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Äthiopien

Von der Dürre betroffene Gemeinden in Borana erhalten Soforthilfe zur Sicherung der Lebensgrundlagen

Äthiopien leidet unter der schlimmsten Dürre der letzten 50 Jahre, verursacht durch das Wetterphänomen El Niño. In der Borana-Zone im Trockengürtel des Landes hilft Caritas den Menschen bei der Sicherung ihrer Nahrung. Um das Vieh – wichtige Lebensgrundlage der mehrheitlich bäuerlichen Bevölkerung – zu schützen, verteilt Caritas Viehfutter und bietet Veterinärdienstleistungen an. Zudem unterstützt Caritas die Menschen dabei, ihren Zugang zu Wasser zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen.

 

Region/Ort:
Äthiopien, Region Oromia (Borana Zone, Distrikte Moyale und Dhas)


Zielgruppe:
Das Projekt kommt 23,094 Menschen in der Region Oromia zugute


Mittelbedarf:
295'522 CHF


Projektdauer:
16.06.2017 - 15.02.2018 (8 Monate)


Projektnummer:
P170059


Projektziel:
Projektziel ist die Unterstützung der von der Dürre betroffenen pastoralen und agropastoralen Bevölkerung in der Oromia-Region, um die direkten Folgen der Dürre abzumildern und Grundbedürfnisse zu decken.


Projektverantwortliche:
Noemi Grossen, Tel: 041 419 23 27; ngrossento make life hard for spam bots@to make life hard for spam botscaritasto make life hard for spam bots.ch


Abteilung:
Afrika / Lateinamerika

 
 

Worum geht es?

Äthiopien, eines der grössten und bevölkerungsreichsten Länder Afrikas, wurde seit der Hungersnot 1983/84 von wiederkehrenden klimatischen Extremen heimgesucht. Verursacht durch El Niño, einem weltweiten Wetterphänomen, das in unregelmässigen Zyklen in der Region zu Dürren und Überflutungen führt, breitete sich seit 2015 die schlimmste Dürre der letzten 50 Jahre aus. Das Ausfallen von zwei aufeinanderfolgenden Regenzeiten im Jahr 2015 führte zu Ernteausfällen, Wassermangel und verdorrten Weideflächen. Nahrungsmittelknappheit und Viehsterben waren die unmittelbaren Folgen. Da auch in den Jahren 2016 und 2017 die Regenfälle zum Teil verspätet und unterdurchschnittlich ausfielen, sind zurzeit knapp 8 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Für die zweite Jahreshälfte 2017 wird eine zusätzliche Erhöhung der Zahl der Betroffenen angenommen. Während sich die Situation in einigen Regionen des Landes eher verbessert, ist der südlichen Teile des Landes, einschliesslich der Projektregion, weiterhin von der Dürre betroffen.

Pastorale und agropastoral geprägte Gebiete sind von den Rekordtemperaturen und der anhaltenden Dürre besonders betroffen, da die lokale Bevölkerung zu hohem Masse von den Weideflächen abhängig ist. Durch die starke Trockenheit sind diese verdorrt und dienen nicht mehr als Futterquellen für die lebenswichtigen Nutztiere der Haushalte. Der Mangel an Grasland und die Wasserknappheit führt zum Wegesterben der Nutztiere. Gleichzeitig zerstören flutartige Regenfälle das verdorrte Weideland teilweise vollständig, führen zur Verschmutzung von Trinkwasserquellen und steigern das Risiko für die Ausbreitung von Krankheiten bei Mensch und Tier. Der Mangel an sauberem Trinkwasser beeinträchtigt die Gesundheit, Hygiene und Körperpflege. Die meisten Menschen in den ländlichen Gegenden kennen zudem die unmittelbaren Zusammenhänge von ungenügender Hygiene, verschmutztem Trinkwasser und Gesundheitsproblemen nur ungenügend.

Die Projektregion in der Borana Zone in der Oromia Region liegt im Trockengürtel Äthiopiens und war bereits 2010/11 von der grossen Dürre betroffen, die sich am Horn von Afrika ausbreitete. Der Zugang zu Wasser für den menschlichen Gebrauch als auch für landwirtschaftliche Zwecke stellt eine der grössten Herausforderungen dar. Ziel dieses Projekts ist es, die negativen Auswirkungen der Dürre auf die Lebensbedingungen der Menschen in den Distrikten Moyale und Dhas durch die Unterstützung im Bereich Trinkwasserversorgung und Hygiene, die Bereitstellung grundlegender Lebensmittel und der Versorgung des Viehs zu sichern. 

