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Äthiopien

Verbesserung der Lebensgrundlage der von Hunger und Dürre betroffenen Bevölkerung

In Äthiopien hat der Klimawandel mit einer verheerenden Dürre oder starken Überflutungen die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstört und politische Konflikte und Gewalt verstärkt. Viele mussten ihr Zuhause verlassen. Im Distrikt Gumi-Eldalo, wo etwa 35'000 intern Vertriebene leben, unterstützt Caritas Schweiz die von Hunger und Dürre betroffene Bevölkerung mit Sachgüterpaketen, Startkapital für die Einkommenssicherung, Tieren und Veterinärdienstleistungen. Sie schult die Menschen im Gefahrenmanagement und verbessert den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Hygiene.

 

Land / Region / Ort
Äthiopien, Region Oromia, Guji-Zone, Gumi-Eldalo-Distrikt


Zielgruppe
Circa 18‘450 Personen (direkt Begünstigte), darunter Binnenvertriebene und ihre aufnehmenden Gemeinden, welche von Hunger und Dürre betroffen sind.


Mittelbedarf
464'000 Schweizer Franken


Projektdauer
01.07.2018 bis 30.06.2019 


Projektnummer
P180059


Projektziel
Das Projekt zielt auf die Verbesserung der Lebensbedingungen der von Hunger und Dürre betroffenen Bevölkerung in Gumi-Eldalo.


Projektverantwortliche
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27, ngrossento make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung
Afrika / Lateinamerika / Karibik

 
 

Worum geht es?

Mit über 100 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zählt Äthiopien zu den bevölkerungsreichsten Ländern Afrikas. Obwohl das Land in den letzten Jahren einen Wirtschaftsboom verzeichnete, ist ein grosser Teil der Bevölkerung von Armut betroffen. Zudem ist die politische Situation in Äthiopien äusserst instabil. In mehreren Gebieten entlang innerstaatlicher, regionaler Grenzen herrschen gewaltvolle Konflikte. Ursachen der Gewaltausbrüche sind häufig Ressourcenkonflikte. Diese intensivierten sich unter anderem durch die Zunahme extremer Wetterphänomene im Zusammenhang mit dem Klimawandel: 2015 herrschte in Äthiopien die stärkste Dürre seit über 50 Jahren, deren Auswirkungen die Bevölkerung im Osten und Süden des Landes bis heute belasten. Zusätzlich sind weite Teile Äthiopiens neben ausfallenden Regenzeiten auch von starken Überflutungen betroffen. Sowohl die politischen Konflikte als auch die klimatischen Bedingungen zwangen eine Grosszahl Menschen zur Flucht: Im Frühjahr 2018 lebten in Äthiopien insgesamt über 1,6 Millionen intern vertriebene Personen. 66 Prozent der Binnenvertriebenen flüchteten aufgrund von Konflikten und sozialen Spannungen; etwa ein Drittel der intern vertriebenen Personen zählen als Klimaflüchtlinge (UN OCHA, Mai 2018).

Besonders angespannt ist die Sicherheitslage entlang der innerstaatlichen Grenze zwischen Oromia und Somalia. Territoriale Konflikte treten in der Grenzregion seit Jahrzehnten auf, erreichten 2017 und 2018 jedoch ein beispiellos hohes Niveau. Hunderte Menschen wurden in Folge paramilitärischer Übergriffe getötet und es wurden Häuser niedergebrannt. Mehr als eine Million Menschen flohen (UN OCHA, Mai 2018). Die politisch bedingten Konflikte wurden durch die anhaltenden Trockenzeiten intensiviert. Auf der Suche nach Weideland und Wasser für ihre Tiere nahmen Viehhirtinnen und -hirten immer grössere Strecken auf sich, sodass sich Konflikte zwischen vorrangig sesshaft lebenden Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Pastoralistinnen und Pastoralisten verstärkten. Eine weitere Konfliktursache in der Region stellt ein Referendum dar, welches 420 Kebeles (Streusiedlungen) der Bevölkerungsgruppe der Oromia zuwies und die Ethnie Somali zur Flucht veranlasste.

