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Hunger in Ostafrika

Ostafrika leidet unter den Folgen einer katastrophalen Dürre. Mehr als 16 Millionen Menschen leiden unter einem gravierenden Mangel an Nahrungsmitteln und Trinkwasser. Die Caritas weitet ihre Nothilfe für die Region mit Unterstützung der Glückskette aus. Der Schwerpunkt liegt auf dem Südsudan, Somaliland, Äthiopien und Kenia.

 
 

Nachdem die Regenzeit im Frühling 2016 als Folge des Klimaphänomens «El Niño» bereits ausgeblieben war, fiel sie auch im Oktober und November praktisch komplett aus. Grosse Teile der Landbevölkerung in Ostafrika haben ihre Lebensgrundlagen verloren. Ihre Tiere sind verendet, die Speicher sind leer. Die Getreidepreise sind in der Dürrezeit stark angestiegen, das Saatgut ist aufgebraucht. 


Südsudan

Im Südsudan sind nahezu sechs Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Für den nördlichen Gliedstaat Unity wurde die Hungersnot ausgerufen, und mittlerweile breitet sich auch die Cholera aus. Allerdings sind die Menschen im Südsudan nicht nur Opfer des Klimawandels und der damit verbundenen Dürren. Der brutale Krieg, den Präsident Kiir und sein ehemaliger Stellvertreter Machar seit Dezember 2013 gegeneinander führen, spitzt die Lage der wehrlosen Zivilbevölkerung dramatisch zu. Die Bauernfamilien konnten wegen der verheerenden Sicherheitslage ihre Felder nicht mehr bestellen. Die Dürre wiederum vernichtete die wenigen verbliebenen Ernten.

Allein im Februar dieses Jahres sind nahezu 70 000 Südsudanesinnen und Südsudanesen nach Uganda geflohen. Ebenso viele überschritten in den vergangenen sechs Monaten die Grenze nach Äthiopien. Zwei Drittel davon sind Kinder und minderjährige Jugendliche.

Caritas Schweiz engagiert sich im Südsudan seit vielen Jahren mit eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort. Das angesichts der katastrophalen Situation gestartete humanitäre Nothilfe-Programm leistet Überlebenshilfe zugunsten südsudanesischer Flüchtlingsfamilien in Uganda. Sie erhalten Lebensmittel und mit Hygieneartikel, um das Entstehen von Epidemien zu verhindern. Zum anderen unterstützt Caritas Schweiz mit ihrem lokalen Team in der Region von Torit Gemeinden, die unter der Hungerkrise leiden. Die Hilfe wird in enger Zusammenarbeit mit dem internationalen Caritas-Netzwerk realisiert.

Somaliland

In Somalia leiden 5,5 Millionen Menschen unter der Hungerkrise. Vor fünf Jahren sind während der damaligen Dürre eine Viertelmillion Menschen gestorben. Aufgrund der aktuellen Dürre ist die letztjährige Ernte fast im ganzen Land ausgefallen. Die Situation wird immer dramatischer und die Hoffnung auf baldige Besserung schwindet allmählich. Denn die Hauptregenzeit ist längst überfällig ist und der punktuelle Regen von Ende März 2017 konnte nur einigen Wenigen eine Verschnaufpause bringen. Tiere gehen in grosser Zahl zugrunde, und die Menschen leiden an Hunger. Die Nahrungsmittelpreise haben sich innert eines Jahres verdoppelt.

Die Hilfe in Somalia gestaltet sich aufgrund der Präsenz der al-Shabab-Milizen äusserst schwierig, zahlreiche Regionen sind unzugänglich. Caritas Schweiz lanciert ihre Hilfe in der autonomen Region Somaliland im Nordwesten des Landes, wo sie über viele Jahre zur Verbesserung der Wasserversorgung beigetragen hat. Zurzeit befindet sich ein Konsulent der Caritas Schweiz vor Ort und bereitet ein Nothilfeprogramm vor.


Äthiopien und Kenia

In Äthiopien leiden 5,6 Millionen Menschen an Hunger. Hunderttausende von Kindern sind vom Tod bedroht. Die äthiopische Regierung wendet zwar beträchtliche Summen für Nahrungsmittelimporte auf. Um den extremen Mangel auszugleichen, reichen ihre Mittel jedoch nicht aus. Äthiopien ist auf ausländische Hilfe angewiesen.

Caritas Schweiz leistet in Äthiopien und in Kenia seit Beginn der Dürrekrise Nothilfe. Mangelernährte Kinder bekommen in der Schule ergänzende Mahlzeiten. Bauern und Viehhirten erhalten dringend benötigtes Saatgut und Tierfutter. Zudem wird die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gewährleistet, zum einen durch Wasseraufbereitungsmittel, zum andern durch die Instandstellung von beschädigten Wassersystemen. Dazu gehört auch die Aufklärung der Bevölkerung über den richtigen Umgang mit Wasser und Hygiene.

Die Hilfe der Caritas konzentriert sich in Äthiopien derzeit auf die Regionen Oromia und Guji im Süden des Landes und erreicht rund 80 000 Menschen. In Kenia erreicht die Caritas-Hilfe rund 20 000 Menschen im County Marasbit im Norden des Landes. Trotz schwierigsten Bedingungen baut Caritas Schweiz auch im Südsudan ein Nothilfeprogramm auf.

Angesichts des dringenden Bedarfs erhöht den Umfang ihrer Hilfsprogramme um weitere zwei Millionen Franken. Die Glückskette unterstützt die Nothilfe-Projekte der Caritas.

Caritas Schweiz dankt für Spenden auf Konto 60-7000-4, Vermerk «Hunger Ostafrika».

 

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