgegenzuwirken, stellt Caritas für mehr als 5’000 Personen Mittel zur Wasseraufbereitung zur Verfügung. 

Damit die Verunreinigung von Wasserstellen auch langfristig vermindert wird, unterstützt Caritas die Ausbildung von 48 Trainerinnen und Trainern zur Vermittlung von Hygiene- und Sanitärpraktiken. Die Trainings richten sich vor allem an Schlüsselpersonen der Siedlungsgemeinschaften, welche das erlangte Wissen dann an die Gemeindemitglieder weitergeben. 

 

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