Innerhalb der Region Oromia fanden circa 35’000 Binnenvertriebene im Distrikt Gumi-Eldalo in der Zone Guji Zuflucht. Der Distrikt stellt eine der weitesten und abgelegensten Ortschaften in Guji dar. Die Bevölkerung ist von den Folgen des Klimawandels (unregelmässige Regenfälle) besonders betroffen, da diese sich wiederum negativ auf lokale Einkommensquellen wie Landwirtschaft und Viehzucht auswirken. Die staatliche Unterstützung sowie die Hilfen von Nichtregierungsorganisationen reichen bisher nicht aus, um die Grundbedürfnisse der Menschen in Gumi-Eldalo zu decken. Der Mangel an sauberem Trinkwasser führte zu einem Anstieg von schweren Durchfallerkrankungen. Mittel zur Wasseraufbereitung sind kaum vorhanden. 

 

Was tun wir?

Caritas Schweiz unterstützt die von Hunger und Dürre betroffene Bevölkerung in Gumi-Eldalo mit humanitären Hilfsleistungen. Darüber hinaus leistet Caritas Schweiz auch langfristige Unterstützung und fördert die Widerstandsfähigkeit der Menschen in Gumi-Eldalo gegenüber dem Klimawandel.

Vielen Binnenvertriebenen in Gumi-Eldalo fehlt es an den wesentlichen Materialien für ein einfaches Obdach. Besonders bedürftige Haushalte versorgt Caritas Schweiz dank dem Projekt mit Sachgüterpaketen. Diese beinhalten unter anderem Kunststofffolien, Seile, Decken und Matten zur Errichtung einer einfachen Unterkunft.

Caritas Schweiz führt direkte Hilfsleistungen für 360 besonders vulnerable Haushalte mittels Bargeldzahlungen durch. Voraussetzung zum Erhalt der Geldleistungen ist die Bildung von Selbsthilfegruppen. Diese Gruppen entwickeln Geschäftsideen und erhalten ein Startkapital, um so langfristig von den Geldleistungen zu profitieren. Nebst dieser ökonomisch orientierten Massnahmen führt Caritas Schweiz Cash for Work Aktivitäten durch und vergibt 350 Haushalten Geldzahlungen für die Wiederherstellung von 100 Hektaren Weideland und einer Wasserstelle für Vieh. Neben den Cash for Work Begünstigten profitieren von dieser Arbeit auch all jene Anrainer, welchen das Weideland zur Verfügung steht.

Unter den Binnenvertriebenen in Gumi-Eldalo befinden sich im Zuge des Konflikts verwitwete bzw. alleinstehende Frauen und ihre Kinder. Das Projekt unterstützt insgesamt 70 bedürftige Frauenhaushalte mit Schafen und Ziegen, welche von lokalen Märkten bezogen werden. Erfahrungsgemäss eignen sich die kleinen Wiederkäuer am besten für die rasche Wiedererlangung des Lebensunterhalts. Des Weiteren profitieren 1‘000 Haushalte von Veterinärdienstleistungen wie von Impfungen und Medikamenten für ihre Tiere.

Die Menschen in Gumi-Eldalo sind verschiedenen Gefahren wie Dürren, Fluten und Konflikten ausgesetzt. Für eine bessere Vorbereitung auf klimatische bzw. politische Risiken werden 600 Personen Trainings zu Frühwarnsystemen und Gefahrenmanagement angeboten.

Durch den Mangel an sauberen Wasserquellen sowie der Nutzung von Oberflächenwasser nahmen Krankheiten wie Cholera in Gumi-Eldalo zu. Caritas Schweiz reagiert hierauf mit Hygiene- und Sanitärkampagnen für circa 7‘740 Personen. Des Weiteren werden 190 Haushalten Wasserfilter für den Trinkwasserbedarf zur Verfügung gestellt. Hierbei werden insbesondere kinderreiche Familien und Haushalte mit werdenden bzw. stillenden Müttern oder Menschen mit Behinderungen berücksichtigt. Zusätzlich erhalten 360 Haushalte Desinfektionsmittel zur Wasseraufbereitung. Neben sauberem Trinkwasser fehlt es vielen Binnenvertriebenen und ihren Aufnahmegemeinschaften auch an einem ausreichenden Einkommen zur Deckung der Grundbedürfnisse wie etwa der Körperhygiene. Diesbezüglich und zur Vermeidung von Gesundheitsrisiken verteilt Caritas Schweiz Seife für die Körperpflege und Kleidung an 3'240 Personen. Ferner werden zehn öffentliche, temporäre Sanitäranlagen mit getrennten Blöcken für Frauen und Männer errichtet. Davon profitieren mehr als 2'500 Personen.

Bei der Auswahl der Begünstigten und Implementierung der Aktivitäten arbeitet Caritas Schweiz eng mit der lokalen Regierung zusammen. Die Kooperation steigert die Nachhaltigkeit der Hilfsleistungen.

 

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