 

Was tun wir?

Das Leben von rund 23,094 von der Dürre betroffenen Menschen in den Distrikten Moyale und Dhas soll geschützt und deren Lebensgrundlagen in Zusammenarbeit mit der lokalen Organisation ACORD gesichert werden. Nebst der sofortigen Nothilfe und der Versorgung der Nutztiere profitiert die lokale Bevölkerung auch von Sensibilisierungsmassnahmen im Bereich Hygiene und nachhaltige Wasserbewirtschaftung. Um die Eigenverantwortlichkeit der Menschen zu stärken, werden die begünstigten Gemeinden möglichst aktiv in Entscheidungsprozesse und die Umsetzung der Massnahmen eingebunden.

Das Projekt umfasst die folgenden Aktivitäten:

Die aktuelle Dürre hat zu grossen Ernteausfällen und Nahrungsmittelknappheit geführt. Um die akuten Bedürfnisse zu decken, erhalten 120 besonders stark betroffene und vulnerable Haushalte Bargeld für den Kauf von dringend benötigten Lebensmitteln. Zudem werden 485 Haushalte ausgewählt, am “Cash-for-Work”-Programm teilzunehmen und werden im Rahmen dessen für die Reparatur von Brunnen und Viehtränken sowie die Bearbeitung von Weideland zur besseren Nutzbarkeit angestellt. Ausserdem werden spezielle Nahrungsergänzungsmittel an 300 schwangere Frauen und stillende Mütter verteilt.

Von der Dürre ist auch das Vieh, wichtige Lebensgrundlage der pastoralen und agropastoralen Gemeinschaften, massgeblich betroffen. Vertrocknete Weideflächen und mangelnder Zugang zu Wasser schwächen das Vieh und machen es anfälliger für Krankheiten. Um diese wichtige Lebensgrundlage der Bevölkerung zu schützen, erhalten 150 pastorale und agropastorale Haushalte während zweier Monate insgesamt 39'000 kg Viehfutter. Die im vorliegenden Projekt begünstigten Haushalte haben über 80% ihres Viehbestands durch die Dürre verloren. Zudem erhalten 300 Haushalte Zugang zu veterinären Dienstleistungen sowie Medizin und Impfungen für bis zu vier Tiere pro Haushalt.

Aufgrund der Dürre und den flutartigen Regenfällen fehlt es vielerorts an sauberem Trinkwasser. Offene Teiche und Brunnen, die lange als Trinkwasserquellen dienten, sind oft verschmutzt und Brunnen und Pumpen teilweise funktionsunfähig. Die Sanierung von zwei Wassersystemen gewährleistet den Zugang zu sauberem Wasser für 2’152 Haushalte. Zudem werden Wasserreinigungschemikalien an 3,849 Haushalte verteilt, um die Trinkbarkeit des verfügbaren Wassers zu gewährleisten. Zur Kontrolle der Wasserqualität führt das Projektteam vor und nach der Sanierung der Infrastruktur sowie der Anwendung der Chemikalien Wassertests durch. Um die nachhaltige Bewirtschaftung und langfristige Funktionsfähigkeit der Wasserquellen sicherzustellen, werden zwei bestehende Wasserkomitees wiedereingesetzt und erneut geschult. 

Um Durchfallerkrankungen wie der Cholera vorzubeugen und die Hygiene- und Sanitär-Praktiken der lokalen Bevölkerung zu verbessern, bildet Caritas in den Gemeinden, in welchen die Wassersysteme saniert werden, lokale Gesundheitshelfer aus. Sie unterstützen das Projektteam dabei, die lokale Bevölkerung über die Zusammenhänge von Gesundheit und Hygiene-Praktiken aufzuklären und damit das Risiko für die Ausbreitung von Krankheiten zu reduzieren. Durch diese Massnahmen und Hygienekampagnen werden rund 12'000 Menschen erreicht.

Um die erfolgreiche und effiziente Umsetzung der Aktivitäten zu überprüfen, werden regelmässige Besuche im Projektgebiet durchgeführt. 

 

Die Nothilfe in Äthiopien in Bildern

 

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